Vorschau: Crysis 3

Grafikprotz. High-end Technik. Actionfeuerwerk. Die Crysis-Serie des Fankfurter Videospielentwicklers Crytek lässt sich recht einfach umreißen. Auch Crysis 3, das wir im  Rahmen der EA Prooducer Tour  in München bereits ausgiebig anspielen konnten, wird genannter Attribute wieder gerecht werden.

Der Berg zum Propheten

Crysis 3 Screenshot 0624 Jahre nach den Geschehnissen des Vorgängers, kehrt Nanosuit-Soldat Prophet zurück ins zerstörte New York des Jahres 2047. Die einstige Metropole ist nun eine von Regenwald überwucherte Ruine. C.E.L.L., die Firma, die den Nanosuit erschuf und bereits im zweiten Teil die „Opposition“ mimte, hat die Stadt nun unter eine Nanodom-Koppel gesperrt. Auf offiziellen Kanälen heißt es, dass dies zum Wohle der Menschheit geschah, um die restliche Bevölkerung vor den außerirdischen Invasoren der Ceph zu schützen und deren letzten Einheiten auszurotten. Doch als Prophet erfährt, dass die Nanodomes einzig dem Zweck dienen, C.E.L.L. zur Weltherrschaft  zu führen, macht er sich zu einem Rachefeldzug auf.

Auch wenn der Geschichtsverlauf ungefähr so spannend aufgebaut ist, wie eine Folge der TV-Serie „Pinky und Brain“, konnte Crytek dennoch an der Inszenierung der handlungsrelevanten Momente schrauben. Wo wir uns im Vorgänger noch recht distanziert zum Geschehen gefühlt haben, werden wir bei Crysis 3 durch filmisch rech hübsch eingefangene Sequenzen weiter ins Spiel gesogen. Das passiert sicherlich auf einer recht flachen Ebene, doch bei diesem Shooter erwartet wohl niemand ernsthaft eine oskarreife Darbietung.

Crysis-3-Artwork-01

Nanosuit mit Einschusslöchern

Was aber in jedem Fall auffällt, und den Großteil der Crysis 2-Spieler freuen wird: Der dritte Teil wird kein Spaziergang. Wo wir uns zuvor noch mit der Tarnfunktion allenthalben an Herausforderungen vorbeischleichen konnten, fällt es uns hier, in einem Ceph-befallenen Sumpfgebiet, wirklich schwer, erfolgreich voranzukommen. Erst einmal enttarnt machen die Gegner schnellen Prozess mit uns, sollten wir einmal unbedacht auf offenem Feld stehen. Spielerisch hat sich aber nicht allzu viel verändert. Noch immer nutzen wir die Fähigkeiten des uns angedachten Nanosuits: Tarnen, schneller laufen, höher springen und gegen Schaden abhärten. Neben primärem und sekundärem Ballermann reiht sich nun auch ein Bogen in unser Arsenal ein. Mit ihm können wir Gegner lautlos ausschalten, oder aber (die entsprechende Pfeilmunition vorausgesetzt) verheerenden Schaden anrichten.

In einem Abschnitt stoßen wir auf die uns bis dahin noch unbekannten Scorcher – ein dreibeiniger Mech, der sich aufrichten und Feuer versprühen kann. Unsere Ottonormal-Bleipusten richten nur sehr wenig Schaden an. Spannen wir aber Pfeile mit elektrischer Spannung in die Bogensehne, folgt der Kollaps des mächtigen Gegners auf den Fuß. Grafisch lässt Crysis 3 natürlich wieder seine Muskeln spielen. Auf dem Hochleistungsrechner, auf dem uns der Titel präsentiert wurde, stimmt jedes Detail. Die Areale sind von wilder Vegetation überwuchert, überflutete Straßenzüge schlängeln sich an Ruinen entlang, die von der einstmalig so belebten Metropole deuten. Einen großen Unterschied zur grafischen Qualität des Vorgängers drängt sich zwar nicht auf, stimmig ist das Bild aber in jedem Fall. Wie die Performance auf Konsolen aussieht, können wir derzeit aber leider nicht einschätzen.

Crysis 3 Screenshot 02

Der Schrei nach mehr

Sicher, Crysis 3 ist ein hochpoliertes Prachtstück, aber das Spiel schreit. Es schreit nach mehr. Es schreit nach der neuen Hardware-Generation. Spielerisch haben wir hier ein in Nuancen aufgewertetes Spiel vorliegen, dass aber von Konzeptionierung und grafischer Staffage auf einem ziemlich ähnlichen Niveau wie der direkte Vorgänger spielt. Sicherlich nichts Ungewöhnliches für Sequels – das kennen wir mittlerweile schließlich schon zur Genüge – doch mit neuer Hardwareleistung dürften auch wieder neue Ideen Einzug halten. Und genau das hat Cryteks-Shooterserie dringend nötig.

Shooter-Fans werden aber sicherlich auch mit Crysis 3 wieder ihre Freude haben. Wenn Crytek es schafft, ein wenig Spannung innerhalb der Handlung aufzubauen und die durchaus weitläufigen Level nicht dadurch entkräftet, dass wir uns wieder an der Hälfte dieser Abschnitte vorbeischleichen, hat der Titel das Zeug zu einem Hit. Derzeit bleibt allerdings eher ein wenig Ernüchterung darüber zurück, dass es lediglich mehr vom bereits Bekannten ist. Warten wir also das Erscheinen am 21. Februar ab, und bilden uns dann unser letztendliches Urteil.

Bilder und Screenshots

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Offizielle Seite: Crysis.com
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