Test: Spirit Camera – Das verfluchte Tagebuch

Zeitgleich zum Wii-Release von Project Zero 2 (ingame-Test: 8.5) hat Tecmo Koei auch ein Spin Off des Fatal-Frame-Franchises für den Nintendo 3DS im Gepäck. Spirit Camera: Das verfluchte Tagebuch setzt dabei besonderen Fokus auf den Gebrauch der Augmented-Reality-Funktion des Handhelds. Der Hauptprotagonist wird in diesem Titel mit einem seltsamen Tagebuch, einem mysteriösen Mädchen und einem üblen Fluch konfrontiert. Ob uns die AR-Spielerei das fürchten lehrt, wirklich unterhaltsam ist oder idealerweise beides im gleichen Atemzug bewerkstelligt, erfahrt ihr im Folgenden!

3DS Obscura

Spirit Camera das verfluchte tagebuch Screenshot 01Die Geschichte des Spiels dreht sich um ein geheimnisvolles, violettes Tagebuch und um die Camera Obsucra, in deren Besitz der Spieler unverhofft kommt. Der 3DS nimmt hier die Rolle der Kamera ein und das dem Spiel beiliegende AR Büchlein, die des Tagebuchs. Mysteriöser Weise scheint die Kamera auf das violette Tagebuch zu reagieren und ehe wir uns versehen, finden wir uns plötzlich in einer seltsamen Villa wieder. Mit Hilfe des Mädchens Maya gelingt es nach einigen seltsamen Geschehnissen aus diesem Gebäude zu flüchten. Stellen wir sie zur Rede, so erfahren wir zu diesem Zeitpunkt jedoch nicht allzu viel, da sie ihr Gedächtnis verloren hat. Nur eines weiß sie: Sie hat sich lange Zeit in dem Haus vor der Frau in schwarz versteckt, die anderen Menschen die Gesichter klaut. Jetzt, da wir selber das Tagebuch verwendet haben, lastet der Fluch auch auf uns.

Zurück in der alternativen Realität

Mit Spirit Camera: Das verfluchte Tagebuch kehrt auch ein bislang viel zu selten verwendetes Feature des Nintendo 3DS zurück: Die erweiterte Realität. Tecmo Koei hat hier zudem nicht nur beiläufig auf diese Funktion gesetzt, sondern über das gesamte Spiel hinweg Gebrauch gemacht. Dementsprechend liegt dem Spiel auch ein kleines, 16-seitiges AR-Tagebuch bei, das für den Verlauf der Geschichte unverzichtbar ist. Auch das Mädchen Maya findet sich so ständig in den eigenen vier Wänden wieder, die uns die ganze Geschichte über zur Seite steht – im wahrsten Sinne des Wortes.

Spirit-Camera-Das-Verfluchte-Tagebuch-Test1Zwar wurden vielerlei interessante Ideen mit der Augmented Reality umgesetzt, die uns auch hin und wieder den einen oder anderen Schauer über den Rücken jagen, doch gibt es hier auch einiges an Kritik zu üben. Insbesondere das Erkennen der Tagebuchseiten kann häufig problematisch sein, da die Belichtungsverhältnisse wirklich absolut ideal sein müssen. Ist es auch nur ein bisschen zu dunkel oder zu hell kommt es immer wieder zu störenden Problemen in der Erkennung. Auch ist die intensive Nutzung der AR-Funktionen ein zweischneidiges Schwert, da sich das Spiel so nicht zu jeder Gelegenheit nutzen lässt, wie beispielsweite auf Reisen.

Aber natürlich hat das System auch viele Vorteile: So gibt es, neben einigen interessanten Rätseln, auch Kampfsequenzen gegen verlorene Seelen, die irgendwo in den eigenen Räumlichkeiten auftauchen. Dabei liegt es dann an uns, sie durch das Objektiv der Camera Obscura aufzuspüren. Befinden sich die Geister im Visier, sammelt sich die Kraft der Kamera in Punkten gesammelt. Sobald der Zielkreis von Gelb auf Rot wechselt, gilt es den Auslöser zu betätigen, um auf diese Weise dem Geist Schaden zuzufügen oder Angriffe abzuwehren. Je mehr Punkte gesammelt worden sind, umso größer der angerichtete Schadenswert.

Spirit-Camera-Das-Verfluchte-Tagebuch-Test3Neben der Hauptgeschichte, sowie einer erweiterten, die nach dem Durchspielen freigeschaltet wird, sind dem Spiel auch noch zwei weitere Modi hinzugefügt worden. Der Modus „Geisterkamera“ bietet hier so einige Gimmicks, wie die Geisterfotografie, bei der auf geschossenen Bildern Geisterhinzugefügt werden. Der wesentlich interessantere Modus „Besessene Seiten“ bietet hingegen einige AR-Minispiele, die allesamt zahlreiche Herausforderungen bieten.

Die Technische Umsetzung

Abgesehen von Problemen im Bereich der Belichtungsverhältnisse kommt der Titel technisch ganz solide daher. Die Charaktermodelle der Figuren sind angemessen, wenn auch hier der Gruselfaktor etwas höher sein könnte – insbesondere bei jenen, die ihr Gesicht verloren haben. Besonders attraktiv wirkt jedoch die japanische Villa, in die es den Spieler hin und wieder (leider viel zu selten) verschlägt. Hierbei wandert der Spieler auf einem festgelegten Weg durch die Räumlichkeiten und kann sich währenddessen frei umsehen. Auch im Bereich der Soundkulisse wurde gute Arbeit geleistet. Sogar die Möglichkeit, auf die japanische Vertonung umzuschalten, wurde integriert. Etwas schade ist jedoch, dass nur ein geringer Anteil der Dialoge eingesprochen wurde.

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