Test: Agarest Generations of War Zero

Mit Agarest Generations of War Zero bescheren uns Publisher Ghostlight und Entwickler Idea Factory den zweiten Teil des Franchise in einem nun erschienenen Re-Release im PlayStation Network. Chronologisch ist Agarest Zero dabei vor dem ersten Teil der Serie angelegt und präsentiert sich in typisch japanischer Strategie-RPG-Manier. Was der Titel in sich birgt und auf was für Neuerungen wir uns gefasst machen dürfen, erfahrt ihr im Folgenden.

Eine Geschichte des Hardcore-Grindens …

agarest generations of war zeroWie schon beim Vorgänger teilt sich das Spielgeschehen in drei grobe Bereiche auf: Die Weltkarte, auf der zwischen den einzelnen Orten hin- und hergereist wird, die Städte, in denen ihr einkaufen, Gegenstände herstellen und auch in Events Beziehungen festigen könnt, sowie die Kämpfe selbst. Das Kampfgeschehen stellt dabei das Kernelement des Spiels dar und wird in rundenbasierter Weise auf einem Schach-ähnlichen Spielfeld abgehalten. Dabei ist durch das Soullink-System die Möglichkeit gegeben, die Charaktere miteinander zu verlinken, sofern man diese entsprechend platziert hat. Dies ermöglicht das Ausführen von Combos, welche nicht nur Spezialattacken auslösen, sondern auch wichtig sind um genügend Schaden am Stück auszuteilen, da meist nur so die Verteidigung der Gegner durchbrochen und daraufhin erhöhter Schaden angerichtet werden kann.

Es bieten sich in Agarest Zero unzählige Möglichkeiten, sodass jeder Strategie-Fan sich zur Genüge auszutoben kann. Doch wo Licht ist, ist auch Schatten. Agarest Zero ist gemachten Fehlern gegenüber nur eines: Gnadenlos. Der Schwierigkeitsgrad ist sogar so hoch, dass im späteren Spielverlauf selten eine Runde vergeht, in der nicht der eine oder andere Charakter das Zeitliche segnet – egal wie ausufernd die Planung und Vorsorge auch sein mag. Dies verlangt vom Spieler nicht nur viel Geld für Wiederbelebungen ab, sondern auch Unmengen an Stunden des Grindens. Gerade für Bosskämpfe gilt es bestmöglich gerüstet zu sein, da diese noch einmal um ein vielfaches härter sind.

agarest generations of war zeroAbseits des Kampfgeschehens gilt es sich in den Städten auszurüsten. Das Forging-System stellt dabei ein Hauptelement dar, denn der Großteil der Ausrüstungsgegenstände muss in der Schmiede hergestellt werden. Wollt ihr also ein richtig tolles, neues Schwert haben, müsst ihr, vor dem eigentlichen Herstellungsprozess, erst einmal andere Dinge zusammenbasteln. Des Weiteren können Ausrüstungen gegen Bares auch verbessert werden, was mit höheren Attributen belohnt wird. Allerdings kann hier sehr schnell, sehr viel Geld in die Binsen gehen. Will der Spieler wirklich top ausgerüstet sein, gilt es sich zwangsweise wieder mit dem Grinden zu beschäftigen, um Geldmittel anzuhäufen und ergatterte Items zu verkaufen.

Des Weiteren kommt es auch hin und wieder im Verlauf des Spiels zu „Vacation Days“. An diesen könnt ihr mit einigen Charakteren der Party Gespräche führen. Hier winken neben Gegenständen als Boni auch Reputationspunkte – sprich ihr könnt euch speziell mit den weiblichen Charakteren anfreunden, was auf das sogenannte Soul-Breeding-System hinausläuft. Denn in Agarest Zero konzentriert sich das Spielgeschehen nicht nur auf eine Charakter-Generation. So könnt ihr euch in japanischer Dating-Game Manier mit den Mädels anfreunden und eine von diesen später heiraten. Daraus resultiert dann ein entsprechender Spross, in dessen Schuhe ihr später schlüpfen werdet.

Technischer Stillstand

agarest generations of war zeroSowohl von den Features, als auch von der Technik her, sagt der Name des Spiels schon alles, denn es gibt Zero Neuerungen. Gerade was den grafischen Stil angeht, hatte der Fan sicher so langsam etwas hochkarätigeres erwartet. Stattdessen bleibt man auf PlayStation-2-Niveau hängen und auch auf HD-Sprites muss verzichtet werden. Die Kämpfe selbst finden dabei auf 3D-Feldern statt, die sowohl aus grafischer Sicht veraltet sind, als auch wenige Features bieten. Der optische Standpunkt wäre zu verkraften gewesen, würde dieser zumindest mit den Charakter-Sprites in Korrelation stehen, doch so wirkt die Gesamtpräsentation eher harmonielos. Die Spielfelder, von denen es mehrere zur Auswahl gibt, unterscheiden sich dabei lediglich in deren Größe und den besonderen Attributsfeldern. Letztere bieten den darauf platzierten Charakteren besondere Boni oder Abzüge, die allerdings eher zu vernachlässigen sind. Hindernisse oder andere Feinheiten auf den Schlachtfeldern fehlen leider gänzlich.

Aber auch im Bereich der Kameraführung sind Unannehmlichkeiten vorzufinden. Dieser fehlt so die Möglichkeit frei gedreht zu werden. Lediglich auf eine von vier möglichen Positionen ist eine Fixierung der Kamera möglich. Erschwerend kommt noch das Soundproblem hinzu. Abgesehen von den stark schwankenden Fähigkeiten der Synchronsprecher, ist die Musik des Spiels viel zu laut, beziehungsweise die Sprachausgabe zu leise. So gibt es Probleme, die Dialoge selbst bei minimaler Musikausgabe zu verstehen, was nur eine Möglichkeit übrig lässt: Die Musik zu deaktiviere. Ob dies aber den starken Verlust an Atmosphäre wettmacht, muss jeder für sich selbst entscheiden.

Offizielle Seite: Agarest.Ghostlight.co.uk
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