
Das bald erscheinende Asura’s Wrath von Capcom macht einen epischen Eindruck in jeder Art und Weise. Kosmische Kämpfe zwischen Göttern, welche das Nichts zwischen Mond und Erde als Kampfarena benutzen, ein Rachefeldzug gegen die Götter, welcher sich über Millennien erstreckt und ein einzigartiger Style sind die Essenz von der neuen IP von Capcom und CyberConnect2. Eine Fusion verschiedenster Aspekte aus asiatischer Mythologie und moderner Science Fiction bilden das Grundgerüst auf dem die Welt von Asura basiert.
Capcom und CyberConnect2 mögen es wahrscheinlich nicht allzu sehr, wenn man Asura’s Wrath mit God of War vergleicht, aber es bleibt leider nicht aus die beiden Titel zu vergleichen. Es wäre durchaus interessant ein Match zwischen Kratos und Asura zu sehen. Wenn es nur darum gehen würde zu sehen wie die pure Rage sich in den beiden manifestiert und die beiden gegenseitig die Schädel einschlagen, dann würde tatsächlich Asura die Oberhand haben. Warum? Weil Asura so unglaublich viel wütender ist.
Gesegnet mit den Kräften eines Halbgottes ist Asura einer von acht göttlichen Generälen, welche die Welt vor einer zerstörerischen Kraft namens Gohma beschützen. Nach dem Sieg über die Gohma fiel der Kaiser des Shinkoku-reichs einem Mordanschlag zum Opfer, und Asura wurde hierfür verantwortlich gemacht. Inmitten des Tumults wird auch Asura’s Frau getötet und seine kleine Tochter entführt. Schließlich steht Asura seinem ewigen Rivalen Yasha gegenüber und wird darauf hin von all seinen Mächten beraubt und auf die Erde verbannt. Nach 12.000 Jahren im Exil auf der Erde, gebannt in Stein, erwacht Asura und geht auf einen Feldzug um sich an jedem einzelnen zu rächen der ihn verraten hat.
So beginnt Asura’s Abenteuer um seine Tochter zu retten und mit so viel Chaos und Verwüstung wie möglich Rache zu üben an seinen Verrätern. Es ist noch nicht ganz klar ob die anderen sieben göttlichen Generäle tatsächlich an die Schuld von Asura am Mordkomplott des Kaiser glauben. Aber so oder so werden sie höchst wahrscheinlich Bekanntschaft mit den sechs Fäusten von Asura machen. Hinzu kommt noch, dass die Gottheiten von ihrem Pfad, die Menschen zu beschützen über die letzten Jahrtausende abgekommen sind. Sie sind so weit davon abgekommen, dass sie glauben die Menschen ausrotten zu müssen, um die Welt zu bereinigen. Nur für den Fall, dass Verrat nicht reicht, kann Asura Genocid als Vorwand nutzen um jedem einzelnen der ihm im Weg steht richtig weh zu tun.
Zum Glück wird Asura stärker je wütender er wird. Das Kampfsystem erinnert an Spiele wie Bayonetta oder Devil May Cry. Asura führt Combos mit seinen Standardattacken aus, rammt sich gegen Gegner oder schmeißt diese durch die Luft. Seine starken Attacken sind sehr nützlich wenn mehrere Gegner auf einmal auf einen eindreschen. Sie erhalten nicht nur Schaden sondern verlieren auch etwas den Halt und sind nun wieder ungeschützt gegen Comboattacken. Beide Angriffsarten füllen sein Asura’s Burst Meter. Sobald es voll ist, können gelähmte, oder kurz vorm Exitus stehende Gegner mit einem super special Move ins Jenseits katapultiert werden. Diese “synchronic events” sind kleine Quicktime Events die viele kreative Möglichkeiten zeigen einen Gegner zu Brei zu schlagen. Mit Sprungangriffen, Quicktime Events, Verfolgungsjagden, Special Moves, Flugsequenzen und Energieprojektile die Asura aus seinen Armen feuern kann, hat man bei der ganzen Action selten Zeit um mal Luft zu holen.
Verschnaufpausen findet man in den Zwischensequenzen. Da die Previewversion, die uns gezeigt wurde sich auf die ersten paar Kapitel beschränkte haben diese einen Großteil der Spielzeit in Anspruch genommen, welches verständlich ist, da die Story ja etabliert werden muss. Ich hoffe, dass im weiteren Spielverlauf ein gutes Gleichgewicht zwischen dem Actionanteil und dem Storyanteil gefunden wird.
Asura’s Wrath ist so dermaßen opulent, bombastisch und over the top, dass man zuerst gar nicht weiß wie einem geschieht. Das Problem ist, dass das was auf dem Bildschirm passiert stark an Wirkung verliert, da man nur ein paar Buttonkombinationen braucht um die geballte Wut zu entfesseln und dabei die Gottheiten so groß wie Planeten sind. Während andere Spiele Quicktime Events nutzen um das Spielerlebnis zu vertiefen ruht sich leider Asura’s Wrath etwas zu doll auf dem Feature aus. Dies ist Schade, da die visuelle Präsentation so phantastisch. CyberConnect2 hat in den letzten Jahren verschiedene Naruto Spiele entwickelt und deren eindrucksvollen Style hat auch hier seine Implementierung gefunden.
Es ist schwer das was auf dem Bildschirm passiert auf dem Gamepad wieder zu spiegeln, sodass der Spieler ein befriedigendes Gefühl hat. Wie bringt man das Gefühl der unglaublichen Wut und Macht auf den Controller, wenn man so gewaltige Bosskämpfe hat die jede bekannte Dimension sprengen? Kugeln und Bomben sind eine Sache, aber Energiebälle, die ganze Planeten zerstören können sind eine ganz andere Nummer. Darüber sollte sich das Entwicklerstudio im klaren sein. Wie Kasuhiro Tsuyachiya, der Producer des Titels, sagte ist Asura’s Wrath ein Spiel welches Elemente der asiatischen Mythologie mit Science Fiction vermischt. Allmächtige Götter mit noch mehr Fiktion zu kombinieren ist nicht gerade eine einfache Aufgabe. Die visuelle Präsentation ist genau da wo sie sein muss, ganz weit oben, nur das Gameplay braucht noch etwas Nachbesserung um mithalten zu können.
Aber es besteht Hoffnung. Wir durften ja nur einen kleinen Teil des Spiels anspielen. Und schon in den wenigen Kapiteln hatte sich Gameplay von einem Moment auf den anderen gewandelt. So bleibt abzuwarten wie sich Asura sich im Spielverlauf entwickeln wird. Wir können nur hoffen, dass das Gameplay noch etwas an Tiefe gewinnt und mehr hinter Asura’s Wrath steckt als eine epische Geschichte eingehüllt in einer phantastischen Optik.
Ersteindruck: Gut


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