Gewinnspiel: Contraband [beendet] Cosplay: Comic-Con 2012 - Best-of Superhelden

Test: The Secret World

Elfen, Orks und Zauberer in bunten Fantasy-Welten mögen zwar schön und gut sein, doch auch hartgesottene Spieler von MMORPGs haben irgendwann keine Lust mehr auf die immer gleiche Laier. Von Funcom flatterte uns da Anfang des Monats mit The Secret World eine echte Alternative ins Haus. Bühne und Schauplatz der Handlung ist hier unsere moderne Welt, mit realen Städten wie New York, London und Seoul, in denen die drei Geheimgesellschaften der Illuminaten, Templer und Drachen ihre Hauptquartiere haben. Als neuer Rekrut einer dieser Organisationen sollt ihr eine entscheidende Rolle in dem Kampf um eine dystopische Welt übernehmen.

Mit Schnellstart in den Nebel

test the secret world pc screenshot 01Besonders in den Punkten Handlung und Spielablauf fällt es schwer, ein derart umfangreiches Spiel wie The Secret World komplett in einem Test auszuleuchten. Deswegen wollen wir vorrangig seine Besonderheiten und die Aufgabenstellung des ersten größeren Gebiets, Kingsmouth, beleuchten. Doch fangen wir vorne an: Die Charaktererstellung ist im Gegensatz zu anderen Spielen des Genres schnell abgeschlossen. Unterschiede zwischen den drei wählbaren Fraktionen sind kaum vorhanden und optisch gibt es leider nur wenige Anpassungsmöglichkeiten. Danach geht es auch schon direkt los, jedoch ohne wirkliche Erklärungen. Fest steht nur, dass euer Charakter über besondere Fähigkeiten verfügt, weshalb die gewählte Fraktion auf euch aufmerksam wird.

Nach kurzer Ausbildung werdet ihr zur Unterstützung eurer Fraktion nach Kingsmouth geschickt – eine von zahlreichen Städten, die von Monstern aller Art geplagt werden.Eure Aufgabe besteht also darin nicht nur Monster zu stoppen, sondern auch ihre Herkunft zu ergründen und sie auszuschalten. Interessant wird die Kleinstadt jedoch erst durch ihre Bewohner und die zahllosen Nebenquests. Wer strikt der Hauptgeschichte folgt kratzt nur an der Oberfläche des Spiels und lässt sich eine Menge durch die Lappen gehen. Oft wissen die Charaktere spannende Geschichten zu erzählen und wecken das Interesse beim Zuhören und weiteren Erkunden der Stadt.

The-Secret-World-Screenshot-05Dabei konnten wir auch an uns selbst eine interessante Entwicklung mit dem Fortlaufen der Handlung ausmachen: Zwar folgten wir anfangs noch recht linear unseren Befehlen, aber mit der Zeit begannen wir uns mehr und mehr für die Menschen am Wegesrand zu interessieren. So erfuhren wir auch einige Dinge über die anderen Fraktionen, bekamen jedoch auch Kritik an unserer eigenen zu hören. Man merkt es vielleicht nicht direkt, aber mehr und mehr waren es nicht mehr die Zombies aus Kingsmouth, die uns Sorge bereiteten, sondern die Menschen, die sie zu kontrollieren versuchten. Das Spiel sät unterbewusst Zweifel, genau da wo es sie haben will. Das sorgt für eine zunehmende Besorgnis über die eigenen Taten und gibt dem Spiel sogar eine gewisse gesellschaftskritische Note.

Mit Feinden und Freunden

Auch an die PvP-Fans und Teamspieler hat man mit The Secret World gedacht. Ersteres lässt sich in drei Arealen ausüben, von denen jede Fraktion eins beherrscht. Wahlweise duelliert ihr euch hier auf kleinen Schlachtfeldern oder in den großen Kriegsgebieten. Letztere sind dabei sozusagen ständig aktiv, weshalb es hier wirklich immer mit bis zu über 200 Mann zur Sache geht. Neben Quests, die ihr hier ebenfalls erfüllen könnt, ist es möglich sich und seinen Charakter zu spezialisieren – sei es auf Kampf, die Defensive oder das Heilen der Mitspieler. Danach geht es, leider unter heftigsten Rucklern und anderen technischen Einbußen, in die Schlacht um die Vorherrschaft über die auf der Karte verteilten Spawn-Punkte. Je mehr eure Fraktion davon in ihrer Hand hat, desto größer ist eure Auswahl an zusätzlichen Wiederbelebungspunkten zu eurer Basis.

The-Secret-World-Screenshot-06Wer mehr auf ein heiteres Miteinander steht, der sollte sich in einen der acht verfügbaren Dungeons bzw. Instanzen wagen. Denn die haben es wirklich in sich und erfordern im späteren Verlauf ein gutes Zusammenspiel. Zu erreichen sind jene Bereiche über den Anima und gewähren euch nur Einlass, sobald sich genug Spieler gefunden haben und die Rollen (wie zum Beispiel der Heiler) verteilt wurden. Eure Statuswerte werden den Rollen nach über die Zeit in dem Dungeon entsprechend angepasst. Die Erfahrungspunkte und seltenen Gegenstände, die hier auf euch warten, werden jedoch gut bewacht, hauptsächlich von fünf Bossgegner die euch pro Instanz aufmischen wollen.

Besonders in späteren Instanzen gelingt das einigen Bossen schon fast zu gut. Übermächtig wie sie sind, ist euer Teamwork gefordert, um sich die speziellen Fähigkeiten eines jeden einzelnen zunutze zu machen. Besonders ohne Heiler geht eigentlich gar nichts. Wer jedoch seinem Team zur Seite steht, der kann gleiches von seinen Kameraden erwarten und mit ein bisschen Taktik und genug Ruhe und Zeit werdet ihr so auch die stärksten Gegner zu Fall bringen.

Kämpfen war gestern

test the secret world pc screenshot 04

Beim Kampfsystem von The Secret World geht es da eher klassisch zur Sache. Sieben aktive und passive Fähigkeiten könnt ihr zeitgleich tragen, abhängig davon, welche zwei von insgesamt neun Waffentypen ihr ausgerüstet habt. Die Kämpfe selber sind jedoch leider recht plumb geraten und lassen sich zudem nur schwerlich handhaben. Selbst bei Gegnern des großen Kalibers drückt ihr meist wild auf den Tasten herum, anstatt zu überlegen welche Attacke ihr am besten einsetzt. Das man mit dieser Taktik auch noch Erfolg hat spricht leider ebenso wenig für das Kampfsystem wie seine Steuerung. Statt mit der Maus manövriert ihr euren Charakter mit den WASD-Tasten, was zu fehlender Geschwindigkeit und Genauigkeit führt.

Bezüglich seiner Level-Begrenzung hebt sich das Spiel von Vertretern wie World of Warcraft ab. Ein solches ist bei The Secret World schlicht nicht vorhanden. Wer fleißig genug ist, kann theoretisch irgendwann den Umgang mit allen Waffen meistern. Weiter individualisieren könnt ihr euch durch den Kauf oder Bau neuer Waffen, die ihr außerdem mit geschmiedeten Glyphen noch verstärken könnt. Ohne zu weit ins Detail zu gehen: Ihr könnt mit dem Crafting-System, das stark an Minecraft erinnert, aus eurer Waffe schnell etwas völlig anderes machen.

test the secret world pc screenshot 03

Kämpfe sind jedoch noch lange nicht alles. Ein großer Pluspunkt von The Secret World ist nämlich seine Missionsvielfalt. Besonders die Rätselquests, in denen wir unsere Gehirnwindungen in Wallung bringen müssen, haben es uns während des Tests angetan. So gilt es, das Passwort eines Computers anhand der Hinweise „Musik der Jahreszeiten“ und „1723“ zu erraten. Zusammen mit der Notiz auf einem Foto kamen wir nach kurzem Überlegen auf Vivaldi als Passwort, welcher der Schöpfer hinter „Die vier Jahrszeiten“ war.

Technisch nicht ganz auf der Höhe der Zeit

Vorneweg muss man das Spiel für einige sehr nützliche Funktionen loben. Neben einem Inventar, dem Talentkreis und einer Sammlung an Informationen rund um Charaktere und besuchte Orte lässt sich zudem direkt aus dem Spiel heraus sogar ein Webbrowser aufrufen. Solltet ihr also bei Problemen auch im Chat mal keine Hilfe bekommen, könnt ihr mit Hilfe des Browsers schnell nach einer Lösung suchen, ohne das Spiel schließen zu müssen. Sogar mit Flash-Videos auf YouTube kann der Browser umgehen!

The Secret World Screenshot 07

Bei all dieser Fülle an Funktionen und Menüs erweist sich das Spiel zum Großteil fehlerfrei. Dennoch kam es während unseres Tests auf technischer Seite zu einigen seltsamen Frame-Einbrüchen, da es noch ein paar Probleme mit der Tesselation zu geben scheint. Ein anderer Fehler der zudem auftrat sorgte dafür, dass nachdem ein Gegner uns getroffen hatte, unser Charakter begann, sich im Kreis zu drehen oder rückwärts zu laufen. Besonders bei wichtigen Missions-Kämpfen mehr als ärgerlich, zumal der Fehler nur durch aus- und erneutes einloggen behoben werden konnte.

Auch die Charaktermodelle sind arg kantig geraten und trüben die ansonsten für MMO-Verhältnisse nette Optik von The Secret World. Akustisch stimmt hier ebenfalls alles. Musik samt Soundeffekte erzeugen eine dichte Atmosphäre, passend zur jeweiligen Umgebung. Die Sprachausgabe der meisten Charakter können auch in der deutschen Sprachfassung zum Großteil überzeugen. Das ist auch gut so, denn so kann man getrost auf das Einschalten der überdimensionalen Untertitel verzichten.