Test: Beat the Beat: Rythm Paradise

Die Tage der Wii sind gezählt: Noch in diesem Jahr erwarten wir den Nachfolger, die Wii U, weshalb sich keine größeren Titel mehr in der Pipeline befinden und sich die Entwickler primär auf die neue Plattform konzentrieren. Dies eröffnet eine Chance, für kleinere Produktionen und Überraschungshits. Einer davon könnte das neue Rhythmus-Spiel Beat the Beat: Rythm Paradise werden, eine Minispiel-Sammlung, die ebenso simpel wie überzeugend ist.

Von spuckenden Affen und posenden Wrestlern

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Im Prinzip funktionieren die mehr als 50 Minispiele des Einzelspieler-Modus alle gleich. Im richtigen Moment, passend zum Rhythmus der Songs, müssen A-, B-, oder beide Tasten gedrückt werden. So einfach diese Aufgabe auch klingen mag, Beat the Beat verlangt dem Spieler stets seine ganze Aufmerksamkeit ab. Nach einer Einführung, die zu Weilen etwas langatmig sein kann, stürzt ihr euch in die kunterbunten und verrückten Games. Besonders positiv überrascht dabei die Kreativität, die die Entwickler an den Tag gelegt haben.

Die ansprechend gestalteten 2-D-Stages sind zu Beginn etwas gewöhnungsbedürftig. Sicherlich hätte Nintendo hier deutlich mehr aus der Wii rausholen können, doch wer seine Maßstäbe ein wenig runterfährt und sich auf das Spiel einlässt, den wird die unglaubliche Vielfalt von Beat the Beat förmlich umhauen. So gilt es, immer vom Takt der Musik geleitet, eine Runde Golf gegen einen Affen zu spielen, Erbsen mit einer Gabel aufzuspießen, ein Interview mit einem Wrestler zu führen oder Federbälle zwischen zwei fliegenden Flugzeugen zu treffen. Und die Liste ließe sich an dieser Stelle noch weit ausdehnen. Nach jeweils vier Mini-Spielen landet ihr in der sogenannten Remix-Stage, in der ihr  noch einmal vor die vorangegangenen Herausforderungen gestellt werdet.

Den Beat im Ohr, den Rhythmus im Blut

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Doch nicht nur die Vielfalt in der Level-Gestaltung sorgt dafür, dass das Spielprinzip von Beat the Beat nicht eintönig wird. Vor allem der eigens für Beat the Beat komponierte Soundtrack macht jedes Mini-Spiel einzigartig und geht ins Ohr. Von schnellen Rock-Stücken bis zu sanften asiatischen Klängen ist für jeden Geschmack etwas dabei. Da der Soundtrack für ein Rhythmus-Spiel natürlich von aller größter Bedeutung ist, hat sich Nintendo auch nicht lumpen lassen. In der europäischen Fassung ist zudem sowohl die japanische, als auch die amerikanische Titelliste auswählbar was für noch mehr Abwechslung sorgt.

Doch wie schafft es Beat the Beat, das simple A-B-Drücken zu einer fesselnden Spielerfahrung zu machen? Der Schlüssel ist hier der Schwierigkeitsgrad: Gerade Spieler, die Beat the Beat auf die leichte Schulter nehmen, werden schnell einsehen, dass es mehr braucht, als das Drücken einer Taste. Denn ein gutes Rhythmusgefühl  muss schon vorhanden sein, um auf Anhieb Rekordleistungen zu erzielen. Schnell wechselnde Taktfolgen und komplizierte Rhythmen machen Beat the Beat teilweise sehr schwer und fordern alles von euch. Aber keine Sorge, auch diejenigen, die nicht von Natur aus mit einem herausragenden Taktgefühl ausgestattet sind, werden langsam an die immer schwieriger werdenden Aufgaben herangeführt, um neue Mini-Spiele und andere Modi freizuspielen.

Das perfekte Partyspiel?

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Neben dem Einzelspieler- Modus bietet Beat the Beat auch eine Variante für zwei Spieler, sowie Herausforderungen und Endlosspiele. Leider haben die Entwickler von Nintendo beim Mehrspieler-Modus deutlich Potential liegen gelassen. Gerade mal acht Minispiele stehen hier zur Auswahl. Schade, denn die Herausforderung, mit einem Freund gleichzeitig den Takt zu halten, ist deutlich schwieriger, und ruft dem entsprechend auch lustige Situationen hervor. Bei den anderen beiden Modi gilt es eine möglichst gute, oder sogar perfekte Leistung abzuliefern, für die mit Medaillen belohnt werdet. Insgesamt lebt Beat the Beat allerdings von den Minispielen des Solo-Modus.

Dass die unterhaltsamsten Spiele nicht immer bombastische Grafik, ausgefeiltes Gameplay und Steuerung, oder eine mitreißende Story brauchen, hat Wario Ware in der Vergangenheit bereits bewiesen. Eben jenes Prinzip greift auch Beat the Beat auf und präsentiert eine überzeugende Minispiel-Sammlung, deren Elemente sehr gut harmonieren. Kritik gibt es jedoch am Mutiplayer-Modus, der deutlich zu kurz ausgefallen ist und den teilweise langatmigen Einführungen, die bereits mit einem umfangreichen Rhythmus-Test bei Spielstart beginnen. Zudem sollten Freunde von tiefgründigen Geschichten und actionreichen Kämpfen eher die Finger von Beat the Beat lassen. Hier gilt nämlich: Am Besten einfach auf das skurrile Game einlassen und sich dem Rhythmus-Wahnsinn hingeben.

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