#Metoo: Sexuelle Belästigung auch in der Gaming-Industrie – Uncharted-Entwickler äußert sich

Naughty Dog: Bruce Straley geht neue Wege

Seit einigen Wochen tobt in den amerikanischen Medien ein Sturm der Entrüstung angesichts der Vorwürfe, Medienmogul Harvey Weinstein hätte sich in mehreren Fällen der sexuellen Belästigung schuldig gemacht. Schauspiel-Größe Alyssa Milano hat in Folge der Anschuldigungen über Twitter dazu aufgerufen, von persönlichen Vorfällen unter dem Hashtag #metoo zu berichten und diese öffentlich anzuprangern. Doch nicht nur Frauen fühlten sich animiert, ihre Stimme zu erheben und gegen Missbrauch Stellung zu beziehen. Der ehemalige Uncharted-Entwickler David Ballard ist mit ähnlichen Vorwürfen an die Öffentlichkeit getreten, in denen er angibt, von einem leitenden Mitarbeiter bei Naughty Dog sexuell belästigt worden zu sein.

Sexuelle Belästigung bei Naughty Dog?


Am vergangenen Samstag schilderte er den besagten Vorfall, der im Herbst 2015 stattgefunden haben soll, auf seiner privaten Facebook-Seite und auf Twitter. Wir sparen uns in diesem Fall die Übersetzung, um seine Aussagen nicht mit etwaigen Implikationen zu verwässern. Hier das komplette Statement des Amerikaners:

In late 2015, I was sexually harassed at Naughty Dog by a lead. My work environment became extremely toxic afterward. In February 2016 I had a mental breakdown at work & Sony PlayStation HR became involved. When I told them about the harassment they ended the call and fired me the next day. They cited the company was moving in a different direction and my job was no longer needed. They tried to silence me by offering $20k if I signed a letter agreeing to the termination as well as to not discuss it with anyone. I declined to sign. I have been unemployed for 17 months since.

When interviewers ask why I left Naughty Dog, I say I was burned out by the crunch, ashamed to get to the root of the problem of being sexually harassed. I’m speaking out now because of the strength I’ve seen in others coming forward about their experiences in the TV/Film industry. This is the hardest thing I’ve ever done. I will not let anyone kill my drive or love for the video game industry, my passions or life.

Es steht Ausssage gegen Aussage

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Unter der sexuellen Belästigung habe nicht nur die Karriere des an Uncharted 2, 3, 4 und The Last of Us beteiligten Entwicklers gelitten, sondern auch seine Psyche, berichtet er. Ferner berichtet er, dass die Human Ressources-Abteilung von Sony nach seiner Beschwerde an ihn herangetreten sei, um sich mit einer Zahlung von 20.000$ sein Schweigen zu erkaufen und ihn zu entlassen.

Inzwischen haben sich Sony und Naughty Dog zu den Anschuldigungen von David Ballard geäußert und angegeben, dass seit dem Vorfall in 2015 keinerlei offizielle Beschwerden des Entwicklers vorgelegt wurden. Darüber hinaus sprechen sich die Unternehmen strikt gegen jegliche Form der Belästigung aus und beteuern, dass sämtliche Klagen über sexuelle Übergriffe ernst genommen werden.

Ob aus David Ballards Vorwürfen eine handfeste Klage gegen den japanischen Software-Konzern erwächst, wagen wir derzeit noch zu bezweifeln. Dennoch erhält der Beklagte über Twitter derzeit massenweise Zuspruch und Rückenhalt. Es bleibt zu hoffen, dass die #meetoo-Bewegung weiterhin große Wellen schlägt und nicht nur die Opfer dazu bewegt, sich aktiv gegen Missbrauch zu wehren, sondern vor allem den Tätern folgendes klar macht: „Nein heißt nein“ und sexuelle Belästigung in jeglicher Form war und wird nie ein Kavaliersdelikt sein.

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