Test: Kingdom Hearts 3D – Dream Drop Distance

Wer hätte gedacht, dass ein Crossover zwischen Disney und Square Enix dermaßen erfolgreich sein kann. Über 18 Millionen verkaufte Einheiten ist die Bilanz von nun schon 10 Jahren Kingdom Hearts. Im Zuge des 10. Geburtstages erschien nun der erste 3DS-Ableger der Serie, Kingdom Hearts 3D: Dream Drop Distance. Dabei handelt es sich zwar nicht um den heiß erwarteten dritten Teil der Serie, aber um ein recht umfangreiches Handheld-Spinoff.

Auf der Reise zum Schlüsselschwertmeister

Kingdom Hearts Dream Drop Distance 5Die Geschichte des Spiels schließt direkt an die von Kingdom Hearts Re:coded an und schickt euch auf eine Reise durch die schlafenden Welten. Letztere, von Disney-Filmen inspirierte Areale, besucht ihr abwechselnd mit Sora und Riku. Euer Ziel ist es, diese Welten aus deren „Schlaf“ zu wecken und so Zauberer Yen Sid von eurem Geschick mit dem Schlüsselschwert zu überzeugen. Denn nur als Schlüsselschwertmeister könnt ihr dem Bösewicht Xehanort gegenübertreten. Ihr versteht nur Bahnhof? Kein Wunder, denn die Geschichte von Kingdom Hearts ist sehr komplex und stellenweise ziemlich konfus. Neueinsteiger der Serie werden es anfänglich sehr schwer haben, die Wissenslücken werden jedoch im späteren Spielverlauf durch Rückblenden und Berichte geschlossen – zumindest teilweise.

Dem grundlegenden Spielprinzip ist die Serie allerdings treu geblieben. Wie man es von einem Action-Rollenspiel erwartet, werden Gegnermassen niedergerungen, Erfahrungspunkte gesammelt und neue Fähigkeiten erspielt. Der Schwerpunkt liegt dabei auf der Action, Sidequests sucht ihr vergebens. Im Gegenzug reicht es aber im Kampf  nicht aus, wie wild auf den Knöpfen herumzudrücken, nein, taktisches Vorgehen ist gefragt. Im Verlaufe der Handlung werdet ihr wieder mit verschiedenen Disney-Universen konfrontiert, Der Glöckner von Notre Dam, Pinocchio oder auch Tron: Legacy. Auf Seiten Square Enix’ wartet dieses Mal übrigens nicht die Final-Fantasy-Garde auf euch, sondern Charaktere aus dem Nintendo DS-Hit The World Ends With You.

Neuerungen, wohin das Auge reicht

Kingdom Hearts Dream Drop Distance 3Nachdem sich die Fans über zu wenig Neuerungen der letzten Teile beschwert haben, legt Square Enix nun ordentlich nach. Da wären zunächst einmal die neuen Wesen, sogenannte Traumfänger. Diese bunten Kreaturen kämpfen als Geister entweder an eurer Seite, oder als Albträume gegen euch. Die Geister lösen hierbei die Disney-Helden ab, die euch in vorherigen Teilen der Serie im Kampf beigestanden haben. Insgesamt kann euer Charakter von drei Geistern begleitet werden, welche eigenständig im Kampf agieren, auf Wunsch aber auch kurzzeitig eine Symbiose mit euch eingehen. Im Klartext heißt das: mächtigere Angriffe.

Doch damit nicht genug! Die Geister  gewinnen im Kampf an Erfahrung, können aber auch in alter Tamagotchi-Manier umsorgt und getätschelt werden. Belohnt werdet ihr für diesen spielerischen Ausflug mit Link-Punkten, die euch wiederum Verstärkungen und Zauber bescheren. Wer Lust hat, kann die Geister auch in Turnieren gegen CPU-Geister oder andere Spieler antreten lassen – Pokémon lässt grüßen. Erfreulicherweise sind die neuen Begleiter weniger nervig, als man es sich vielleicht denken könnte. Sie folgen euch eher unauffällig und Menü-Ausflüge, zwecks Pflege der Kreaturen, fallen dank der in Minispiele verpackten Trainingseinheiten unterhaltsam aus.

Kingdom Hearts Dream Drop Distance 4Eine weitere Neuerung ist der sogenannte Freie Fluss. Mit dessen Hilfe könnt ihr über Stangen gleiten und euch von Wänden abstoßen. Euer Charakter wird hierbei von einem Lichtschein umgeben und erreicht ungewohnte Geschwindigkeiten. Auch im Kampf erweist sich der Freie Fluss als nützlich, da eure Angriffe mehr Schaden austeilen und generell das Tempo steigt. Nach einer Weile ist diese Fähigkeit garnichtmehr wegzudenken. Das Spiel profitiert dabei vom höheren Tempo und den akrobatischen Kunststücken.

Einzig und allein die Kamera, ein alte Schwäche der Serie, hat in Kampfsituationen große Probleme. Zu schnell verlieren wir hier die Orientierung, und auch das manuelle nachjustieren nützt uns nicht viel. Apropos Kampfsituationen: In den verschiedenen Welten stoßt ihr immer wieder auf Zufallsgegner, selbst wenn ihr ein Areal mehrfach durchreist. Zwar ist das Kampfsystem gelungen, dennoch kann die schiere Anzahl an Gegnern nach einer Weile nerven. Das führt dazu, dass ihr durchs Level hechtet um Kämpfen aus dem Weg zu gehen. Das ist gerade deshalb sehr schade,  da die Welten viele Geheimnisse für euch bereithalten.

Aus alt mach neu

Kingdom Hearts Dream Drop Distance 6

Eine weitere Neuerung ist der Realitätswandel: Nähert ihr euch bestimmten Objekten und erfüllt gewisse Voraussetzungen, dann steht dieser per Tastendruck zur Verfügen. In jeder der sieben Welten löst der Realitätswandel allerdings etwas anderes aus. In der Stadt Traverse beispielsweise wird der Touchscreen zur Schleuder und das Objekt zum Geschoss. Je nach Welt ist dieser mehr oder weniger sinnvoll und unterhaltsam.

Zu guter Letzt haben wir da noch das Sturz-System. Dafür müsst ihr wissen, dass ihrmit Sora und Riku zwar dieselben Welten besucht, es sich bei diesen allerdings um parallele Versionen handelt. Ihr durchstreift sie also gleich zweimal und besiegt auch jeden Boss doppelt – wenn auch mit einigen Unterschieden. Die Spielzeit je Charakter ist aber zeitlich begrenzt. Läuft die Zeit ab, fällt euer Charakter in einen tiefen Schlaf und ihr spielt mit dem zweiten Charakter weiter. Mittels des Sturzes könnt ihr direkt zwischen den Charakteren wechseln, ohne die Zeit ablaufen zu lassen. Das Ganze klingt erst einmal nach einer künstlichen Verlängerung der Spielzeit, ist es letztendlich aber nicht. Beide Charaktere erleben eigene Geschichten, die in der gesamten Handlung sinnvoll zusammenfließen.

Technik die begeistert

Kingdom Hearts Dream Drop Distance 1Technisch legt Kingdom Hearts 3D: Dream Drop Distance die Messlatte höher an als jedes andere 3DS Spiel. Die Charaktere sehen schlicht fantastisch aus, deren Animationen sind flüssig und absolut stimmig. Hinzu kommt eine fantastische Sprachausgabe, die sich durch das gesamte Spiel zieht. Zwar wurde diese nicht eingedeutscht, dafür fanden aber zum Großteil die Originalsprecher Platz vor dem Mikro. Auch der gelungene Soundtrack sollte in diesem Zusammenhang nicht unerwähnt bleiben!

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