Test: Splinter Cell – Blacklist

Wenn Sam Fisher heute in den Spiegel schaut, würde er sich vermutlich selbst nicht wiedererkennen. Mittlerweile hat der ehemalige Third-Echelon-Agent, der mehrfach die Welt gerettet bzw. die Interessen der USA gewahrt hat, so einige Einsätze hinter sich gebracht. Seit 2002 treibt sich der Mann mit den grauen Schläfen und dem charakteristischen Nachtsichtgerät auf dem Kopf nun auf diversen Plattformen herum und nicht nur optisch hat er sich in der Zeit stark verändert.

Neue Einheit, alte Probleme

Im neuesten Teil der Serie, Splinter Cell – Blacklist, ist Sam Fisher nicht länger nur der Agent, der im Einsatz seine Haut riskiert. Als Anführer der neu gegründeten Fourth-Echelon-Einheit gibt er jetzt selbst den Ton an und untersteht mit seinem Team direkt der Präsidentin der Vereinigten Staaten. Moment, der Präsidentin? Da war doch was … genau, denn Splinter Cell – Blacklist macht genau dort weiter, wo Splinter Cell – Conviction aufgehört hat. Nachdem Sam Fisher im Vorgänger seine Tochter und die Präsidentin gerettet, den eigenen Ruf rehabilitiert, eine Verschwörung in den eigenen Reihen aufgedeckt und Freund Victor Coste gerettet hat macht er nicht einfach das, was andere Menschen tun würden. Für einen Urlaub ist aber sowieso keine Zeit, denn ein neuer Feind bedroht die USA.

Test: Splinter Cell – Blacklist

Die Terrortruppe, die sich die Engineers nennt, stellt ein Ultimatum auf und fordert von den Vereinigten Staaten, ihre im Ausland stationierten Truppen zurück nach Hause zu holen. Ansonsten würden Anschläge auf US-Einrichtungen verübt, die der Reihe nach von der namensgebenden Blacklist abgearbeitet werden sollen. Einer dieser Anschläge wirft euch dann gleich zu Beginn der Handlung in die Geschichte und macht es klar: In Splinter Cell – Blacklist liegt es an euch, die Schuldigen zu finden und weitere Anschläge zu verhindern! So weit zur Story, von der wir an dieser Stelle aber nicht zu viel verraten wollen.

Nur so viel: Tom Clancys Name bürgt für die übliche Qualität. Bitterböse Terroristen, eine weltumfassende Verschwörung und die Lösung des Puzzles durch tapfere US-Agenten sind weder neu noch überraschend, dafür aber packend inszeniert. Außerdem treffen Serienkenner auf viele alte Bekannte und es wird direkt auf Vorkomnisse der bisherigen Splinter Celll Serie genommen. Sich ein wenig in der Geschichte der Reihe auszukennen kann also nicht schaden. Mit Splinter Cell – Blacklist liefert Ubisoft hier einen Thriller ab, der in dieselbe Kerbe haut wie beispielsweise die Jason Bourne Reihe im Kino.

Test: Splinter Cell – Blacklist

Sam Fisher schlägt sich so durch

Und “haut” ist hier ein ganz gutes Stichwort, denn Splinter Cell – Blacklist spart nicht mit der Ausübung von Gewalt. Das kann man mögen oder nicht, gerade nach den ersten gezeigten Spielszenen ging aber ein Aufschrei durch die Reihen der Fans. So wurde hier ein rabiater Sam Fisher gezeigt, der hauptsächlich mit Waffengewalt gegen seine Feinde vorgeht und auch vor Folter nicht zurückschreckt. Zumindest teilweise können wir hier Entwarnung geben. Sam ist in Splinter Cell – Blacklist nicht weniger rabiat im Umgang mit seinen Gegnern als in Conviction und scheut sich auch absolut nicht davor, mehr als handgreiflich zu werden.

Vor allem in den Cutscenes wird ordentlich zugelangt, gleichzeitig habt ihr als Spieler aber auch oft die Entscheidungsmöglichkeit, bis zum Äußersten zu gehen oder Gnade walten zu lassen. Unter Umständen müsst ihr dann mit den Konsequenzen leben, unserer Erfahrung nach hat das aber wenig bis gar keinen Einfluss auf den allgemeinen Verlauf der Handlung. Zum Actiontitel verkommt Splinter Cell – Blacklist aber nicht und ihr könnt das Spiel so spielen, wir ihr es wollt.Test: Splinter Cell – Blacklist

Level-Up im Paladin

Ubisoft treibt den Ausbau von Rollenspielelementen voran und bietet euch hier drei unterschiedliche Vorgehensweisen an: Als sogenannter Ghost besinnt ihr euch auf die Schleichelemente der Serie, versucht möglichst nicht von Gegnern gesehen zu werden und wendet keinerlei tödliche Waffen an. Oder ihr bevorzugt als Assault Feuerwaffen und bringt eure Feinde im offenen Kampf endgültig unter die Erde. Als Zwischenform bietet sich der Panther an: Leise und tödlich räumt ihr in Splinter Cell – Blacklist alles aus dem Weg, was sich zu weit in den Schatten vorwagt, in dem ihr lauert. Das wird nur ein wenig schwierig bei den Hunden, die euch auch ohne euch zu sehen mit ihren feinen Nasen aufspüren können.

Test: Splinter Cell – BlacklistEgal für welches Vorgehen ihr euch letztendlich entscheidet, für jede Aktion erhaltet ihr am Ende einer Mission genau aufgeschlüsselte Punkte, die ihr online mit euren Freunden vergleichen könnt. Außerdem gibt es Geld, das ihr in bessere Ausrüstung und eure fliegende Kommandozentrale, das Paladin genannte Flugzeug, investieren könnt. So darf jeder Spieler seinen Vorlieben entsprechend neue Ausrüstung freischalten und in verschiedenen Konfigurationen hinterlegen. Hier hat sich Ubisoft anscheinend von SEGAs Alpha Protocol, dem selbsternannten Espionage RPG, inspirieren lassen.

Bei der Spielbarkeit hat sich indes nicht viel getan. Wer Conviction gespielt hat, wird sich bei Splinter Cell – Blacklist sofort wie zuhause fühlen. Sam Fisher bewegt sich geschmeidig durch die verschiedenen Level, welche die üblichen Schauplätze abdecken: So gilt es in Lybien, Venezuela und dem Irak Einsätze durchzuführen, aber auch London und diverse Städte in den USA sind mit von der Partie. Die Schauplätze sind – ganz so, wie ein Sam Fisher es braucht – schön unübersichtlich und bieten mehr als nur einen Weg, um ans markierte Ziel zu gelangen. So lassen sich Gegner gut umgehen oder heimlich überrumpeln und anschließend verstecken.

Test: Splinter Cell – Blacklist

Wer geheime Routen entdeckt, bekommt am Ende sogar Extrapunkte gutgeschrieben, insgesamt vermissten wir hier aber schon ein wenig die spielerische Freiheit. Sam Fisher kann nicht über jedes Hindernis hinweg flanken, nicht an jeder Wand hinaufklettern oder an jeder Stelle zum angrenzenden Sims hinübergreifen. Hier limitiert sich Splinter Cell – Blacklist ein wenig selbst und bietet nicht ganz die Möglichkeiten eines Assassins Creed. Dafür gewähren die unterschiedlichen Gadgets ein wenig Abwechslung. Neben tödlichen Waffen kann auch immer auf nichttödliche Varianten zurückgegriffen werden, außerdem stehen euch in Splinter Cell – Blacklist Granaten, Minen, Haftkameras und sogar Drohnen zur Verfügung. Auch die Waffen ausgeschalteter Gegner könnt ihr benutzen, für Abwechslung ist also gesorgt.

Mehrspieler-Mehrwert

Auch für eine ordentliche Mehrspielerpartie ist Splinter Cell – Blacklist die richtige Wahl. So gibt es erneut den von der Singleplayer-Kampagne losgelösten Coop-Modus, in dem ihr die Rolle von Fourth Echelon Anführer Sam Fisher und Agent Isaac Briggs übernehmt. Diese Missionen könnt ihr online, aber auch offline im Splitscreen spielen … außer auf der Wii U. Ubisoft versteht den Modus als eigenständigen Part von Splinter Cell – Blacklist und hat sich dementsprechend viel Mühe damit geben. Ein weiteres Highlight ist die Rückkehr des Spies vs. Mercs Modus, in dem ihr mit bis zu 8-Mann starken Teams gegeneinander antretet. Eine Seite stellt dabei die Agenten und verfolgt heimlich und von allerlei Spielereien unterstützt seine Ziele. Das andere Team, die Söldner, bevorzugt hingegen brachiale Waffengewalt und ist stark gerüstet. Welten prallen hier aufeinander und genau darin liegt auch der Reiz.

Splinter Cell – Blacklist erscheint am 22. August auf Xbox 360, Playstation 3, PC und Wii U

Test: Splinter Cell – Blacklist

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