3D hier, 3D dort, man kann der angeblichen Revolution des Kinos nicht mehr entkommen. Fast alle größeren Filme erscheinen auch in einer 3D-Fassung. Dass die simple Nachbearbeitung mehr als einmal nach hinten losging, bewiesen Filme wie Die Legende von Aang oder Kampf der Titanen. Dennoch kann man nicht verleugnen, dass der räumliche Effekt vielen Filmen zu großen Kassenerfolgen verholfen hat. Doch mit den großen kommerziellen Flops Step Up 3D und Cats & Dogs, scheint es so als ob 3D Filme doch keine sicheren Erfolge mehr seien. Nichtsdestotrotz, versucht sich nun auch erstmal ein deutscher Film ins 3D-Gehege. Zur großen Überraschung ist Konferenz der Tiere technisch ordentlich geworden, versagt aber völlig auf inhaltlicher Ebene.
Die Tiere der Savanne wundern sich: Wo bleibt ihr Wasser? Denn seit einiger Zeit blieb das alljährliche und überlebenswichtige Wasser aus. Dadurch entstehen kleinere Kämpfe zwischen den Tieren, um die letzten Wasserpfützen, die noch übrig sind. Das mutige und leicht kindliche Erdmännchen Billy (Sprecher: Ralf Schmitz) macht sich mit seinem guten Freund Sokrates (Sprecher: Thomas Fritsch) dem Löwen auf dem Weg, um herauszufinden, was mit dem Wasser passiert ist. Als sie im Tal des Todes ankommen, treffen sie auf den Hahn Charles (Sprecher: Christoph Maria Herbst) und noch einige andere exotische Tiere, die durch die Menschen ihre Heimat verloren haben. Zusammen finden sie schnell den Grund für die anhaltende Dürre: Der Hotelmanager Smith (Oliver Kalkofe) hat einen riesigen Staudamm errichtet, um seinen Gästen einen besonderen Aufenthalt in der Wüste zu bieten. Die Tiere erkennen schnell, dass sie etwas gegen die Menschen tun müssen und es kommt zur ersten Konferenz der Tiere.
Als der erste Teaser erschien, waren die Erwartungen unglaublich gestiegen, schien es doch so, als sei der Film angenehm ernst und lehrreich geworden. Doch dann kam der erste wirkliche Trailer und ließ die Hoffnungen im Keim ersticken. Konferenz der Tiere ist so übertrieben auf niedlich gemacht und viel zu kindlich geworden, dass es schmerzt. Erst gegen Ende schnuppert der Film ein wenig an der Qualität und den Möglichkeiten der Vorlage. Doch die allgemeine Kritik am Menschen seine Umwelt auszubeuten, kommt viel zu kurz und wird nur durch die Erzählung der Schildkröte in den Vordergrund geschoben.
Der Rest des Films besteht hauptsächlich aus kleineren Slapstickeinlagen, unpassenden Songs und Dialogen und kleineren Effektspielereien. Der Versuch die Tiere irgendwie menschlicher darzustellen ist völlig daneben (allen voran das Elefantenweibchen Angie!). Spätestens dann, wenn das Erdmännchen einen Song, der auch in Pulp Fiction zu hören ist, zum Besten gibt, ist es zu viel des Guten. Im Grunde ist es ja nicht so schlecht, die Tiere so niedlich und menschlich darzustellen, handelt es sich doch hierbei um einen Kinderfilm. Blöd nur, wenn der Film nicht besonders witzig ist und sich die Kinder recht schnell langweilen dürften. Ein Grund dafür sind auch die zahlreichen deutschen Synchronsprecher. Zwar konnten die Macher auf eine gewisse Starpower zurückgreifen, doch fast alle nehmen ihren Job ein wenig zu ernst und übertreiben es stellenweise ganz schön. Gerade Christoph Maria Herbsts Interpretation des Hahns Charles nervt nach einigen Minuten so gewaltig, dass man ihn am liebsten in den Ofen schieben will. Doch Konferenz der Tiere hat auch seine positive Seite. Für eine verhältnismäßige kleine Animationsproduktion sieht der Film gar nicht mal so schlecht aus. Die Felle und die Umgebung der Tiere wurden hervorragend animiert und der 3D-Effekt ist auch sehr gut geworden und verkommt nicht nur zum simplen Beiwerk. Leider wirken dagegen die menschlichen Figuren äußerst plastisch und steif. Ein paar mehr Details hätten hier nicht schaden können.


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