Vorschau: Watch Dogs

Schon mit seiner Ankündigung auf der E3 2012 löste Watch Dogs einen regelrechten Hype aus. Zwischenzeitlich war die Begeisterung um den Open-Wolrd Titel aus dem Hause Ubisoft so groß, dass in jedem zweiten Nebensatz zu GTA 5 Watch Dogs mitaufgenommen wurde. Kurz vor dem Erscheinen der PlayStation 4 und Xbox One entschloss sich Ubisoft den Titel noch einmal etwas nach hinten zu verschieben. Ein dicker Dämpfer für die Begeisterung um den Titel. Nach den neusten Trailern und Ankündigungen scheint die Faszination um den Titel jedoch ungebrochen. So auch bei uns in der Redaktion. Somit haben wir keine Sekunde mit überlegen verschwendet als Ubisoft uns nach Paris einlud, um selbst Hand an Watch Dogs anlegen zu können.

 Paris 10 Uhr

Es ist kurz nach 10 Uhr und wir stehen vor einem  Club mitten in Paris. Vor lauter Vorfreunde was uns in den nächsten Stunden erwarten wird, würden wir liebsten unser Handy zücken und die Sicherheitskamera über uns hacken. Alles nur, um einen besseren Blick erhaschen zu können, auf das was uns in dem Club wohl erwartet. Bevor wir unser Vorhaben in die Tat umsetzen können, werden auch schon hinein gelassen.  Alles ist schwarz. Plötzlich neben uns eine riesige Videoleinwand auf dem Charaktere aufblitzen. Alles wirkt wie die Club-Szenerie aus dem ersten Trailer von Watch Dogs. Schöner kann eine Einstimmung auf ein Spiel wohl nicht laufen.

Watch-Dogs-Vorschau-Bild-7Kurz nachdem wir uns einen Platz an den vorhanden Anspiel-Stationen erkämpft haben, spricht auch schon der Creative Director Jonathan Morin ein paar Worte zu uns. Er wolle uns gar nicht weiter aufhalten und wir sollen so lange und so gut wie möglich in die Welt von Watch Dogs abtauchen. Kein Problem und wir ergreifen das vor uns liegende PS4-Gamepad.

Von Beginn an schlüpfen wir unter Mütze und Mantel von Aiden Aiden Pearce. Dieser ist befindet sich zum Einstieg in einer  Hotellobby in mitten eines Auftrags. Mit der Hilfe seines Komplizen Damien wird kurzerhand das Hotel gehackt um dick abzusahnen. Doch die Sache geht mächtig schief. Hacker Aiden wird plötzlich selbst zur Zielschiebe und bringt nicht nur sich in Gefahr. Auf ihn wird der Killer Maurice Vega angesetzt, der unglücklicher Weise die Tochter Lena seiner Schwester Nicky erwischt. Zudem trennen sich ab dann auch die Wege von Damien und Aiden.

Ein Mann und seine Rache

Watch-Dogs-Vorschau-Bild-1Von nun an seid ihr auf der Suche nach Maurice und dem Drahtzieher der ihn auf euch angesetzt hat. Sechs Jahre später ist es soweit. In mitten eines Baseball Spiel im May-Stadion kann Aiden Maurice dingfest machen. Sollte er ihn töten, hätte er seine Rache. Aber danach würde sich seine Spur im Sand verlaufen. Ein klassisches Dilemma. Was Aiden noch nicht ahnt, durch seinen Rachefeldzug gerät seine Familie erneut ins Kreuzfeuer. Es ist zwar „nur“ ein klassisches Racheszenario, welches aber mit tollem Setting und einer sehr dichte Atmosphäre punkten kann. Wir hoffen an dieser Stelle natürlich, dass die Geschichte noch den ein oder anderen Kniff bereithält um uns auch komplett so vor den Bildschirm zu bannen, wie es bei unser kurzen Gelegenheit der Fall war.

Doch zurück zum Baseballspiel, die erste richtige Mission von Watch Dogs und ein genialer Auftakt. Zu Beginn finden wir uns mit Maurice noch einer der Spielerkabinen im May-Stadion wieder, doch später bahnen wir uns unseren Weg, schleichend an der Polizei vorbei und alles hackend bis nach draußen. Da lief wohl was nicht ganz nach Plan!

Aber mit „Freunden“ wie Aiden sie hat, könnt ihr euch da nie sicher sein. Um den Aidens-Überfall auf Maurice zu vertuschen, hat unsere chinesischer Kollege Jordi Chin mal kurzerhand die Cops auf den Plan gerufen. Keine Schlechte Idee von Jordi, so wirkt das Geschehen wie eine übliche Banden Auseinandersetzung. Einzige Schwachstelle: Wir befinden uns noch im Stadion! Somit müssen wir uns an den Wachen vorbei schleichen, einige ausknocken oder unsere Hacking-Fähigkeiten einsetzen um Sicherheitskamera zu übernehmen oder komplette Sicherheitssysteme zu infiltrieren.

Der Clou an der Geschichte: Um der Situation zu entgehen, lassen wir kurzerhand im gesamten Stadion den Storm ausfallen. Viola das ultimative Chaos um zu entkommen. Kurz darauf sitzen wir auch schon im Fluchtwagen und fliehen vor der Polizei. Ein heiden Spaß. Leider konnten wir nur zwei Story Missionen spielen. Aber diese reichten schon aus, um uns in Vorfreude zu versetzen.

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Trips in Chicago

Nach unserem kleinen Abstecher in die Geschichte folgte Freizeit in der offenen Welt von Chicago. Viele von euch fragen sich sicher, wie groß Watch Dogs Chicago eigentlich ist? Wir können an dieser Stelle zwar keine exakten Zahlen nennen, aber es ist groß! Zwar erreicht die Karte nicht die Größe von GTA V, aber nichts desto trotz ist es ein echter Abenteuerspielplatz für Erwachsene. Insgesamt gibt es fünf große Insel die umgeben sind von jeder Menge Wasser. Durch die Welt geht es dann via Fußbus, Auto, Motorad, U-Bahn , Boot usw. Transportmittel könnt ihr via Telefon ordern oder euch einfach zu nehmen worauf ihr Lust habt und oder was gerade in der Nähe ist. Eure Welt, eure Regeln.

In dieser Welt findet ihr jede Menge Aufgaben mit denen ihr euch sinnvoll oder manchmal auch völlig sinnfrei die Zeit vertreiben könnt. Extrem spaßig gestalten die Digitalen Trips. Besorgen könnt ihr diese bei einer Art Dealer. Wir konnten zwei dieser Trips ausprobieren und hatten besonders an Spider Tanks jede Menge Spaß. Ein Minispiel in dem ihr mit einer riesen Roboter-Spinne alles zerstören müsst was euch im Weg steht. Gibt es etwas besseres als eine riesen Roboter-Spinne. Äh, Nein!

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Viel zu tun

Neben den Trips könnt ihr noch in Geschäfte gehen, Trinkspiele spielen, Autorennen fahren, Hacking-Aufgaben lösen, usw usw. Bei vielen dieser Nebenaufgaben, als auch bei den eigentlichen-Missionen gibt es zum Abschluss Skill-Punkte. Je mehr ihr davon sammelt, desto höher wird euer Skill-Level. Mit jedem erreichten Level, könnt ihr  immer wieder neue Fähigkeiten freischalten. Aufteilt ist das System in drei Bäume: Kampf-, Fahr-Crafting-Skills. Ähnlich wie bei den Nebenaufgaben ist der gesamte Baum riesig und bietet damit genug Motivation sich in der Welt ordentlich auszutoben.

Wie ihr an diesen Zeilen sicherlich schon bemerkt habt, passiert eine Menge in Watch Dogs. So abwechslungsreich wie die Spielpassagen, so abwechslungsreich gestalteten sich auch die Spielmechaniken. Erfreulicher Weise gehen diese größtenteils locker von der Hand. Besonders die Hide and Seek Passagen funktionieren aufgrund des akkuraten Deckungssystem erstaunlich gut. Kein Wunder, denn mit der Assasins Creed –Reihe hatte Ubisoft schon jede Menge Zeit zu üben.

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Springen ohne Springen

An dieser Stelle möchte ich auch alle beruhigen, die Angst davor haben, dass es in Watch Dogs keinen Sprungknopf gibt. Das stimmt, ist jedoch kaum der Rede wert. Aiden springt auf Knopfdruck zwar nicht in die Luft, aber trotzdem muss vor jedem Hindernis eine Eingabe erfolgen. Das klappt wunderbar und wir haben normales springen zu keiner Zeit vermisst.

Watch-Dogs-Vorschau-Bild-8Sehr angetan waren wir von den vielen Hacking-Möglichkeiten die sich überall ergeben. Manchmal reicht ein bloßer Knopfdruck um Poller während einer Verfolgungsjagd auszufahren, oder Sicherheitskameras zu übernehmen. Stellenweise hingegen müsst ihr kleine Minispiele durch Timing oder Zeitlimit bestehen um z.B Sicherheitsysteme zu übernehmen. Selbst bei den einfachen Knopfdruck-Hacks müsst ihr aufs Timming achten, denn sonst kann es schon mal vorkommen, dass ihr in den Poller rast, der für eure Gegner bestimmt war.

Falls euch in der Stadt mal langweilig werden sollte, zückt ihr einfach euer Handy, klaut Songs für eure Playlist von fremden MP3 Playern oder räumt die Konten von Fremden leer. Womit wir bei einer Schlüsselfunktion von Watch Dogs angekommen wären, eurem Handy. Dies könnt ihr jederzeit zücken um die ansprochenden Hacks zu vollführen oder es Großansicht auf den Bildschirm rufen. Tut ihr Letzteres gibt es eine Reihe von Auswahlmöglichkeiten für euch. Zum einen könnt ihr schnell ein Auto ordern, auf die Karte zugreifen, auf die Skills-Bäume zugreifen und jede Menge andere Funktionen auswählen.

Mit Waffen und Fäusten

Kleinere Mankos am Gamepad zeigten sich jedoch beim lenken der Fahrzeuge und beim Deckungssystem in den Kämpfen. Insbesondere die Autos die reagieren auf eure Controller-Eingaben schwammig und etwas verzögert. Durch die Straßen heizen ist so zwar kein Problem, jedoch unfallfrei haben wir es nie geschafft. Beim Deckungssystem wollen wir jetzt gar nicht so groß meckern, je nachdem wo ihr euch versteckt funktioniert dies sogar recht gut. Nur habt ihr euch mal unglücklich hinter einer Ecke oder Kiste verschanzt, ist das zielen nicht mehr so leicht möglich. Zwar könnt ihr jederzeit die Auslage der Waffe ändern, was sich aber in Kombination mit dem Deckungssystem als schwierig gestaltet.

Beim bedienen von Schusswaffen macht Aiden hingegen ein gute Figur. Dank der automatischen Zielhilfe gingen die Schlusswechsel ohne große Probleme von der Hand. Lediglich das erzielen von sehr präzisen Treffen ist mit der Zielhilfe etwas erschwert. Doch nicht nur mit Schusswaffen könnt ihr gegen eure Gegner vorgehen. Per Knopfdruck könnt eine Nahkampfattake mit oder ohne Waffen wie Schlagstöckern vollführen, die eure Gegner meist direkt ins Koma schicken. Sehr praktisch für denn Fall, dass ihr euch langsam von hinten an eure Gegner schleicht um wenig Aufmerksamkeit zu erzeugen.

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Optikkracher?

Kommen wir doch mal zur Gretchenfrage: Wie geil sieht Watch Dogs aus? Die Antwort lautet: Gut, aber nicht so gut wie erhofft.  Nach den ersten Trailern und einer Anspielsession im letzten Jahr, waren wir sehr gespannt die Konsolenfassung in Form der PS4 Varinate von Watch Dogs live in Aktion zu sehen. Für Begeisterung sorgten bei uns vor allem die Zwischen-Sequenzen, welche stellenweise auf Spitzenniveau waren. Leider schwankt die optische Qualität der einzelnen Charaktere sehr und zerrt so von der sonst dichten Atmosphäre. Überzeugen konnten uns alle Bereiche, in denen es etwas enger zuging, wie in der  ersten Mission im May-Stadion. Hier strotze alles nur so vor liebevoller Details wie Menschenmassen, umherfliegender Teile bei Schusswechseln oder jeder Menge kleiner Dinge in den Spinten der Spielerkabine.

 

Auch draußen auf den Straßen Chicagos gibt es viele dieser liebevollen Details, nur leider ist deren Qualität nicht ganz so hoch wie erhofft. Stellenweise fanden wir doch recht matschige Texturen und besonders mit einem Problem werdet in der offenen Welt stetig konfrontiert – Kantenflimmern. Egal ob beim Autofahren, Hacken von Personen oder Gebäuden es bleibt euer ständiger Begleiter. Spiele wie Assassins Creed oder inFAMOUS Second Son haben uns eigentlich glauben lassen, dieses Phänomen nur selten erblicken müssen. Und auch in Sachen Reflexionen und Lichtspiel wurden wir im Vergleich zu den ersten Trailern ein wenig ernüchtert. Trotzdem seht ihr Watch Dogs, wenn auch nicht immer an, dass es den Titel „next-Gen“ zu Recht trägt. Wem die PS4 oder Xbox One-Fassung nicht ausreichen sollte, der kann die volle optische Pracht in der PC-Version entfesseln.Watch-Dogs-Vorschau-Bild-10

Komplett vernetzt

Einen nicht minder erheblicher Teil unseres Anspiel-Termins haben wir im Mutiplayer von Watch Dogs verbracht. Eigentlich beginnt dieser schon mit dem Start des Spiels. Sobald ihr online seid, ist es jederzeit möglich, andere zu hacken oder gehacked zu werden. Beim Hacken müsst ihr Daten vom Handy eures Gegner besorgen indem ihr ihm möglichst dicht auf den Fersen bleibt ohne von ihm entdeckt zu werden. Werdet ihr geschnappt gehen die Punkte an euren Gegner oder andersherum. Für euch konkret heißt das, dass ihr zwischen den Missionen Freiwild für die Spielerschaft seid.

Watch-Dogs-Vorschau-Bild-4Dies bringt ordentlich Spaß, kann aber auf die Dauer recht nervig werden. Mit etwas Pech kann sich durch wiederholtes gehacked werden, der nächste Gang zur Mission weit nach hinten verschieben. Denn seid ihr gehacked worden, müsst ihr euch eurem Gegner stellen, da sonst keine andere Mission gestartet werden kann.

Zudem könnt ihr Auto- und Motorrad-Rennen fahren oder in Hacking-Spiele gegen andere Spieler antreten. Diese sind vom eigentlichen Spiel losgelöst und werden speziell geladen. Dafür bekommt ihr im Spiel eine Anfrage: „Spieler xy fordert dich zu einem Rennen heraus, möchtest du annehmen.“ Oder ihr zückt wieder euer Handy und startet selbst einen der Modi und sucht nach Opfern. Wem das noch nicht reicht, der kann über die Companion App(konstenlos für alle mobilen Geräte) Spielern an der Konsole oder PC das Leben schwer machen. Der Mutiplayer brachte wie nicht anders zu erwarten viel kurzweiligen Spaß mit sich. Im eigentlichen Sinne macht er nichts neu und scheint somit mehr eine gute Dreingabe als eine echte Innovation.

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Teil 1 2

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