Test: Resident Evil – The Darkside Chronicles HD

Schon ulkig, dass die, für die derzeitige Videospielgeneration doch so wichtige, Bewegungssteuerung dann am besten ist, wenn alte Konzepte mit ihr umgesetzt werden. Wenn wir einen Blick in Richtung Wii werfen, dann zählen „Schießbuden“ wie House of the Dead: Overkill und Dead Space: Extraction doch zu dem Besten, was die Hardware zu bieten hat. Dass das Spielprinzip dabei fast so alt ist, wie das Medium selber, soll uns dabei nur sekundär stören. Wir analysieren hier ja schließlich nicht die Innovationsträchtigkeit neuer Steuerungsmethoden, sondern die Umsetzung des Wii-Railshooters Resident Evil: The Darkside Chronicles HD für PlayStation 3.

Schlurfende Schießbude

resident evil the darkside chronicles screenshot 04Hauptakteur in dem „Resi“-Railshooter ist Leon S. Kennedy, der mit Kollege Jack Krauser in Südamerika auf der Suche nach dem ehemaligen Drogenlord Javier Hidalgo ist. Den Berichten nach zu urteilen, steht dieser mittlerweile mit der Umbrella Corporation in Verbindung. Wie es sich für den Resident-Evil-Duktus gehört: Kaum in dem Dorf, dem potentiellen Aufenthaltsort der Zielperson, angekommen, setzen allerlei Untote unserem Heldengespann zu. Auf der Spur des sich vor ihnen ausbreitenden Mysteriums, wühlt Leon in Erinnerungen, was zur Folge hat, dass wir zwischen zwei weiteren Szenarien hin- und herspringen. Hierbei standen Resident Evil 2 und die indizierte Episode Code Veronica Pate. So streifen wir außerdem als Claire Redfield und Leon im Polizeirevier von Racoon City umher  und versuchen mi Steve Burnside und Claire von der Gefängnisinsel Rockfort Island zu fliehen.

Solltet ihr keine Kenner der Serie sein, sollte sich obiger Absatz für euch wie unverständlicher Kauderwelsch lesen. Versteht das bitte nicht als journalistisches Unvermögen, sondern als Aufzeigen des Ist-Zustandes. Ja, Spieler ohne Serienvorkenntnisse werden durch die undurchsichtige Handlung vor den Kopf gestoßen. Fans auf der anderen Seite, fühlen sich durch die Rückblenden umschmeichelt und werden sich das eine oder andere Mal dabei ertappen, wie sie beim Zerschießen von Zombieschädeln in wohlig warmen Erinnerungen schwelgen.

Klassisch mit fehlender Klasse

resident evil the darkside chronicles screenshot 03Von einem Railshooter eine Gameplay-Revolution erwarten? Sorry, falsche Adresse! Resident Evil: The Darkside Chronicles HD ist klassischer Schienen-Shooter in Reinkultur. Auf Blickwinkel und Bewegungen unserer Protagonisten haben wir (zumeist) keinerlei Einfluss, wir beschränken uns darauf, per Move-Controller auf die Gegnerhorden zu zielen und und den Abzug der unterschiedlichen Waffen zu betätigen. Aufgelockert wird das Ganze durch sich gabelnde Wege, an denen wir die Marschrichtung vorgeben, einem wahren Sammelsurium an auffindbaren Gegenständen, wie Munition und Healthsprays, und Quick-Time-Events, in denen wir schnellstmöglich eine oder mehrere Tasten drücken müssen. Zur Hochform läuft das Spiel dann auf, wenn wir einen weiteren Mitstreiter auf unserer Couch sitzen haben. Zu zweit randaliert es sich gleich viel spaßiger durch die Level, schade nur, dass wir auf Online-Partien völlig verzichten müssen.

Für den meisten Diskussionsstoff sorgt die Inszenierung von Resident Evil: The Darkside Chronicles HD. So sind die Kamerafahrten dermaßen effekthaschend verwackelt, dass das eigentliche Zielen und Schießen zu einer Geduldsprobe wird. Wenn Leon, Claire und Co. bei Zombiekontakt jedes Mal so aufgeregt durch die Gegend schwadronieren würden, wie hier, hätten sie sich den Zombietod schon längst verdient. Sollte dann einmal kein Gegner in der Nähe sein, kriechen unsere Protagonisten geradezu durch die Level. Das streckt zwar die Spielzeit, überstrapaziert aber auch schnell unsere Geduld. Die Handlung ist, ganz Serientypisch, kompletter Humbug, dafür aber zumindest unterhaltsamer Trash. Und auch wenn wir die neuen Einblicke auf die Geschehnisse der alten Serienteile begrüßen, ärgern wir uns jedoch ein wenig über allzu offensichtliche Unterschiede zu den Originalen.

resident evil the darkside chronicles screenshot 01Die grafische Ausstattung ist, wer hätte es bei einer Wii-Umsetzung auch anders erwartet, recht mager. Das dem HD-Format allerdings kaum Anpassungen zugestanden wurden, ist ernüchternd. Die durchschrittenen Areale wirken dabei grobkörnig und verlieren sich in matschigen, farbarmen Texturen. Zumindest aber was die Steuerung anbelangt, gibt es keinen Grund zur Beschwerde. Die PlayStation-Move-Controller sorgen für hohe Präzision und verhältnismäßig kurze Reaktionszeiten. Auch per DualShock-Controller könnt ihr euch durch das Geschehen ballern, agiert hierbei allerdings wesentlich träger, als bei der Alternative mit Bewegungssteuerung.

Resident Evil: Darkside Chronicles HD findet ihr im PSN Store für 14,99€

Assassin's Creed 3: Trailer zur AnvilNext-Engine Sleeping Dogs: Neuer Trailer zeigt die blutigsten Kills