Dass Hollywood in einem kreativen Tief steckt, dürfte jedem klar sein, der sich das Kinoprogramm der letzten Monate mal genauer ansieht. Der Markt wird gerade zu überschwemmt von Reboots (Predators), Fortsetzungen (Toy Story 3) oder Adaptionen (Prince of Persia). Da ist es weniger verwunderlich, dass die Produzenten auch vor Filmen, die auf bekannten Serien basieren, nicht Halt machen. Der neuste Ableger von diesem Verfilmungswahn ist Joe Carnahans A-Team. Leider hat auch Carnahans Film mit dem üblichen Problem zu kämpfen: Der Charme der Vorlage kann nur bedingt aufgegriffen werden. Warum man aber dennoch einen Blick riskieren könnte, erfahrt ihr in den nächsten Zeilen.
Sie heißen: John „Hannibal” Smith (Liam Neeson), Templeton „Faceman” Peck (Bradley Cooper), Bosco „B.A.” Baracus (Quinton “Rampage” Jones) und Murdock (Sharlto Copley) und diese vier Ranger bilden das A-Team. Sie gelten als die zuverlässigste Einheit des Militärs, doch mit einem Auftrag scheint alles schief zu gehen. Nachdem sie es geschafft haben amerikanische Gelddruckplatten zurückzuerobern, erweist sich die Mission als Falle des korrupten Söldners Pike (Brian Bloom), der die Platten an sich reißt und verschwindet. Das A-Team wird dafür verantwortlich gemacht und von einem Militärgericht zu zehn Jahren Haft verurteilt. Doch der mysteriöse CIA-Mann Lynch (Patrick Wilson) bietet Hannibal die Möglichkeit zur Flucht, um seinen Namen und die seiner Männer wieder reinzuwaschen. Lynch verspricht ihnen zu helfen, wenn sie die Platten wieder zurück erlangen, doch schnell wird klar, dass der CIA-Agent ihnen nicht alles zu verraten scheint.
Zugegeben: Eine ernst zunehmende Story sollte man nicht von dem Film erwarten, war doch schon die Serie nicht grad bekannt für ihre ausgefeilten Geschichten. Doch auch wenn es weniger störend auffällt, dass der Plot nur seichtes Beiwerk ist, ist die lahme Präsentation dessen schon als negativ zu bezeichnen. Es interessiert einen einfach nicht, warum irgendwas passiert, wollen wir doch eigentlich nur Hannibal und seine Kameraden einen Plan austüfteln sehen und wie sie ihn dann umsetzen. Doch für einen Film von ordentlichen 118 Minuten wären ein Spannungsbogen und eine interessante Geschichte doch sehr angebracht. Das fällt umso gravierender auf, weil der Cast nicht vollkommen überzeugen kann. Selbstverständlich ist es nicht leicht das berühmte Quartett aus den 80ern neu zu besetzen, doch so wirklich wollen nicht alle in ihren Rollen aufgehen. Liam Neeson ist natürlich ein viel zu guter Schauspieler, um seine Rolle vollkommen in den Sand zu setzen, dennoch kommt er nicht mal annähernd an die Coolness des Originals heran. Da reicht es einfach nicht aus graue Haare zu haben, Zigarren zu rauchen und markante Sprüche los zu lassen („Ich liebe es, wenn ein Plan funktioniert.“). Seine Leistung bleibt also im Allgemeinen solide. Bradley Cooper hat als Face noch die einfachste Aufgabe, muss er doch nur gut aussehen und Frauen beglücken. Nun, rein physisch passt er super in die Rolle, bleibt aber bis kurz vor Schluss nur eine leere Hülle. Ein absoluter Coup ist Carnahan mit Sharlto Copley gelungen. Zwar spielt Copley oft hart an der Grenze zum Overacting (manchmal auch darüber hinaus), dennoch ist er als Murdock eine super Besetzung, zumal auch die meisten Gags auf sein Konto gehen. Das absolute Gegenteil ist leider die Besetzung von Bosco „B.A.” Baracus. Jones kann zwar wie Cooper rein physisch in seiner Rolle überzeugen, aber als Ersatz für Mr. T. versagt er vollkommen. Er kann keinerlei Präsenz aufbauen und sein anfänglich leichter Hip-Hop-Stil nervt nach einiger Zeit einfach nur noch. Zumal er auch die Wandlung seiner Figur von einer Kampfmaschine zur lebensbejahenden Person und wieder zurück nicht überzeugend rüber bringt. Die (sehr) zahlreichen Actionsequenzen sind leider auch nicht wirklich überzeugend. Zwar kracht es ordentlich und es macht auch häufig Spaß, aber sie haben
mit vielen kleinen Macken zu kämpfen: zu CGI-lastig, zu häufiger Einsatz der Wackelkamera, zu rasanter Schnitt und stellenweise einfach nur extrem absurd (Stichwort: fliegender Panzer). Mag sein, dass die Serie auch nicht viel mit Logik zu tun hatte, aber Carnahan übertreibt es an einigen Stellen mächtig. Auch der Verzicht auf die gute alte Handarbeit fällt störender auf, als es anfänglich den Schein hat. Noch störender ist aber, dass man von den Actionszenen nur sehr wenig hat, da man durch den Schnitt und der Kamera einfach zu selten erkennt, was eigentlich passiert. Dennoch macht der Film im Großen und Ganzen Spaß. Das liegt vor allem an dem gut platzierten Humor, häufige wie markante Sprüche und Anspielungen auf andere Filme und Medien (z.B.: Avatar und Call of Duty – Modern Warfare).


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