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Vorschau: Project P-100 (Wii U)

Als wir das erste Mal davon hörten, dass mit Project P-100 Bayonetta- und Vanquish-Schöpfer Platinum Games den Sprung auf Nintendos Wii U gewagt haben, waren wir überrascht. Fühlt sich ein bisschen so an, als ob ein pubertierender Zehntklässler eine Kindergartenparty sprengen würde. Doch Project P-100 weiß sich gut in das restliche Spielangebot zu integrieren, wirkt es im ersten Moment doch wie ein farbenfrohes, kräftig überdrehtes Pikmin mit Actioneinschlag.

Die spinnen, die Japaner

projekt-p-100-screenshot-01Wenn Platinum Games eines können, dann ist es gelungene, extrem japanische Spiele zu kreieren. Da reicht ein Blick auf Bayonetta und seinen überspitzen Artstyle, die sexy Lack-und-Leder-Hexe und seine Hülle an Fanservice Marke „Hilfe, die Kamera lässt sich nicht aus dem Schritt der Protagonistin entfernen“. Für Nintendos Wii U zeigt man sich dabei ein wenig zahmer, wenn auch nicht weniger verrückt. In Project P-100 greifen Außerirdische unseren Planeten mit riesigen Roboterwesen an und drohen, Überraschung, Überraschung, die Welt zu unterjochen. Doch Gott sei Dank gibt es tapfere Superhelden, die den schurkischen E.T.s das Handwerk legen wollen.

Aber ein Superheld ist nur so viel wert, wie seine Anhängerschaft, weshalb unser Herold jede Menge Zivilisten um sich schart. Deshalb erinnert das Ganze auch ein wenig an Pikmin: Schon zu Beginn wuselt eine große Traube von Menschen um unseren Hauptcharakter herum, mit denen wir Gruppenangriffe per Touchpad auslösen können. In dem Level, durch das wir uns schlagen, begegnen wir immer mal wieder bedrohten Zivilisten, die wir nach Rettung durch Umkreisen in unsere Gruppe aufnehmen können. Da die Optik farbenfroh und niedlich, zur gleichen Zeit aber auch extrem effektreich und schnell daher kommt, drängte sich der Querverweis mit den Pikmin einfach auf.

projekt-p-100-screenshot-02Aber spielerisch ist das hier ein ganz anderer Schnack. Bei Project P-100 kommt es vermehrt auf Reaktionsvermögen und Geschick an, und nur im zweiten Atemzug werden die grauen Zellen gefordert. Die zahlreichen Gegner, gerade größere Zwischen- und Endbosse, erfordern eine gewisse Taktik. Da müssen wir Angriffsmustern mit unserer Schildabwehr beikommen, oder Spezialangriffe starten, um wirklich effektiv Schaden anzurichten. Sollten wir von einem Schlag erwischt werden, verlieren wir nicht nur Lebensenergie, sondern auch unsere zivilen Verbündeten, die wir im Folgenden zur Reanimation erneut „einsammeln“ müssen. Außerdem benötigen unsere Spezialangriffe Energie, die wir erst durch Gruppenangriffe wieder aufladen können. Vorsichtiger Umgang mit unseren Ressourcen ist da also Pflicht.

Die Epilepsie-Garantie

Das Geschehen auf dem Bildschirm hat uns, bevor wir das erste Mal das Gamepad in die Hand genommen haben, mehr verstört als gereizt. Kunterbunte Mechs im Kampf gegen eine auf Drogen gesetzte Pikmin-Wusel-Truppe, begleitet von knalligen Effekten und einem frenetischen, recht flinken Gameplay. Da bleibt Übersicht oder Verständnis schon mal wie ein überfahrenes Tier am Wegesrand liegen. Doch im Spiel selber angekommen, legt sich dieser Eindruck nach einer kurzen Einweisung recht schnell. Auch wenn wir Grafik und Look noch immer nicht als schön bezeichnen würden, schenken wir ihr doch das Adjektiv „unverwechselbar“. Etwas, dass die Minispielsammlungen von NintendoLand (ingame-Vorschau: Gut) bis Game & Wario (ingame-Vorschau: Grottig!) nicht für sich beanspruchen dürfen.

projekt-p-100-screenshot-04Das Wii U Gamepad fristet zur meisten Zeit übrigens auch hier sein Dasein als Beiwerk. Lediglich unsere Heldengruppe können wir durch zeichnen auf dem Touchpad formieren, und so nach Hilfe rufende Zivilisten per einkreisen unserer Mannschaft hinzufügen.  Außerdem werden euch auf dem Display stetig 3 verfügbare Spezialangriffe angezeigt, die ihr per Wischgeste auswählen könnt. Das funktioniert alles einwandfrei, aber wirklich weltbewegend ist die Integration des Wii U Gamepads nicht. An einem PlayStation-3- oder Xbox-360-Controller hätte das Gezeigte ebenso gut funktioniert.