Test: Creative MA330 Impressionen: Battlefield 3 - Aftermath

Vorschau: Ni No Kuni – Der Fluch der weißen Königin

Bei Ni No Kuni handelt es sich um eines dieser Spiele, dessen Popularität kurz vor dem Release am 25. Januar 2013 kaum gespaltener sein könnte. Während der Durchschnittsspieler mit dem eigenartigen Titel noch relativ wenig anfangen kann, wird er von Anime-Fans und Rollenspiel-Liebhabern bereits seit Monaten gefeiert. Doch wenn sich Level 5 an einem neuen RPG versucht und dafür sogar das weltberühmte Studio Ghibli mit ins Boot holt, dann dürfen wir einiges erwarten. Ob Ni No Kuni diesen Erwartungen gerecht wird und uns das unbeschreibliche Feeling eines Ghibli-Films auf die Playstation 3 bringt, erfahrt ihr in unserer Vorschau.

Von einem der auszog, das Zaubern zu lernen

Ni No Kuni-Vorschau (1)Ni No Kuni, zu deutsch „Zwei Welten“, folgt der Geschichte des kleinen Olivers, der zu Beginn seines Abenteuers seine Mutter verliert. Vollkommen niedergeschlagen und verzweifelt bekommt unser Held jedoch Hilfe von unerwarteter Seite. Durch seine Tränen zum Leben erweckt, erzählt ihm sein putziges Kuscheltier, dass Oliver seine tote Mutter doch noch retten kann. Dafür muss der junge jedoch in eine fantastische Parallelwelt reisen, um dort seine Mutter zu finden und von den Klauen des Todes zu befreien. Allerdings gestaltet sich das Unternehmen schwierig, denn zuvor muss aus dem kleinen Jungen ein waschechter Zauberer werden. Nebenbei dürfen also auch in Ni No Kuni eine Fantasiewelt und ihre Bewohner gerettet werden. Dass jedoch die Geschichte alles andere als linear ist und eine ganz eigene typische Ghibli-Dramatik entwickelt, darf an dieser Stelle bereits verraten werden.

In erster Linie ist Ni No Kuni jedoch ein Spiel für die jüngere Zielgruppe und so stehen die lustigen Charaktere und Monster, sowie die Begeisterung des Helden für seine neue Rolle klar im Vordergrund. Wer jedoch hinter die Fassade der bunten, liebevollen Grafik schaut und sich auf die etwas kindliche Reise in die Fantasiewelt aufmacht, der wird schnell einen Tiefgang finden, mit dem sich auch ältere Spieler identifizieren können. Erinnerungen an große Rollenspiele der Kindheit wie Secret of Mana sind also durchaus erlaubt und auch in Sachen Gameplay bleibt Ni No Kuni dem typischen Charme japanischer Rollenspiele treu. Leider werden wir jedoch das Gefühl nicht los, dass sich das grandiose Abenteuer von Oliver in Sachen Dramatik und Ernsthaftigkeit noch ein winziges bisschen hätte ausweiten lassen.

Ni No Kuni Vorschau (2)

Epische Kämpfe in guter Tradition

Das Spielprinzip von Ni No Kuni ist eine bunte, konfuse, aber durchaus gelungene Mischung aus Pokémon, Final Fantasy und zahlreichen weiteren Titeln, sodass unser Weg zu einem großen Zauberer und zur Rettung unserer Mutter nur sehr selten eintönig wird. Die eigentliche Handlung findet dabei auf einer liebevoll gestalteten Weltkarte mit Wäldern, Wüsten und prächtigen Städten statt. Doch was wäre ein gutes Rollenspiel ohne actionreiche Kämpfe gegen fiese Monster. Während diesen schaltet die Weltkarte auf einen eigenen Kampfbildschirm um, in dem es darum geht, die optisch eher knuffigen als furchterregenden Gegner auszuschalten.

Ni No Kuni-Vorschau (3)Dazu dürft ihr allerdings nicht nur den Zauberlehrling Oliver in die Schlacht schicken, sondern auch eine ganze Reihe von verbündeten Wesen und ulkigen Kreaturen. Das besondere ist jedoch, dass ihre Lebens- und Magiepunkte auch eure eigenen sind. Wann ihr also zwischen Oliver und den gezähmten Monstern hin und her wechselt, will wohl überlegt sein. Hinzu kommt, dass auch in Ni No Kuni jeder Protagonist und jedes Monster seine ganz eigenen Fähigkeiten und Techniken besitzt, die im Stil von “Stein, Schere, Papier” unterschiedlich effektiv sind. Auch wenn die Kämpfe natürlich eher für jüngere Spieler angelegt wurden, schafft es Level 5 doch immer wieder, uns vor Herausforderungen zu stellen. Insgesamt ist das Spielprinzip also eine runde Sache, die erfahrenen Rollenspieler jedoch selten ihre ganzen Fähigkeiten abverlangt. Einziger Kritikpunkt bleibt das typische Problem von RPGs: Die im späteren Verlauf etwas unnötigen Kämpfe als atmosphärische Killer.

Ghibli-Atmosphäre, über jeden Zweifel erhaben

Doch fast noch wichtiger sind ohnehin die Story und die fantastische Optik von Ni No Kuni. Neben herausragenden und ergreifenden Geschichten wie Chihiros Reise ins Zauberland, Das wandelnde Schloss oder Prinzessin Mononoke, steht Studio Ghibli auch für seinen unvergleichlichen Zeichenstil. Dieser wurde in Zusammenarbeit mit Level 5 nun so überzeugend und flüssig auf ein Spiel übertragen, dass sich die Fans tatsächlich wie in einem Film der Anime-Meister vorkommen werden, denn selten wurden gezeichnete Elemente so reibungslos auf eine 3D-Welt übertragen. Während viele Spieler bei Titeln wie One Piece – Pirate Warriors oder Naruto Shippuden Ultimate Ninja Storm Generations nie wirklich das Gefühl loswerden, dass Anime und Spiel irgendwie nicht das gleiche sind, wirkt Ni No Kuni wie aus einem Guss.

Auch in Sachen Sound kann Ni No Kuni eigentlich kein Vorwurf gemacht werden. Die Musik ist atmosphärisch gelungen und rundet den Hintergrund ab, ohne dabei zu aufdringlich zu wirken. Ein Punkt, der die Spieler jedoch spalten dürfte, ist die Synchronisation. Diese ist nicht in Deutsch verfügbar, sondern nur auf englisch mit Untertiteln. Dafür sind die englischen Sprecher aber gut gewählt und echte Anime-Fans werden es ohnehin vorziehen, die ebenfalls verfügbare japanische Synchronisation zu aktivieren. Es ist eben dann doch nichts so gut, wie das Original.

Ni No Kuni-Vorschau (4)

Offizielle Homepage: Ni No Kuni Game