Vorschau: Gran Turismo 6

Am 6. Dezember will „Gran Turismo 6″ zum sechsten Mal versuchen, alle Spieler für den Automobilsport zu begeistern. Unter der Führung des Autopapstes Kazunori Yamauchi will Polyphony Digital noch einmal das letzte Quäntchen Performance aus der betagten PlayStation 3 herausholen, um den „Real driving simulator“ zu erschaffen. Wir haben für euch in München Vollgas gegeben, um herauszufinden, ob „Gran Turismo 6“ dieses Ziel erreichen kann.

Vorschau-Gran-Turismo-6-Bild-1Bei unser Anspiel-Session wurde schon von Beginn an klar, dass der Begriff „Simulation“ – wie immer bei der Gran Turismo-Serie – keine Floskel ist. So ging es für uns im Rennsitz samt offiziellem GT-Lenkrad auf die virtuellen Strecken. Bevor ihr jedoch auf einen der Kurse dürft, fällt euer  Blick auf die komplett überarbeiten Menüs. Die Entwickler waren hier sichtlich darauf bedacht Ordnung und Übersicht zu schaffen. Heraus gekommen ist eine Struktur, die in vielen Teilen an die Cross-Media-Bar der PlayStation 3 erinnert. So könnt ihr nun schnell und einfach entscheiden, ob ihr euch in der Garage umsehen,  in den Arcade Modus stützen, oder doch lieber die Rennfahrer- Karriere starten wollt.

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Besonders der Karriere Modus von „Gran Turismo 6“ ist merklich überarbeitet worden. Wie immer startet ihr mit einem mageren Grundgehalt, das gerade so für einen Kleinwagen reicht. Mit diesem verdient ihr euch dann eure ersten Sporen. Habt ihr ein Rennen beendet, wird Veteranen sofort auffallen, dass die Bronze-, Silber- und Goldtrophäen nun einer Bewertung mit Sternen gewichen sind. Je besser ihr abschneidet, umso mehr Sterne bekommt ihr letztendlich. Mit diesen Sternen könnt neue Rennen und schließlich höhere Rennserien freischalten. Als wäre dies nicht Anreiz genug, werden euch durch eine entsprechende Anzahl von Sternen Führerscheinprüfungen und Spezial-Herausforderungen zugänglich gemacht. Toll! Denn so ist die Motivation möglichst hoch auch wirklich bis in die Extremserien mit den richtig scharfen Karren vorzudringen.

Neben den Sternen bekommt ihr nach den Rennen natürlich wieder Credits auf eurer virtuelles Konto, mit denen ihr euch dann neue Kisten zulegen könnt. Der Fuhrpark von „Gran Turismo 6“ ist – wie nicht anders zu erwarten –  noch eindrucksvoll erweitert worden. Erfreulicherweise halten sich trotz der unglaublichen Anzahl von 1200 Fahrzeugen Qualität und Quantität die Waage. Vom Kleinwagen hin zum Konzeptfahrzeug lässt sich alles per Knopfdruck in die eigene Garage verfrachten. Und bei Namen wie dem pfeilschnelle und wendigen KTM X-Bow, sollte selbst das europäische Autoherz einen Freudensprung machen.

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Zudem gibt es nun keine Zwei-Klassen-Gesellschaft unter den Fahrzeugen mehr. Die Einteilung zwischen Premium und Standard Ausführungen wurde ad Acta gelegt und alle Vehikel strotzen vor Details inklusive Cockpitperspektive. Selbiges gilt auch fürs Schadensmodell, bei dem ihr jedoch keine umherwirbelnden Teile erwarten solltet.

Um ordentlich Meter machen zu können, findet ihr in „Gran Turismo 6“ satte 37 Orte mit 100 verschiedenen Layouts. Besonders die realen Strecken wurden nochmal bis auf den letzten Zentimeter genau vermessen und überarbeitet, so dass ihr auch wirklich jede Bodenwelle spüren könnt. Eingeteilt werden die Kurse in die verschieden Kategorien Welt, Original, Stadt,  Staub und Schnee. Besonders die neuen Strecken wie zum Beispiel Brands Hatch sind dabei echte Highlights.

Vorschau-Gran-Turismo-6-Bild-4Die letzten Zehntel haben die Entwickler nochmal bei der Performance der PlayStation 3 rausgeholt. Dank neuer Engine und komplett überarbeitem Physik und Aufhängungs-Modell, kommt ihr einem realen Fahrerlebnis so nah wie noch nie zuvor. Dabei sieht „Gran Turismo 6“ nebenbei auch noch atemberaubend gut aus. Selbst Autos wie der kleine Honda Jazz sind von der Felge bis zum Aussenpiegel 1:1 mit Liebe in „Gran Turismo 6“ nachmodelliert worden. Speziell in den Showrooms und den Wiederholungen nach den Rennen möchtet ihr euch eigentlich gar nicht satt sehen. Hier bekommt ihr fast das Gefühl, dass der Qualitätssprung auf die nächste Generation von Spielen wie Drive Club gar nicht so groß ausfällt. Dies ist bei Weitem nicht negativ gemeint, sondern zeigt nur deutlich wie viel Power doch noch in der PlayStation 3 steckt.

Auch auf der Strecke sind mit „Gran Turismo 6“ deutliche Unterschiede zum Vorgänger zu verzeichnen. Dafür sorgt das verbesserte Physik-und Aufhängungsmodell. Dank diesem könnt ihr euren Boilden nun noch weiter ans Limit treiben. So spürt ihr deutlich Bodenwellen und das überfahren von Curbs, was zu einem wahren Geschwindigkeitsrausch führt.

Vorschau-Gran-Turismo-6-Bild-5Doch der Augenschmaus „Gran Turismo 6“ geht noch weiter: Und zwar durch das Wettersystem in Verbindung mit der Tageszeit-Simulation. Für den ambitionierten Hobbyfahrer gibt es wohl kaum etwas schöneres als ein Regenrennen bei Nacht oder der aufgehenden Sonne entgegen zu heizen. Aber auch hier wurde noch einen Schritt weiter gedacht. Seid ihr zum Beispiel  im dunkeln bei Regen unterwegs, solltet ihr immer etwas Abstand zu eurem Vordermann halten. Denn dieser schleudert eine Gischt auf, in der sich euer Scheinwerferlicht so spiegelt, dass es schwer ist, den Durchblick zu halten. Solch einen Detailgrad findet ihr derzeit in keinem anderen Rennspiel auf dem Markt.

Andere Neuerungen von „Gran Turismo 6“ fallen jedoch erst beim genaueren Hinsehen auf. Zum Beispiel gibt es nun eine kleine Anzeige links und rechts am Bildschirmrqand, die euch drauf hinweisen, dass ein Gegner sich im toten Winkel befindet. Wirklich praktisch, da ihr so hässlichen Remplern vorzeitig aus dem Weg gehen könnt. Aber auch die viel bemängelten Schatten unter den Fahrzeugen sind nun nicht mehr nur eine schwarze Pixelwolke. Bei all dem Lob gab es jedoch noch Kleinigkeiten die nicht ganz so perfekt scheinen. Zu einem drehen die KI Gegner noch immer zu stumpf ihre Kreise auf der Ideallinie und so kommt es schon zu dem einen oder anderen unschönen Auffahrunfall. Aber auch die Motorensounds sind noch nicht ganz so kernig. Doch genau diesem Problem wird sich wohl der erste Patch gleich nach Release annehmen.

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