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Test: Alan Wake (PC)

review alan wake pc bannerWährend Konsolenspieler den Star-Schriftsteller bereits vor fast zwei Jahren in seinen Urlaub begleiten durften, tappten PC-Gamer im Dunklen. Daran hat sich eigentlich auch zum Rechner-Release nichts geändert, aber diesmal bringen wir Erleuchtung. Buchstäblich.

Klappentext

Alan Wake erscheint am 2. März 2012 für den PC

Im Neudeutsch nennt man es Burnout, Star-Autoren und ingame-Redakteure kennen es als Schreibblockade. Alan Wake ist der virtuelle Stephen King, dessen Verweis natürlich nicht zufällig den Trip eröffnet, der den Autoren auf neue Gedanken bringen soll. Alans Frau Alice organisierte einen Urlaub im verschlafenen Städchen Bright Falls und solange man das Örtchen, seine Vorfreude auf das berühmte Hirschfest und seine herrlichen Landschaften im sonnendurchfluteten Glanz goutiert, ist die Welt in beschaulicher Ordnung.

Alan sollte es als Genre-Schreiberling eigentlich besser wissen – je idyllischer, desto abgründiger. Bereits bei Anreise verweist das Spiel auf einen weiteren Meister des Doppelbödigen und man fühlt sich unweigerlich an David Lynchs surreale Kleinstadt-Thriller Twin Peaks oder Blue Velvet erinnert. Gekonnt entfalten die Schweden von Remedy den amerikanischen Postkarten-Kitsch, als Wake in einem Diner zu einer merkwürdigen Schlüsselübergabe eintrifft. Hier empfangen uns bereits die ersten schrulligen bis mysteriösen Charaktere, die im Verlauf des Abenteurs noch gewichtige Rollen einnehmen werden.

Nach dem Einchecken überschlagen sich die Ereignisse. Gerade noch genossen Alan und der Spieler im Garten des Ferienhauses einen betörenden Sonnenuntergang, kurz darauf sehnt man sich nach dem gleissenden Licht der Mittagssonne. Alice ist verschwunden. Die Ferienhütte scheint nie existiert zu haben und Alans Alpträume entwickeln sich in der einsetzenden Nacht zu einer überaus realen Gefahr. Musik schwillt an – Ende von Episode 1!

düsterer Wald, Nebel, Leere... oder doch nicht?

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Serien-Spieler

Bevor die DLC-Hysterie ausbricht: das gesamte Spiel ist in “Folgen” unterteilt, die mit kleinen In- und Outros versehen sind. Jede Episode ist in angepasste Spannungsbögen und Cliffhanger gegliedert. Diese Serienstruktur ist ein gelungenes Instrument, um ein Spiel auch auf lange Sicht spannend zu halten. Man muss nicht mitten in der Handlung aussteigen, wenn man eigentlich keine Lust mehr hat oder sich zum nächsten Savepoint schleppen, um dann später an einem willkürlichen Zeitpunkt wieder einzusteigen. Alan Wake präsentiert sich in prima abgestimmten Häppchen – ein Prinzip, das Schule machen darf.

Die Entwickler hatten Alan Wake ursprünglich in einem OpenWorld-Setting angekündigt. Kaum vorstellbar, wie das funktionieren sollte. Das Spiel lebt von seiner Geschichte, die eine diktatorische Erzählung unabdingbar macht, um seine Dramatik nicht zu verspielen – im wahrsten Sinne des Wortes. Alan ist auf der nervenaufreibenden Suche nach seiner geliebten Frau und versucht verzweifelt, den vollkommen irrealen Vorgängen in Bright Falls auf den Grund zu gehen. Und dazwischen noch irgendwo Bowlen oder jemanden 10 Thermoskannen besorgen? Nein, Wakes Vorgehen ist so straight angelegt wie eine TV-Nacht mit den schönsten Bahnstrecken Deutschlands. Schlenker leistet man sich allenfalls um Raum für das Einsammeln von Thermoskannen und Manuskriptseiten zu bieten. Diese Seiten entstammen aus Wakes neustem Werk namens “Abreise”, das die Vorgänge im Spiel näher beleuchtet, Personen erklärt und sogar Ereignisse vorwegnimmt. Später giert man regelrecht nach diesen Blättern, schlüssiger kann ein Glossar die unheilvolle Atmosphäre kaum bereichern.

Einige Fahrzeug-Passagen scheinen Überbleibsel des alten Ansatzes der offenen Welt zu sein, die vermisst beim banalen Getucker allerdings wohl kaum einer. Alan Wake begeistert hingegen mit seinem Pacing. Es gibt keine Leerläufe, trotzdem sind viele beschauliche Momente vergönnt, sei es für das Sightseeing eines der vielen Panoramen oder das Schlendern durch die eigene Stadtwohnung während einer Rückblende. Es ist keine Nonstop-Tour-de-Force des Schreckens, denn Remedy weiss, was sie an ihrem Hauptdarsteller haben. Er wird mit unzähligen und hervorragend inszenierten Sequenzen sorgfältig zu einem Charakter ausgebaut und nicht als schnöder 08/15-Waffenhalter verheizt.

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