Eingeschlossen in Kristall, bewegungsunfähig und dazu verdammt, den selbst verschuldeten Untergang der Welt von Rivellon untätig zu beobachten. Ist also alles verloren? So präsentierte sich die Endsequenz des Action-RPGs Divinity II und ließ viele Spieler ungläubig vor ihren Bildschirmen verharren – verraten, verloren umsonst gekämpf und das soll es jetzt gewesen sein? Die Entwickler von Larian Studios waren offensichtlich ebenfalls nicht ganz von ihrer Entscheidung überzeugt, Fans der Serie bis zum nächsten Hauptspiel im Regen stehen zu lassen, denn statt dem geplanten dritten Teil der Serie folgt nun erst einmal das Addon “Flames of Vengeance” , welches genau an diesem Punkt ansetzt und den Helden aus seinem ganz persönlichen Limbo befreien soll. Fünfzehn Stunden Spielzeit verspricht Publisher DTP Entertainment, ein Wiedersehen mit Charakteren aus dem Original, außerdem eine überarbeitete Engine für bessere Grafik und Performance. Letzteres hatte Divinity 2 wirklich nötig, denn selbst nach den teils riesigen Patches für das Hauptspiel war nach längerem Spielen immer starkes Ruckeln zu spüren.
Teekränzchen mit den Göttern
Eingefangen in Kristall also treffen wir unseren Helden wieder, wie er ein nettes Schwätzchen mit dem ‘Göttlichen’ hält – Hauptcharakter aus den ersten Teil, der scheinbar ebenso erfolglos wie wir versuchte, die Zerstörung von Rivellon zu verhindern und nun einen unserer Nachbarkristalle für sich beansprucht. Wenigstens sind wir also in guter Gesellschaft, aber eigentlich gilt es doch, eine Welt zu retten. Wie kommen wir also aus dieser recht verzwickten Lage? Ganz einfach, dachten sich die Entwickler und bedienten sich dem etwas weniger bekannten aber ebenfalls höchst praktischen ‘daemon ex machina’:
Urplötzlich taucht vor unserem auf Hochglanz polierten Gefängnis ein Dämon auf und bietet uns die Freiheit an, natürlich nicht ganz ohne Hintergedanken. Omen nennt sich diese Gestalt und will im Gegenzug für unsere Freiheit seinen unter der Hauptstadt Aleroth noch immer eingesperrten Körper befreit und wiederbelebt haben. Da es uns bereits seit Wochen an der Nase juckt und die Anekdoten des Göttlichen langsam unsere Nerven strapazieren, willigen wir natürlich ein und finden uns nur Sekunden später mitten auf dem belebten Marktplatz Aleroths wieder. So hinterhältig Dämonen auch sein mögen, praktisch sind sie allemal.
Damit wir uns auch nicht all zu alleine fühlen, macht sich Omen vorerst in unserem Kopf breit und folgt uns nun, ganz im Stile des Hauptspiels, als körperlose Stimme und Wegweiser. Vielleicht waren die Geschichten des Göttlichen doch die bessere Alternative…
Freiheit?
Im Himmel über der Stadt sind bereits die kanonenbestückten Inseln Damians zu sehen, leicht lila angehaucht hinter dem magischem Schutzschild, der die Stadt vorerst noch vor dem Untergang bewahrt. Es ist Zeit, uns für die nette Unterbringung zu bedanken.
Aber zuerst brauchen wir wohl eine Waffe. Etwas mehr Erfahrung könnte auch nicht schaden, vielleicht noch Tränke… Die Drachenform wird dummerweise auch noch durch das lila Himmelsleuchten blockiert, wir werden unsere Reise also wohl oder übel zu Fuß beginnen.

Seiten:






>>