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Test: Steel Battalion – Heavy Armor

Wer erinnert sich noch an das 200 Euro teure Steel Battalion, das 2003 in Europa für Microsofts erste Xbox erschien? Der Grund für den außergewöhnlich hohen Preis: Das Spiel wurde zusammen mit einem monströsen Controller ausgeliefert. Dieser war dem Innenleben eines Mechs nachempfunden, besaß rund 40 Knöpfe, zwei  Joysticks und unzählige LED-Lämpchen. Dadurch gelang es Capcom dem Spieler etwas wirklich Außergewöhnliches zu bieten – die Resonanz der Fachpresse fiel durchweg gut aus. Nun, rund neun Jahre später, bringt Capcom einen Nachfolger auf den Markt, der allerdings nicht mit einem beiliegenden Controller daherkommt, sondern gänzlich auf Kinect setzt.

Terminator kommt später

Steel-Battalion-Screenshot2Wir schreiben das Jahr 2082: Es herrscht Krieg, Supermächte kämpfen um die Herrschaft des Planeten. Der Verlauf des Kriegs zwingt die Armee der USA dazu, ausgedehnte Invasionen auf Gebiete zu beginnen, die einst ihr eigener Grund und Boden waren. Durch einen Virus funktionieren modernste Technologien nicht mehr, weshalb in diesem Krieg nur primitive Waffen eingesetzt werden. Die größte Gefahr geht dabei von den Vertical Tanks (VT) aus. Mit diesen dieselbetriebenen, mit Röhrenmonitoren ausgerüsteten, panzerähnlichen Maschinen zieht ihr in den Krieg. Dabei schlüpft ihr in die Rolle von Leutnant Powers und habt stets ein Team von drei Personen um euch.

Mit der Konservendose in den Krieg

Bevor ihr euch aber in echte Gefechte begebt, müsst ihr zunächst eine kurze Einführung  hinter euch bringen. Hier lernt ihr das Innenleben eures VTs kennen, aber auch, wie einzelne Elemente bedient werden müssen. Einen Controller benötigt ihr hierzu nicht, denn wie es doch so werbewirksam heißt: „Du bist der Controller“! Gespielt wird fast ausschließlich in sitzender Position. Mit beiden Armen könnt ihr diverse Hebel, Schalter und Konsolen bedienen. Um aus der oberen Lucke zu schauen ist es dann aber doch einmal nötig aufzustehen. Mit einer typischen Fernglasgeste könnt ihr die Umgebung dann genauer untersuchen und sogar Granaten werfen.

Steel Battalion Heavy ArmorZu eurer Linken und Rechten seht ihr eure Kollegen, die unteranderem eure Waffen nachladen. Nun fragt ihr euch sicher, wie ihr das Biest in Bewegung versetzen könnt. Hierzu dient dann doch der Controller. Streckt ihr beide Arme mit dem Controller in den Händen nach vorn, beugt sich eurer Charakter zum kleinen Ausguck vor und das Spiel wirkt wie ein Ego-Shooter mit Monsterwumme. Während der Handlung verbringt ihr die meiste Zeit in eurem VT, nur während einiger gescripteten Sequenzen schnappt ihr ein wenig Frischluft. Gesteuert wird in solchen Situationen lediglich mittels einfacher Bewegungen, etwa um voranzukriechen oder einen verletzten Kameraden zu packen.

Die sieben Kapitel bieten euch verschiedene Areale: Ob Strand, Stadt oder Wüste, hier kommt ihr nicht zu kurz. Auf die Missionen lässt sich dieser Abwechslungsreichtum leider nicht übertragen, meist gilt es lediglich, diverse Ziele in einem vorgegebenem Zeitfenster auszuschalten. Pro Kapitel erwartet übrigens eine kooperative Mission, bei der online bis zu drei weitere Piloten dem Spiel beitreten können. Übrigens könnt ihr Upgrades für euren VT lediglich in diesen Missionen freispielen. Darüber hinaus sind die Möglichkeiten der Modifizierung eures VTs allerdings sehr begrenzt: Kleine Anpassungen, sowie die Auswahl einer passenden Camouflage sind möglich.

Licht am Ende des Tunnels?

Steel Battalion Heavy Armor Screenshot 04Grafisch und Soundtechnisch dürft ihr kein Meisterwerk erwarten. Zwar ist die Atmosphäre stimmig, jedoch fehlt es an grafischen Feinheiten. Die puppenhaften Figuren, die schwachen Animationen, der niedrige Detailgrad und verwaschene Texturen lassen das Spiel im wahrsten Sinne des Wortes alt aussehen. Dafür hat das Geschehen, sollte einmal der Kampf eröffnet sein, ordentlich Wumms. Doch bei einem Kinect-Titel sind wir natürlich primär an der Steuerung und der Funktionalität interessiert. Zugegeben, anfangs hatten wir so unsere Schwierigkeiten, doch nach und nach weiß man welche Bewegungen zu welchem Ergebnis führen. Wichtig ist hierbei, Kinect entsprechend einzurichten – 2,5 Meter Abstand zum Bildschirm, Raum leicht abgedunkelt – dann klappt die Erkennung in der Regel recht anständig.

Nach einigen Frustmomenten in den ersten Missionen konnten wir nach etwa einer Stunde behaupten, dass Spiel gut unter Kontrolle zu haben. Und siehe da, es kommt ein richtig gutes Spielgefühl auf. Das langsame Herantasten an die Gegner gestaltet sich spannend und die im Kampf nötigen Bewegungen fließen gut in das Spielgeschehen ein. Der Mix aus Controller- und Kinect-Steuerung funktioniert überraschend gut. Hinzu kommt noch ein hoher Schwierigkeitsgrad, der euch oftmals alles abfordert. Mal stirbt einer eurer Kameraden und ihr müsst eure Waffen selbst nachladen, mal ist eurer VT so angeschlagen das er sich nur noch humpelnd fortbewegt.