Test: Dishonored – Die Maske des Zorns UPDATE Definitive Edition

Dishonored ist eines der Spiele, bei denen man hofft, dass es so gut geworden ist, wie es bei der Ankündigung den Anschein hatte. Eine Welt im Steampunk-Stil, in der ihr als Assassine Corvo Atana mit Hilfe von magischen Fähigkeiten und technischen Spielereien jene zur Rechenschaft ziehen wollt, die euch den Mord an der Kaiserin angehängt haben. Klingt doch alles vielversprechend, oder? Doch ist es den Arkane Studios gelungen, aus diesen Zutaten auch einen Leckerbissen zu zaubern, oder ist der Geheimtipp nur ein Spiel unter vielen?

Die Kaiserin ist tot, lang lebe…

Das Spiel beginnt direkt mit einem Paukenschlag. Kaum ist Corvo im Palast der Kaiserin angekommen, wird sie vor seinen Augen getötet und ihre Tochter entführt. In den Armen unseres unfreiwilligen Helden sterbend, verspricht er, die Tochter der Kaiserin zu retten. Doch das könnte etwas schwierig werden, schließlich wird die ehemalige Leibwache ihrer Majestät des Mordes und der Entführung bezichtigt und landet im Gefängnis. Nach einigen Monaten Gefangenschaft erhält er jedoch Hilfe von außen. Eurem spärlichen Zellen-Essen untergemischt findet ihr den Schlüssel zu eurer Zelle und einen Fluchtplan.

Dishonored Screenshot 03

Heimlich und leise oder schnell und rabiat?

Dishonored überlässt es euch, wie ihr mit euren Widersachern umgeht. Schleichend und bedächtig Vorsprünge, Dächer, Tunnel und Mauern nutzen, um euch unentdeckt fortzubewegen und Gegner geräuschlos ausschalten, indem ihr euch an diese heranschleicht oder gar teleportiert, sind nur einige der Möglichkeiten, die euch offen stehen. Aber auch eure Armbrust ist nicht zu verachten, mit der ihr Feinde aus sicherer Ferne aufs Korn nehmen könnt. Ihr könnt aber auch direkt auf die Gegner zustürmen, um diese mit Schwert und Pistole über den Jordan zu schicken, jedoch werden durch den Lärm weitere Wachen auf euch aufmerksam und blasen zum Angriff. Sich danach gegen einen Trupp von Gegnern zu behaupten,wird schwer.

Dishonored Screenshot 04Nach jedem absolviertem Level, präsentiert euch das Spiel eine Statistik, von der ihr ablesen könnt, wieviele Personen ihr getötet habt, wie oft ihr entdeckt wurdet und wieviele ausgeschaltete Wachen entdeckt wurden. Je nachdem, wie hoch die einzelnen Zahlen sind, habt ihr wenig oder viel Chaos in der Stadt verursacht. Im weiteren Spiel reagiert die Umgebung in Gesprächen entsprechend auf den Chaoswert und damit auf euer Vorgehen. Viel Chaos kann beispielsweise mehr Feinde, ein Zuwachs der grassierenden Rattenplage und eine misstrauischere Bevölkerung zur Folge haben. Generell kann die Chaos-Statistik auch zu unterschiedlichen Gegenständen in der Umgebung und anderen Konversationen führen.

Wir empfehlen euch durch die Level zu schleichen. Zum einen, weil es anspruchsvoller ist, zum anderen, weil Dishonored nur dann sein volles Spielspaß-Potential entfaltet. Es ist toll, wenn ihr Wachen beobachtet, euch deren Wege einprägt, um dann im richtigen Moment zuschlagt. Wenn ihr denn wollt, muss im gesamten Spiel kein einziger Tropfen Blut fließen. Auch eure Zielpersonen könnt ihr immer auch auf alternative Weise aus dem Weg räumen.

DishonoredVon Ratten und Menschen

Wie ihr euch in Dishonored durch die Level bewegt, bleibt ebenfalls variabel, schließlich führen mehrere Wege ans Ziel. Corvo besitzt noch weitere Fähigkeiten und Waffen, die euch die Fortbewegung und das jeweilige Attentat leichter machen. Neben der „Nachtsicht“, einer Art magischem Röntgenblick, mit der ihr Gegner und sogar nützliche Gegenstände durch Wände erspähen könnt, dürft ihr mit „Beherrschung“ sogar Besitz von Tieren oder Personen ergreifen. Außerdem, könnt ihr eine Meute Ratten zum Angriff auf eure Gegner beschwören, die Zeit verlangsamen oder sie gar völlig anhalten. Diese Fähigkeiten könnt ihr nach und nach mit Runen freischalten, die ihr in den verschiedenen Abschnitten der Level findet.

Dishonored Screenshot 03Waffentechnisch habt ihr unteranderem verschiedene Projektile für eure Pistole und Armbrust, sowie Minen und Granaten. Diese findet ihr zum Teil in den Arealen, könnt sie aber auch bei einzelnen Händlern kaufen und optimieren. All diese Fähigkeiten und Waffen, könnt ihr auch kombinieren, um noch effektiver zu sein. So haben wir zum Beispiel eine Meute Ratten beschworen, die dann einen Gegner angreifen, nur um anschließend eine dieser zu übernehmen. In Nager-Form bis ans Ende eines Ganges marschiert, dort zurückverwandelt und anschließend auf ein Lüftungsrohr teleportiert und von dort aus eine Wache mit einem Betäubungspfeil ausgeschaltet.

Jedoch sind einige Fähigkeiten, wie etwa das Teleportieren, etwas zu mächtig für unseren Geschmack. Nach einiger Zeit haben wir zum Beispiel auch die „Nachtsicht“ permanent aktiviert gehabt, was dazu führte, dass die schönen Level nur noch durch die „Röntgenbrille“ betrachtet wurden. Aber auch die KI ist stellenweise einfach zu simpel gestrickt. Zwar werden Gegner in höheren Schwierigkeitsgraden aufmerksamer, aber wirklich klug agieren die Gesellen nicht.

Dishonored Screenshot 01Dunwall sehen und sterben.

Das Leben in Dunwall, der Handlungsort von Dishonored, ist ein gefährliches … nicht nur für Soldaten. Eine Plage sucht die Stadt heim und viele der Einwohner erkranken früher oder später und sterben. Die Regierung hat daher in vielen Bereichen der Stadt eine Quarantäne verhängt. Den ärmeren Einwohnern wird nicht geholfen und die Toten werden massenweise verschifft und in Gruben entsorgt. Auch viele der Stadtteile, haben schon bessere Tage gesehen und sind zum Teil überflutet und verfallen.

Dieser Mix aus Verzweiflung, Angst und Unterdrückung schafft eine glaubhafte und dichte Atmosphäre, die im Zusammenspiel mit einer toll designten Stadt, einer Art viktorianischem London mit Steampunk-Ästhetik, ein intensives Spielgefühl zaubert. Der für das Spiel verwendete, leicht comic-hafte Grafikstil passt hervorragend und verleiht dem Ganzen noch dazu einen gewissen bizarren und zugleich verträumten Charme, ohne jedoch albern zu wirken.

UPDATE – Dishonored: Difinitive Edition

Worum es bei Dishonored geht, haben wir euch ja bereits oberhalb ausführlich erklärt. Nun findet Dishonored: Definitve Edition den Weg in den Handel. Quasi als Schmankerl zu dem bereits angekündigten zweiten Teil. Ob das Spiel eine schönere Grafik aufweist bzw. für wen der Kauf eigentlich Sinn macht, erfahrt Ihr hier.

Die Story ist bekannt und die Aktionen, die zum Ergebnis führen, bleiben schön variabel. Denn das Besondere bleibt, dass Ihr mit verschiedenen Spielstilen eurer Ziel erreicht.

Was ist neu?

Ja was ist denn nun eigentlich neu…Für Kenner und Fans von Dishonored ist prinzipiell alles beim Alten geblieben. Es wird nach wie vor eher der schwere als der leichte Schwierigkeitsgrad empfohlen, die DLC´s sind bekannt und die Möglichkeiten im Spiel auch weiterhin vielfältig.

Die Grafik wurde überarbeitet. Nicht grundlegend und bahnbrechend, aber sie wurde überarbeitet. Dies ist an einigen Texturen, an den Farben und am Schatten zu sehen. Die gesamte Steampunk-Kulisse wirkt etwas klarer.

Erweiterungen inklusive

Durch die mitgelieferten DLC´s habt Ihr schon im frühen Verlauf des Spiels teils enorme Vorteile, welche Ihr euch unter Vorgängerbedingungen normalerweise hart erarbeiten müsstet. Die Boni und Upgrades hätten auch gerne etwas über den Spielverlauf verteilt werden können. Aber gut, wir wollen ja auch nicht zu kleinlich werden.

Die Ladezeiten fallen leider noch recht lang aus, beispielsweise beim Gebäude betreten oder eben auch beim Re-Spawn.

Was den Umfang der DLC´s betrifft, bekommt Ihr einiges geboten. Mit dabei ist die Erweiterung „Dunwill City Trials“, bei der es um Einzelprüfungen und Herausforderungen geht. Mit „The Knife of Dunwall“ (Hier spielt Ihr den Kaisermörder) und „The Brigmore Witches“ bekommt Ihr auch die Erweiterungen und Fähigkeiten, die euch bis zum Ende des Spiels führen.

Fazit:

Erwartet kein neues unglaublich aufgewertetes Spiel, sondern eher ein richtig cooles Stealth-Action-Spiel mit vielen Erweiterungen und das zu einem absolut fairen Preis von knapp 40 Euro. Grafisch sprechen wir hier von der ursprünglichen PC-Version.

Nichts desto trotz: Ich mag das Spiel sehr gerne, finde die tolle Umgebung und die daraus resultierenden Möglichkeiten echt gut und empfehle das Spiel auf jeden Fall weiter. Daumen hoch. Das Eingliedern von allen DLC´s und der Vorbesteller-Boni machen das Paket zu einem super Angebot.

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