PlayStation 4 / Xbox 720: Bioware hält Online-Communities für wichtig Video-Vorschau: Sleeping Dogs

Vorschau: Sleeping Dogs

Gar nicht lange ist es her, da haben wir uns im digitalen Hong Kong von Sleeping Dogs bereits mit Schlangen-Schlag und Kranich-Kick durch den Triaden-Mob torpediert (ingame Vorschau: Gut). Jetzt, einige Monate später, lässt eine Preview-Version noch tiefer blicken. Wir verraten euch, ob sich unser guter Ersteindruck weiterhin bewahrheitet.

Good Cop / Bad Cop

Sleeping Dogs Screenshot 01In Sleeping Dogs mimen wir Undercover-Cop Wei Shen, der sich in Hong Kong am Infiltrieren ansässiger Triaden versuchen darf. Da seine Historie mit der chinesischen Metropole allem Anschein nach keine völlig unbefleckte ist, ist Wei prädestiniert für diesen Job. So schlüpfen wir das erste Mal in die Haut unseres Protagonisten während eines Drogendeals, der allerdings fehlschlägt. Doch durch einen kurzen Aufenthalt hinter schwedischen Gardinen gelingt es Wei Kontakt mit seinem ehemaligen Freund Jackie Ma aufzubauen und sich über ihn in das Herz der Son On Yee – eine jener Triaden, die auf unserer Abschussliste stehen. Folglich gilt es für uns nun, Aufträge für die Führungsriege zu erledigen und die Karriereleiter erklimmen. Während unserer Ermittlungen geben wir uns schließlich nicht mit kleinen Fischen zufrieden …

Auch wenn sich die Charakterisierung unseres Protagonisten recht schablonenhaft liest: Während eurer „Arbeit“ steht euch zumeist die Welt offen. Nicht zwingend müsst ihr zu jederzeit den braven Undercovercop geben.Ihr habt die Auswahl zwischen verschiedenen Nebenmissionstypen, die entweder eine gute Tat als Freund und Helfer darstellen oder aber den Triaden in die Hände spielen. Im Hintergrund errechnet ein Levelsystem dabei euren Stand bei der jeweiligen Gruppierung. Stuft ihr auf, werden Fähigkeitenpunkte in einem von zwei Bereichen freigeschaltet. Außerdem könnt ihr euer Ansehen durch Gefälligkeiten steigern, was euch weitere Optionen, wie zum Beispiel das tragen besonderer Kleidung, ermöglicht.

A Chinese Gangster Story

Sleeping Dogs Screenshot 05Auch wenn das Spiel durchaus spannend erzählt und gut inszeniert ist, erinnert das Ganze doch zu sehr an typische Eastern, um völlig erstgenommen zu werden. Hinter jeder Ecke lauert ein Pack Prügelwütiger, die nichts Besseres zu tun haben, als unserem Protagonisten an den Kahn zu pinkeln. Doch die Entwickler wissen um diesen Umstand und lockern das Geschehen immer wieder durch kleine Witzeleien auf. Gut so, denn auch das eigentliche Gameplay könnte dem bierernst-realistischen Anspruch nicht gerecht werden. Da gibt es kleinere Logikbrüche, Spielhallenfahrphysik und grafische Unausgewogenheiten, die uns dezent aus der Atmosphäre reißen könnten. Aber da wir hier alles nicht vollkommen für bare Münze nehmen, stört uns das nicht weiter – ganz im Gegenteil, durch den leichten Einstieg in die verschiedenen Spielelemente, wie Faustkämpfe, Schusswechsel und Verfolgungsjagden, wird das Spiel zu einem leichtfüßigen, unbeschwerten Open-World-Trip.

Das Endergebnis dürfte eine Mischung aus GTA-Gangsterepos und Saints-Row-Schwachsinn werden. Weder versucht Sleeping Dogs hochdramatisch zu sein, noch der komplette „Pipi-Kacka-Schmonsens“. Einzig und allein beim Open-World-Prinzip dürfte der Titel ein wenig das Nachsehen haben. Zwar wirkt die Stadt lebendig und durchaus authentisch, doch viel zu bieten hat sie nicht. Neben Klassikern, wie versteckten Extras, Klamottenläden und Autohäusern können lediglich Dojo-Lehrstunden, Karaoke-Wettstreits und Essensstände zur kurzzeitigen Attributsteigerung für einen Hauch von frischem Wind sorgen. Wie viel die verstreuten Nebenmissionen letztendlich auf dem Kasten haben, muss sich mit der Vollversion zeigen. Wir haben die Befürchtung, dass sie nur für geringfügige Ablenkung von der Haupthandlung sorgen.

Open-World-ABC

Sleeping Dogs Screenshot 02Abseits des Beiwerks schlagen wir uns durch die genretypische Missionsstruktur, fahren zu Kartenpunkt A, um Mission B zu starten, mischen den Gangstermob auf, schütteln penetrante Polizisten ab oder verpassen unseren Widersachern mit Schießprügel ein drittes Nasenloch, fahren nach getaner Arbeit zu Kartenpunkt C, für einen Abstecher in Mission D … und so weiter und so fort. Doch dieses Wandeln auf ausgetretenen Pfaden ist nicht zwingend etwas Schlechtes. Jedes Element von Sleeping Dogs ist den Entwicklern von United Front Games so gut gelungen, dass es eine Freude ist, Handkanten, Blei und Rammattacken zu verteilen. Revolution geht sicherlich anders, Langeweile aber auch. Wichtig für das finale Produkt ist lediglich, dass sich die Missionen unterschiedlich genug spielen, um uns langfristig zu unterhalten.

Technisch hatte die vorliegende Version noch einige Ecken und Kanten, an denen zu einem Großteil aber sicherlich noch gefeilt wird. Aber selbst in dieser Vorabversion hat sich der Titel sehr flüssig spielen lassen. Außerdem zeigt sich die Spielwelt für einen Open-World-Titel angenehm detailverliebt, was einen Großteil der Authentizität des digital nachgeklöppelten Hong Kongs ausmacht. Lediglich die etwas hölzernen Gesichtsanimationen würden wir uns noch ein wenig überarbeitet wünschen.

Weitere Eindrücke zum Spiel könnt ihr außerdem unserer Video-Vorschau zu Sleeping Dogs entnehmen.