GTA 5: Take-Two-Chef verrät Details über Download-Inhalte PlayStation 4 / Xbox 720: Splinter Cell-Entwickler glaubt das zukünftig kleinere Titel den Markt bestimmen

Vorschau: PlayStation All-Stars Battle Royale

Nathan Drake eröffnet das Feuer auf den ihm gegenüberstehenden Kriegsgott Kratos. Dieser reißt noch behände seine Kettenklingen empor, wird aber vorher von dem Geschoss niedergerungen. Hinter ihm setzt bereits Sweet Tooth, der verrückte Clown mit feuriger Mähne, zum Sprung an, nur um wenig später den Abenteurer mit einer Ladung Schrot in die Knie zu zwingen. Im kurzzeitigen Ruhm des Siegers badend, übersieht der Verrückte mit der doppelläufigen Bleipuste allerdings, dass sich ihm von hinten der auf einem Skateboard fahrende Parappa the Rapper nähert. Als ihn das Skateboard streift, löst er sich in viele kleine Kreise, Dreiecke, Kreuze und Quader auf, nur um wenige Sekunden später wieder aufzutauchen und erneut den Schlagabtausch gegen seine Gegner zu suchen.

PlayStation Gladiators

PlayStation All-Stars Battle Royale Screenshot 05So oder so ähnlich sieht der tägliche Wahnsinn von Sonys Marken-Mashup PlayStation All-Stars Battle Roayle aus. Bei etwas verhangenem Elb-Panorama durften wir uns sowohl mit den in Hamburg anwesenden Entwicklern von SuperBot Entertainment als auch einigen bereitwilligen Sony-Mitarbeitern spaßige Schlagabtäusche liefern. Dank dem leichtgängigen Gameplay ist die Sache auch ab dem ersten Tastendruck verstanden: Wir schlüpfen in die Rolle eines der Ikonen des Sony-Heimkonsolen-Lineups (oder kooperationswilligen Drittherstellern), und lassen Fäuste, Knarren oder geballte Sackleinen sprechen. Wie die beiden SuperBot-Jungs Daniel Maniago (Community Manager) und Christopher Capili (Lead Environment Artist) es bei ihrer Präsentation so schön sagten: „PlayStation All-Stars Battle Royale ist ein Liebesbrief an PlayStation-Fans. Wir feiern mit ihnen zusammen Vergangenheit, Gegenwart und Zukunft und wollen dabei einfach eine gute Zeit haben.“

Die Ähnlichkeit zu Nintendos Smash-Bros.-Serie ist sicherlich nicht ganz ungewollt. Hier möchte man die bekannten und unter Fans geliebten Marken dazu nutzen, ein kurzweiliges Mehrspieler-Seicht-Beat-‘em-Up zu schaffen, dass der ideale Wegbegleiter für spaßige Zockpartien zu viert vor dem Bildschirm ist. Und nach dem, was wir sehen konnten, dürfte die Rechnung durchaus aufgehen. Denn nicht nur der Einstieg ist kinderleicht, auch der Spielspaß stellt sich bei den durch die Areale geschleuderten Sony-Haudegen schnell ein. Wie SuperBot-Community-Manager und mehrjähriger Beat’em-Up-Profi Daniel Maniago sagt, handelt es sich bei dem System hinter PlayStation All-Stars Battle Royale allerdings keineswegs um einen flachen Button-Masher. „Das Spiel wurde konzipiert, simpel zu sein, sollte trotzdem aber noch Tiefe bieten. Es ist einfach, das Spiel in die Hand zu nehmen und einfach Spaß zu haben, für Profis gibt es aber auch genügend Feinheiten, die zur Perfektion getrieben werden wollen.“

PlayStation-All-Stars-Battle-Royale-Event-02.jpg

Eine ordentliche Handkante

Es heißt also: „Leicht zu erlernen, schwer zu meistern“.  Doch wo wir bei solchen Standard-Floskeln nur müde lächeln können, vergeht uns nach einer Partie mit Prügel-Profi Daniel schnell das Lachen. Selbst zu dritt sehen wir im Kampf gegen den Experten keinen Stich und kassieren saftige Prügel. „Alle Charaktere haben ihre Stärken und Schwächen“, erklärt uns Daniel, während er mich und Kollege Marco mit ein wenig Amüsement auf die Bretter schickt. „Man muss lernen, mit den Charaktereigenschaften richtig umzugehen.“ Während also ein Parappa the Rapper wieselflink durch die Areale hopst und Nahkampf-Attacken austeilt, ist ein Big Daddy wesentlich schwerfälliger, aber auch um eine ganze Ecke stärker. Mit unseren Aktionen laden wir zudem einen Balken am unteren Bildschirmrand bis zu drei Mal auf, den sogenannten „Super“. Das sind Spezialangriffe, die unsere Gegner bei Treffer sofort ins digitale Nirvana befördern. Jeder Kämpfer besitzt dabei natürlich eigene Super-Attacken, die allesamt meist wohlige Erinnerungen in uns wach rufen.

Gerade diese Super-Moves müssen aber gekonnt und rechtzeitig abgepasst platziert werden, damit wir wirklich eine Chance gegen erfahrenere Spieler haben. Dabei ist auch ein wenig Taktieren gefragt. Ist es besser einen etwas schwächeren Level-1-Super auf nur einen Gegner abzufeuern, oder sollten wir lieber auf die dritte Stufe warten, um mit dieser dann alle Kontrahenten gleichzeitig aus dem Rennen zu nehmen? Auch herumliegende Extras, wie Schwert, Raketenwerfer oder Fisch (!) sorgen für weitere Abwechslung in den Scharmützeln. Einen Lebensbalken oder ähnliche Indikatoren findet ihr hier übrigens nicht. Ihr müsst euch merken, wie viel Schläge ihr bereits geschluckt habt und euch entsprechend vorsichtig verhalten.

PlayStation-All-Stars-Battle-Royale-Event-01

Liebesbrief mit Schreibschwächen

Dass SuperBot mit PlayStation All-Stars Battle Royale einen Liebesbrief an Fans schreiben wollen, merken wir bei unserem Probespiel zu jederzeit. Die Arenen sind alle liebevoll den Levels der bekannten Franchises nachempfunden und auch viele Musikstücke kennen wir nur zu gut. Allerdings darf befürchtet werden, dass wir hier wenig Langzeitmotivation finden werden, auch alleine zu Felde zu ziehen. Auch wenn wir das zurzeit noch mit einem großen ABER verbinden dürfen, da wir in die Singleplayer-Aspekte wenig Einblick erhalten haben. „PlayStation All-Stars Battle Royale soll einer jener Titel sein, bei denen sich die Spieler auf der Couch zusammenfinden können oder sich online mit PlayStation 3 oder Playstation Vita spannende Kämpfe liefern können.“

PlayStation All-Stars Battle Royale Screenshot 04Gerade die PlayStation Vita wird stark eingebunden werden, erhalten wir beim Kauf der PlayStation-3-Variante doch gleichzeitig auch den Vita-Ableger. Auch die Crossplay-Funktion steht auf den Fahnen der „All-Stars“: Wir können mit der Vita gegen Heimkonsolen-Kämpfer antreten. Leider scheint das System noch nicht gänzlich ausgereift, konnten wir doch nur mit verkabelten Handhelds spielen. Die Steuerung auf Vita wurde dabei ein wenig umfunktioniert, und wirkte nicht ganz so eingängig wie auf dem Dualshock. Gerade Super-Moves gingen uns auf diese Art schwerer von der Hand, eine nette Alternative bietet Crossplay aber in jedem Fall.

Eine Sache störte uns während der Anspiel-Matches aber trotzdem: Das Bildschirmgeschehen ist extrem wuselig. Hier nach einiger Zeit nicht die Übersicht zu verlieren, fällt schwer. Da bemerkt man stellenweise gar nicht, wenn einer der Kontrahenten einen Super-Move zündet, und bleibt ratlos zurück, warum sich der eigene Charakter denn da gerade in Wohlgefallen hat auflösen müsse.  Aber egal, nachdem Kollege Marco und ich von SuperBots Daniel nach Strich und Faden vorgeführt worden , entschieden wir uns dafür, nur noch im Kooperativ aufzutreten. Christian und Marco, zwei freundliche Kollegen von Sony, boten uns bereitwillig Konter, unterlagen jedoch in drei nacheinander folgenden Matches. Und genau hier liegt die Stärke des Spiels. Mano e Mano von der Couch aus in den Ring gestiegen, macht es doch einfach eine diebische Freude, sich über den unterlegenen Gegner zu amüsieren. Nach Testmustererhalt dürfen unsere Freunde von Sony gern ihre angedrohte Revanche in die Tat umsetzen. Nur die Kollegen von SuperBot dürfen zu Hause bleiben.

PlayStation All-Stars Battle Royale Screenshot 02

Offizielle Seite: PlayStationAllStarsBattleRoyale.com