Test: Brothers – A Tale of Two Sons

Wieder einmal versorgt uns 505 Games mit einem netten Spiel, welches gleich von Anfang an auf die Tränendrüse drücken will. Brothers – A Tale of Two Sons erscheint als Download auf Xbox Live Arcade. PlayStation 3- und PC Besitzer müssen sich leider noch ein wenig gedulden. Das Rätsel-Puzzle-Adventure ist der erste Titel aus dem Xbox Live Summer of Arcade 2013-Aktion und legt die Messlatte jetzt schon bereits sehr hoch. Kein Wunder, wollen doch der schwedische Regisseur Josef Fares und das Entwicklerteam Starbreeze Studios mit A Tale of Two Sons die beiden Medien Film und Videospiel miteinander verschmelzen und ein unvergessliches Abenteuer bieten. Eine weitere Besonderheit: Brothers – A Tale of Two Sons ist ein Koop-Spiel im Single-Player-Mode. Lasst euch von uns in eine Welt voller Gefahren, einer traurigen Geschichte und imposanten Fantasiewesen entführen.

Es war einmal vor langer, langer Weile…

Test Brothers - A Tale of two Sons (4)Die Geschichte von Brothers – A Tale of Two Sons beginnt mit einem kleinen Jungen, der auf einer Schlucht vor einem Grabstein mit einer wunderschönen Rose darauf kniet. Im Hintergrund seht ihr ein imposantes Panorama und das unendliche Meer. Sofort drängt sich die Frage auf, wem dieses Grab gehört und wir bekommen prompt eine Antwort in Form einer Rückblende serviert. Ein kleines Boot, der kleine Junge und das Meer, geplagt von einem schlimmen Sturm. Der Kleine schreit und versucht verzweifelt eine Frau aus dem tosenden Wasser zu ziehen.

Doch trotz aller Bemühungen ertrinkt sie und versinkt in den Tiefen des Meeres… Wonach er geschrien hat? Nach seiner geliebten Mutter. Ein Schrei reißt ihn aus seinen Erinnerungen und holt ihn wieder in die Gegenwart zurück. Sein älterer Bruder ruft nach ihm, denn irgendetwas stimmt mit dem Vater der beiden nicht. Er hustet sich die Seele aus dem Leib und braucht dringend einen Arzt. Die beiden Brüder schaffen ihren kranken Vater auf eine Karre und schieben ihn gemeinsam zum Dorfarzt. Der alte Greis hat jedoch keine guten Nachrichten für die beiden Kinder: Ihr Vater ist schwer krank und nur das sogenannte „Wasser des Lebens“ kann ihn wieder gesund machen. So machen sich die beiden Brüder gemeinsam auf und suchen nach dem wertvollen Tröpfchen, um ihren Vater vor dem Tod zu bewahren.

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Rechts oder links?!??!

Ihr findet euch vor einem kleinen Dorf wieder, welches im warmen Licht der untergehenden Sonne friedlich zu funkeln scheint. Man könnte meinen, dass dieses erst gerade aus einem Märchenbuch entsprungen ist, denn die Welt von Brothers – A Tale of Two Sons ist sehr bunt und sehr belebt und erinnert irgendwie an das Rollenspiel Fable. Ihr erlangt wieder die Kontrolle und erkundet das idyllische Dorf. Jetzt zeigt sich auch schon die größte Schwierigkeit, aber auch gleichzeitig die größte Stärke von Brothers – A Tale of Two Sons: Die einzigartige Steuerung.

Test Brothers - A Tale of two Sons (8)In Brothers – A Tale of Two Sons gibt es ein simultanes Gameplay. Das heißt: Ihr steuert beide Brüder paralell mit nur einem Controller. Die linke Seite eures Pads gehört dem großen Bruder, die rechte dem Kleinen. Ihr bewegt die beiden Kinder mit den jeweils zugehörigen Analogsticks, während ihr mit den unteren Schultertasten so gut wie alle Aktionen ausführt, wie etwa NPCs ansprechen, klettern, Hebel umlegen und vieles mehr. In Brothers – A Tale of Two Sons begebt ihr euch auf die Suche nach dem „Wasser des Lebens“ und erlebt so einige Abenteuer auf eurer Reise.

Ihr besucht Dörfer, dunkle Wälder, Flüsse wie auch unheimliche Höhlen und begegnet sowohl menschlichen als auch seltsamen Kreaturen. Dabei stehen euch vielerlei Rätsel und Bosskämpfe im Weg, bei denen stets die größte Herausforderung in der Koordination der eben genannte Steuerung liegt. Diese dürfte für einige zu Anfang sehr gewöhnungsbedürftig sein und möglicherweise sogar für  Frustmomente sorgen. Es ist wahrlich nicht leicht, gleich zwei Charaktere auf einmal parallel zu steuern.

Test Brothers - A Tale of two Sons (9)Nicht ohne meinen Bruder!

Die beiden Brüder wachsen uns schnell ans Herz, obwohl in Brothers – A Tale of Two Sons eher wenig gesprochen wird. Sie können sich nicht sehr weit voneinander entfernen und falls doch, bleiben sie stehen und rufen nach ihrem Bruder. Die beiden Kinder reagieren dabei völlig unterschiedlich auf ihre Umwelt: Wo der Ältere einem unbekannten NPC eher skeptisch gegenübersteht, winkt der Kleine dem Fremden freundlich zu und freut sich.

Test Brothers - A Tale of two Sons (5)In Brothers steht Teamwork an oberster Stelle, denn die beiden ungleichen Geschwister haben ihre eigenen Stärken und Schwächen. So hat der Jüngere eine kleinere Statur und kann sich so, im Gegensatz zum Älteren, durch schmale Gitterstäbe zwängen um gegebenenfalls Hebel umzulegen, die der große Bruder niemals erreicht hätte. Dafür hat er das Schwimmen leider noch nicht gelernt, weshalb er nur mit der Hilfe seines älteren Bruders ans andere Ufer kommt. So helfen sich die beiden Kinder stets gegenseitig, da sie es auch müssen. Hier ein konkreteres Beispiel:

Ihr befindet euch in einer dunklen Hölle und müsst einige sehr tiefe Schluchten per Hakenseilen überqueren, die sich an Schienen über euch hinwegbewegen. Einer der Brüder befindet sich eine Etage tiefer und kann nur durch die genannten Seile auf die andere Seite der Schlucht gelangen. Doch auf dem Weg befinden sich seltsame Apparaturen, die elektrisch aufgeladen sind und bei Berührung den sofortigen Tod bedeuten. Deshalb muss der jüngere Bruder die gefährlichen Barrieren per Kurbel öffnen, während sich der ältere an einem Seil festhält. Klingt einfach, allerdings müsst ihr darauf achten, die linke Schultertaste nicht loszulassen, da der ältere Bruder sich am Seil festhalten muss. Gleichzeitig muss der linke Stick die ganze Zeit gedreht werden, damit die Barriere auch geöffnet bleibt.

Test Brothers - A Tale of two Sons (10)In der Praxis ist die Controller-Akrobatik jedoch weniger schwer und mit ein wenig Geduld, gewöhnt ihr euch an die einzigartige Steuerung. Durch das simultane Gameplay wird dem Spieler hier einiges an Konzentration und Geduld abverlangt. Vor allem zu Beginn, da das Spiel nur wenige Tutorials bietet. Doch durch die minimale Tastenbelegung tut dies dem Spielfluss fast keinen Abbruch. Die Rätseleinlagen sind in Brothers – A Tale of Two Sons sehr simpel gehalten. So simpel, dass sie auch wieder schwer sind, ganz nach dem Motto: Darauf muss man erst mal kommen. Ein kluges Köpfchen, Konzentration und des öfteren ein perfektes Timing sind also vonnöten.

„Redaktions Tipp“-Disclaimer:

Ein einzigartiges Gameplay, das seinesgleichen sucht.

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