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Kolumne: Schluss mit Casualgames? Zynga im Sturzflug

Die Historie des Onlinespieleentwicklers Zynga war gezeichnet von Erfolg. Zumindest bis jetzt. Doch die einstige Cashcow scheint gemolken zu sein. Der Lieferant solch erfolgreicher Gaming-Häppchen wie Farm- oder Cityville sitzt derzeit auf dem Trockenen. Das liegt an rückläufigen Einnahmen, schwindenden Spielerzahlen und stagnierender Aktienkurse. Coregamer horchen auf: Bahnt sich damit ein Ende des Casualgame-Trends an?

Vom Tellerwäscher zum Social-Media-Games-Millionär

[pullquote]Bei der zahlreichen Konkurrenz auf dem Markt, ist es schwer, der „eine“ große Fisch im Becken zu bleiben.[/pullquote]Die Entstehungsgeschichte von Zynga ist eng mit dem Social-Network-Riesen Facebook verknüpft. Als Mark Zuckerbergs Plattform im Mai 2007 Tür und Tor für Applikationen öffnete, entschloss sich Zynga Gründer Mark Pincus dazu, Spiele für die Plattform zu entwickeln. Schon von Beginn an stand vor allen Dingen die soziale Komponente ihrer Games im Vordergrund. So auch beim September 2007 veröffentlichten Free-2-Play-Spiel Zynga Poker, das bereits einen ersten Erfolg der Firmengeschichte markiert. Einnahmen erzielte das Unternehmen hierbei durch eingebundene Werbung, oder aber, und das war zu dieser Zeit noch neu, durch den Verkauf von „ingame“-Gegenständen – in diesem Fall zusätzlichen Poker-Chips. Wie wir heute wissen, ein geschickter und marktgerichteter Schachzug, schließlich wurde das Konzept mittlerweile nicht nur von der Konkurrenz übernommen, sondern findet sich auch in Smartphone-Apps oder MMORPGs wieder.

Im April 2009 avancierte Zynga Poker zu dem meist gespielten Spiel auf Facebook. Das Unternehmen verzeichnete 40 Millionen aktive Nutzer. Mit dem Erfolg der ersten Spiele im Nacken, entwickelte man also weitere Titel. Dabei orientierte man sich geschickt an existierenden Trends, und machte sich so, als „Copycat“ verschrien, einen Namen. Auch der größte Erfolg des Unternehmens, FarmVille, entlieh sich so zum Beispiel das Spielprinzip eines Konkurrenten namens Farm Town. Aufgrund der investierten Budgets in Marketing und Werbung, konnte man die Konkurrenz jedoch ausboten und machte Social-Media-Games zu einem der lukrativsten Geschäftszweige für Spieleentwickler und Publisher.

Hat sich die Cashcow ausgemolken?

Zynga-Kolumne-Aktie-im-Sturzflug

Doch warum scheint die Erfolgsgeschichte eines der Vorreiter im Bereich Casual- und Social-Media-Games nun ein jähes Ende zu finden? Nun, das mag weniger daran liegen, dass diese Art von Spiel auf kurz oder lang dem Untergang geweiht ist, sondern vielmehr daran, dass mittlerweile zu viele Trittbrettfahrer dem Weg von Zynga gefolgt sind. Wo früher noch namenlose Kleinentwickler den Markt bestimmten, herrschen mittlerweile große Namen wie Electronic Arts oder KIXEYE. Durch die steigende Anzahl an Konkurrenten, gerade denen, die die finanziellen Mittel besitzen, ihre Spiele hochqualitativ zu entwickeln und anständig zu vermarkten, wurde die Luft für Zynga zunehmend dünner. Fehltritte, wie die langgezogenen Entwicklungszeiten neuer Spiele und falsch investiertes Kapital, wie der Erwerb von DrawSomething-Entwickler OMGPop, dessen Zahlen seit Kauf stetig sinken, wiegen bei so einem starken Konkurrenzkampf natürlich weitaus schwerer.

Wie wir diesen Verfall einer Erfolgsgeschichte deuten können? Als Zeitzeichen: Das Marktsegment der Casualgames ist mittlerweile hoch professionalisiert und ein stark umsatzgetriebenes Geschäft. Bei der zahlreichen Konkurrenz auf dem Markt, ist es schwer, der „eine“ große Fisch im Becken zu bleiben. Zynga hat sich hierbei lediglich verschätzt und den Vorreitervorteil verpokert. Nach wie vor nehmen Gelegenheitsspiele eine große Rolle in der Gamesbranche ein. Ein Trend, von dem zurzeit kein Ende abzusehen ist. Doch von einer Sache können wir absehen: Dass Zynga in naher Zukunft nicht den Stellenwert eines Google einnehmen wird, was Social-Media-Games betrifft. Das war nämlich vor einiger Zeit noch die Ambition von Zynga CEO Mark Pincus, der jetzt, kurz vor dem Aktien-GAU, lieber schnell seine Aktienanteile verhökert hat. Zumindest einer scheint das Spiel verstanden zu haben …