Seit längerer Zeit hat man nichts mehr, zumindest nicht in der Filmbranche, über Tom Cruise gehört, denn seit 2008 und seinem Hit Operation Walküre ist es schauspielerisch still um ihn geworden. Man könnte fast meinen, Cruise ziehe mehr Aufmerksamkeit auf sich, wenn es um seine Familie und seine Einstellung zu Scientology geht. Umso größer war dann die Freude, als es hieß, dass mit Knight and Day eine Action-Komödie mit ihm in die Kinos flattert. Jedoch schafft Cruise es mit diesem Film leider nicht an alte Erfolge anzuknüpfen und so verkommt Knight and Day zu einem reinen Film für zwischendurch, weil am besten gefällt einem dieser, wenn man das Denken dabei einstellt.
June Havens (Cameron Diaz) kommt gestresst am Flughafen an, denn sie möchte unbedingt ihren Flug noch erwischen und nicht noch Ewigkeiten auf den Spätflug warten. In Gedanken versunken bemüht sie sich ihren schweren Koffer zum Gate zu bewegen, als sie zufällig am Flughafen mit Roy Miller (Tom Cruise) zusammenstößt und wie es das Schicksal so will, begegnen sich die beiden bis zum Flug noch öfter. Der Zufall ist perfekt, als June Roy auch noch im selben Flieger entdeckt und schnell merkt, dass er eigentlich ziemlich süß ist. Um bessere Chancen zu haben, macht June sich mehrere Minuten auf der Bordtoilette frisch und merkt währenddessen gar nicht, dass Roy die gesamte Besatzung umbringt. Nach einer Crashlandung und vermeintlich wertvollen Überlebenstipps von Roy, erwacht June in ihrem Bett und kann kaum glauben, was passiert sein soll. Dass die Geschichte wahr ist, merkt sie sehr schnell, denn plötzlich findet sie sich in einer Hetzjagd rund um den Globus wieder und muss herausfinden was überhaupt geschehen ist.
Wie schon bei Der Kautions-Cop oder im kommendem Kiss&Kill, wird zurzeit viel Wert darauf gelegt drei Komponenten in einem Film unterzubringen (Nicht, dass eigentlich auch ein Genre vollkommen reichen würde!): Action, Komödie und Romantik. Schon die beiden Vorgängerfilme konnten nur bedingt überzeugen und so ist es auch hier der Fall. Viel zu sehr ist man bemüht die Elemente unterzubekommen und vergisst dabei eine glaubwürdige Geschichte zu erzählen. Der Plot ist zu unwichtig, um überhaupt wirklich präsent zu sein. Stellenweise fragt man sich, ob der Film nicht viel mehr darauf abzielt Cruise und Diaz in Actionszenen zu sehen.
Neben der schwachen Story fällt außerdem die fehlende Charakterzeichnung ins Gewicht. Es fällt schwer, sich mit auch nur einem der Charaktere zu identifizieren, da zu wenig über seine Motive bekannt ist. Wirklich punkten kann Knight and Day aber, wenn man den Plot ignoriert und sich einfach ohne viel Nachdenken auf die Dialoge einlässt.
Cruise schafft es wunderbar alle Aufmerksamkeit auf sich zu ziehen, da seine Darstellung einfach gut ist. Er gibt alles, schießt, rennt und kämpft, als würde er dies schon immer tun. Cameron Diaz kann leider nur bedingt mithalten, da ihre Rolle leider bis kurz vor Schluss nur auf das ewig nervende Anhängsel beschränkt ist. Zwar harmonieren beide recht gut miteinander, aber man merkt dennoch recht schnell, dass der Fokus eindeutig auf Cruise liegt. Die restlichen Schauspieler können gegen ein solches Duo nur schlecht ankommen und so verkommen Peter Sarsgaard&Co (leider) zu Schatten ihrer Selbst.
Ansonsten kann man sich nur noch über ein paar gut gelungene Actionszenen freuen, auch wenn man vielen Stellen die technische Nachbearbeitung deutlich anmerkt.


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