Ich genieße die ruhigen Momente vor dem Sturm! Auf der Metro-Map läuft der Countdown zum Start der Conquest-Partie. 64 Soldaten scharren mit den Hufen. Noch drei Sekunden…
Schlacht-Gelüste
Es geht los! Von beiden Seiten stürmen gleichzeitig 32 Spieler wie eine Bison-Stampede in die U-Bahn. Ich bin mittendrin und es ist ein herrliches Gefühl! Die Anspannung auf die große Schlacht, das große gemeinsame Ziel – hier gehöre ich rein! Auch wenn ich gleich 1000 Tode sterben werde, aber ich bin ein Krieger unter Kriegern! Ein Ork in Sarumans Heer, ein Schotte in Bravehearts Armee. Die Truppen kollidieren an den Rolltreppen und beissen sich dort das gesamte Spiel über fest. Raketen wie Granaten werden im Sekundentakt ausgetauscht und können die Knäule kaum lichten, es geht nicht mehr vor und nicht zurück. Überall Munitionspakete, die Medics rackern sich ab und die Front verhärtet sich. In Sekunden ist bereits alles zu Klump geballert, was auch nur entfernt zerstörbar ist, nach Fahrkarten wird hier so schnell keiner mehr Fragen. Ein vollkommen absurdes Match, aber auch sowas hat Battlefield 3 in Petto.
Sammeln zum Gefecht
Vor dem Eintritt ins Gekeile stellen EA und DICE allerdings das neue Battlelog-System. Nach der komplett missglückten Einführung des Origins-Porals, was sich EA durch schlechte Kommunikation selbst eingebrockt hat, klickte ich mich anfangs ebenfalls sehr skeptisch durch das “Battlefield-Facebook“. Nach einer Weile brach das Eis und die Qualitäten kamen zum Vorschein. Zwar kann auch der Singleplayer nur online über den Browser gestartet werden, aber Multiplayer und KO-OP in die vertraute Internet-Umgebung einzubetten ist ein cleverer Schachzug. Man hat nicht das Gefühl vom ungeliebten Origin abhängig zu sein, obwohl es natürlich so ist. Bereits nach kurzer Zeit probiert man neugierig die Features aus, wühlt sich immer tiefer in die vielen Unterpunkte. Freunde einzuladen klappt so unkompliziert und reibungslos wie das Gründen eines Platoons bzw. Clans. Sogar ein individuelles Logo darf dafür gestaltet werden. In unzähligen Tabellen und Statistiken wird der Fortschritt vom Spieler und seinen Freunden dokumentiert. Man kann Vergleiche ziehen, Nachrichten auf Pinnwände hinterlassen, Übersichten studieren, Errungenschaften verfolgen und…und…und. Ziemlich schnell erkennt man den Vorteil, unabhängig von der Spielumgebung beim täglichen Internet-Surfen auch mal eben ins Battlelog reinzuschauen um es nach Neuigkeiten zu durchforsten. Dieses System würde nicht für jeden Shooter Sinn machen, aber dem komplexen BF3 ist dieser Service auf den Leib geschneidert.
Für die ersten zaghaften Schritte in der virtuellen Kriegsführung eignen sich die sechs KO-OP-Missionen. Mit einem Kumpel (leider nicht im Squad) lassen sich die Einsätze gegen das KI-Kanonenfutter recht gelassen angehen. Die Missionen sind ein wenig inszeniert und führen durch bekannte Szenarien des Singleplayers. Bomben entschärfen, als Sniper Squads eskortieren, Verfolgungsjagden in der Tiefgarage etc., langweilig wird’s so schnell nicht. Das Freispielen von Goodies, Waffen für den Multiplayer und Punkte für die Leaderboards motiviert ordentlich und als stressfreies Doppel schaut man immer wieder gerne rein, aber am Ende ist es eher ein WarmUp für die großen Schlachtfelder.
Seiten:




>>