Die Sims 4: Erste Screenshots und Details geleakt Xbox One: Spiele kommen ohne Region Lock

Test: Payday 2

2011 machte das schwedische Entwicklerstudio Overkill das Unmögliche möglich und zeigte uns mit Payday: The Heist einen Weg, wie wir unsere kriminelle Energie ausleben können, ohne jemals dafür belangt zu werden. Auch wenn der Gangster-Shooters an der ein oder anderen Stelle etwas Kritik einstecken musste, gelang den Machern unter dem Strich eine knackige Vier-Spieler Bankraubsimulation. Wir wollten wissen, ob die Entwickler mit Payday 2 noch einen drauf setzten konnten und haben uns für den Test die Clowns-Masken noch mal übergestreift.

Die Auftragslage ist gut

Test: Payday2-1

Viele Wege führen auf die schiefe Bahn, so habt ihr und eure drei Gangster-Kollegen zwar unterschiedliche Lebenswege hinter euch, doch  verbindet euch die Tatsache, dass ihr euren ehrlichen Job irgendwann an den Nagel gehängt habt und euer Lebensphilosophie nun lautet: Vor dem Bruch ist nach dem Bruch. In Payday 2 wählt ihre eure Aufträge mit unterschiedlichem Risiko-Gewinn-Verhältnis auf einem Stadtplan namens Crime.net aus. In 30 dynamischen Missionen könnt ihr zeigen, wie viel Teamgeist und verbrecherisches Potential in euch steckt.

Die Aufträge in Payday 2 sind dabei nicht nur unterschiedlich schwer, sondern unterscheiden sich auch thematisch von einander. Außerdem variieren die Missionen immer ein wenig. So ist das Szenario ein und derselben Mission immer ein bisschen anders. Ihr könnt euch darauf freuen, neben klassischen Überfällen auf Juweliere und Banken beispielsweise auch eure Zerstörungsfreude an einem Einkaufszentrum auszuleben, oder einen Kokain-Transport zu beschützen. Für Abwechslung ist gesorgt!

Test Payday 2Die sechs Missionen aus Payday: The Heist wirken da im Vergleich zum Nachfolger doch ein wenig kläglich. Die Aufträge in Payday 2 sind im Schnitt auch kürzer, wobei mehrtägige Aufträge noch unterteilt sind. In der Regel beginnt ihr eure Missionen im Erkundungsmodus. Hier gilt es nicht aufzufallen und möglichst viele Informationen zu sammeln. Es geht darum Fluchtwege zu erkennen, Wachen ausfindig zu machen und euch einen Überblick zu verschaffen. Sobald ihr euch eure Clownsmaske überstreift gibt’s kein zurück mehr und jede Minute ist kostbar, in der noch kein Alarm ausgelöst wurde.

Dafür ist sehr viel Disziplin und eine gute Absprache zwischen euch und euren Jungs von Nöten. Sind die Gesetzeshüter nämlich einmal alarmiert, erwartet euch eine saftige Shooter-Action und ihr solltet euch schnell die Taschen vollstopfen und verduften, denn die Angriffswellen werden von Mal zu Mal unbarmherziger. Zwischen den einzelnen Vorstößen der Cops könnt ihr euch dann um blockierte Thermalbohrer kümmern, Schließfächer knacken oder eure prall gefüllten Sporttaschen in eine günstige Position für die Flucht bringen. Am Ende der Missionen, wartet noch der abenteuerliche Weg zum Fluchtauto auf euch. Unter gegenseitigen Feuerschutz empfiehlt es sich, Stück für Stück zum rettenden Fahrzeug vorzurücken und die Rübe beim Nachladen unten zu halten.

Test Payday2-9

Die Qual der Wahl

Jemanden, mit dem man gut Pferde stehlen kann, findet man genauso selten, wie einen geeigneten Komplizen für einen Bankraub. Im Crime.net könnt ihr euch neben Aufträge auch Mitspieler für den Multiplayer suchen. Diese gilt es mit Bedacht zu wählen, denn nichts nervt mehr, als ein zufällig ausgewählter Mitspieler, der mit dummen Aktionen dafür sorgt, dass der Alarm ausgelöst wird. Am besten ist es natürlich Payday 2 mit euren Freunden zu spielen und euch per Voice-Chat über euer Vorgehen abzusprechen und Aufgaben zu verteilen.

Test Payday2-7

Angeblich soll es möglich sein, dass ihr während einer Mission von der Polizei unentdeckt bleibt und so schweißgebadeten,  blutigen Feuergefechten aus dem Wege geht. In dem jeder von euch seine Aufgabe kennt, Wachleute lautlos ausgeschaltet werden, Kameras umgangen werden und ihr es schafft neben den, auf mehrere Räume verteilten Geiseln, auch noch ein Auge auf herumstreunende Passanten zu haben, soll der Platzregen aus blauen Bohnen ausbleiben.Schon das Vorhaben nicht entdeckt zu werden macht das Spielerlebnis spannend. Gelingt euch das „ Kunstück“, wie uns in unserem Test zu Payday 2, nicht und der Alarm wird doch ausgelöst, geht es nur noch ums nackte Überleben. Im Feuergefecht tut ihr gut daran, Zivilisten zu verschonen, denn andernfalls wird euch Geld abgezogen und gemeine Scharfschützen eröffnen das Feuer auf euch.

Am Ende jeder Mission werdet ihr mit Moneten und Erfahrungspunkte belohnt. Das Geld könnt ihr in Waffen, Masken und deren Upgrades stecken. Teilweise bescheren euch bestandene Aufträge sogar komplett neue Masken. Nach einem erfolgreichen Job könnt ihr außerdem eine Karte ziehen, wodurch ihr einen kleines Extra obendrauf bekommt: Neue Farben und Verzierungen für die Masken, Extrageld oder Waffenmodifikationen. Wobei  für die Modifikationen von besseren Waffen deutlich mehr Kohle fällig wird, als es noch bei euren ersten Schießeisen der Fall war. Generell gilt die Regel, je erfolgreicher ihr in eurer Gangsterkarriere seid, umso besser die Waffen, die ihr kaufen und  modifizieren könnt. Mit den verdienten Erfahrungspunkten bildet ihr die vier unterschiedlichen Grundtypen Mastermind, Vollstrecker, Techniker und Geist weiter und passt euren Charakter individuell auf euren Spielstil an.

Test Payday2-3

Schwacher IQ aber starke Feuerkraft

Mit der KI ist es bei Payday 2 nicht sehr weit her. Das betrifft neben euren Kameraden im Einzelspieler-Modus, besonders auch auf eure Gegenspieler zu. Während die SWAT-Einheiten ohne Sinn und Verstand die Manier eines hereinströmenden Wespenschwarms an den Tag legen, reicht die künstliche Intelligenz eurer Kameraden nur zum  Verarzten und Schießen aus. Komplexere Aufgaben überfordern eure virtuellen Komplizen leider. Für euch heißt das: Saves knacken, Türen aufbohren, Schließfächer leeren, Beute tragen, Geiseln in Schach halten – alles eure Aufgabe. Dafür können die computergesteuerten Kameraden verdammt gut schießen und eilen euch sofort zu Hilfe, wenn ihr nieder geschossen werdet.

Test Payday2-4

Hinter den Aktionen der Gegner konnten wir keine besondere Taktik oder Strategie erkennen. In einem Moment unseres Tests zu Payday 2 wurde es dann sogar übersinnlich und eine Polizei-Einheit kam aus einem ins Bild hüpfenden Swat-Fahrzeug heraus geschwebt. Neben der KI ist leider auch die Story von Payday 2 ziemlich dünn bis gar nicht vorhanden. Ein Geschichte, die über die Missionsstruktur hinausgeht, wäre schon schön gewesen und  hätte für deutlich mehr Spielatmosphäre gesorgt.

Der gute Soundtrack kann dieses Manko leider nicht komplett ersetzten, sorgt aber für die richtige Stimmung bei den Überfällen. Auch die Soundeffekte selbst sind top. Flop ist dagegen die Grafik von Payday 2 und böse Zungen behaupten sogar, sie würde mit ihrer unsauberen Textur an die Last-Gen-Konsolen erinnern. Auch ist das Spiel für unsere Begriffe ein bisschen zu schwer, so dass die härteren Missionen ohne menschliche Komplizen kaum zu bewältigen sind. Wenn man im Singleplayer-Modus viel erreichen will, sollte man daher entweder sehr multitaskingfähig sein oder eine gewisse Frustrationstolleranz besitzen. Trotzdem ist Payday 2 ein gelungener Koop-Shooter, zumal das Entwicklerstudio klein ist und sein Geld auf ehrliche Weise verdienen muss.

Payday 2 ist seit dem 13. August für PC, PS3 und Xbox 360 erhältlich

Test Payday2-6