Christopher Nolan bringt das dreiteilige Kunstwerk zu Ende, das er vor sieben Jahren mit Batman Begins aus der Asche gehoben und mit The Dark Knight zur Perfektion gebracht hat. Doch was bleibt dem Kultregisseur mit dem letzten Teil seiner Batman-Trilogie noch zu sagen? Kann er die Schatten, die der überlebensgroße Vorgänger wirft, hinter sich lassen, oder wird der dunkle Ritter in diesem Finale zu einem Schatten
seiner selbst?
Overtüre in Fledermaus-Schwarz
Nolan scheint sich dem aussichtlosen Unterfangen, den Vorgänger zu übertrumpfen, bewusst. Statt also weiter Legendenbildung zu betreiben, dekonstruiert er sie lieber: „Wir beschlossen, zwischen der Handlung des letzten und des neuen Films acht Jahre verstreichen zu lassen“, so der Regisseur selber. „Die Zeit soll ausreichen, um die Batman-Legende ein wenig in Vergessenheit geraten zu lassen.“ Bruce Wayne hat Fledermausohren und Cape also in der Zwischenzeit an den Nagel gehängt und sich in die Isolation seines Anwesens zurückgezogen.
Noch immer macht er sich den Tod seiner geliebten Rachel zum Vorwurf, was ihn in seiner Abgeschiedenheit mehr und mehr zermürbt. Damit sich Staatsanwalt Harvey Dent im Wissen der Bevölkerung für den guten Zweck opferte und das „Dent-Gesetz“ weiterhin Bestand hat, bürgte sich der dunkle Ritter die Schuld an dessen Tod auf. Die Kriminalitätsrate Gotham Citys sank weiterhin rapide ab. Die Dienste des Fledermausmanns wurden nicht länger gebraucht.
Doch Bruce Wayne sieht sich aufgrund des Auftritts einer gerissenen, katzenhaften Diebin namens Selina Kyle, später unter dem Namen Catwoman bekannt, und des brutalen Terroristen Bane bald wieder in der Pflicht, für das Recht der Schwachen einzustehen. Bane möchte durch einen perfiden Plan die Grundfeste Gothams erschüttern, in dessen Ablauf auch Batman eine essentielle Rolle zu spielen scheint. Da Bruce Wayne während seines Exils verwahrlost ist, scheint es ihm aber kaum möglich, dem sowohl physisch als auch geistig enorm starken Widersacher die Stirn bieten zu können.
Superheld mit Profil
Die Batman-Filme von Christopher Nolan lassen sich nicht einfach in Schubladen einordnen. Im Vergleich zu anderen Superhelden-Filmen spielt Action hier fast schon eine untergeordnete Rolle – Handlung und Charakterentwicklung wird wesentlich mehr Platz eingeräumt. Das beweist schon der Einstieg in den Film, der wenig von dem ikonischen Flattermann zeigt und sich mehr darauf konzentriert, eine dramatische Ausgangslage für die Geschehnisse der letzten beiden Filmdrittel zu schaffen. Dabei geht Nolan mit seinen Charakteren schonungslos um, was für einige Überraschung sorgt, in wenigen Momenten den Bogen aber auch etwas überspannt.
Doch je mehr die letztendlichen Geschehnisse Formen annehmen, desto mehr schlagen uns die Charaktere in ihren Bann. Statt künstlich wirkender Persönlichkeiten in Spandex-Leggings und umfunktionierter Ski-Maske, wirken Catwoman, Bane und Co. menschlich und plausibel. Das weiß auch Schauspieler Joseph Gordon-Levitt (500 Days of Summer, Inception) zu schätzen, der hier den ambitionierten Jungspund-Polizisten und Batman-Unterstützer mimt: „Trotz des ganzen Action-Spektakels zeichnen sich Chris‘ Filme vor allem durch ihre ehrlichen, menschlichen Schicksale aus. Wir Schauspieler lassen uns davon inspirieren […].“
Das merken wir der schauspielerischen Darbietung auch jederzeit an. Besondere Aufmerksamkeit dürfte auf Batman-Gegenspieler Bane (Tom Hardy; Warrior, Inception) ruhen, konnte der vorangegangene „Batman“ doch gerade durch die Leistung des mittlerweile verstorbenen Heath Ledger (Brokeback Mountain, Das Kabinett des Doktor Parnassus) als Joker punkten. „Bei der Auswahl eines neuen Bösewichts war es entscheidend, dass er sich total vom Joker unterscheiden muss“, so Nolan. „Er soll mit roher Gewalt vorgehen. Der körperliche Aspekt dessen, was Bruce Wayne als Batman leistet, ist außerordentlich wichtig – aber in den ersten beiden Filmen wurde er in dieser Hinsicht eigentlich nicht sonderlich gefordert.“
Das Ergebnis ist ein smarter und physisch höchst gefährlicher Widersacher. Da Bane zu jederzeit eine Maske trägt, die die Mundpartie und einen Großteil des Gesichts verdeckt, bleibt Hardy nicht viel Raum zur schauspielerischen Entfaltung. Trotzdem verkörpert er einen vielschichtigen Gegner mit genügend Tiefe, auch wenn er sicherlich nicht an den Kultstatus eines Jokers heranreichen können wird. Christian Bale (The Fighter, American Psycho) agiert ebenfalls wieder routiniert, dieses Mal zur meisten Zeit als gebrochener Held auf dem Weg der Selbstfindung. Anne Hathaway (Der Teufel trägt Prada, Get Smart) macht als Catwoman nicht nur im wahrsten Sinne des Wortes eine „gute Figur“, sondern haucht der Rolle als Femme Fatale auch mit der richtigen Mischung aus Verruchtheit und Verletzlichkeit Leben ein. Gordon-Levitt ist für die Rolle des jungen Cops mit wenig Erfahrung wie geschaffen und auch Marion Cotillard (Inception, La vie en Rose), die die wohlhabende Philanthropin Miranda Tate spielt, die Bruce Wayne bei der Rettung seiner Firma unter die Arme greifen soll, füllt ihre Rolle nahezu perfekt.
Torschluss-Panik
Die Handlung des „Dark-Knight“-Finales ist höchstspannend und sehr unterhaltsam erzählt. Christopher Nolan zaubert einen Plot auf die Leinwand, der zu keinem Zeitpunkt vorhersehbar ist und die Geschehnisse zu einem runden Ende bringt. Doch leider ist auch so ein talentierter Regisseur wie Nolan nicht vor Fehlern gefeit. Von einigen Charakteren wie Selina Kyle und Cop John Blake erfahren wir bis zu Filmende nur das Nötigste. Ein Großteil überbleibt dabei unserer Fantasie, was die Entwicklungen zwischen den Charakteren schwer nachvollziehbar macht.
Außerdem ist das Arrangement aus von Schauspielern getragenen Szenen und Action-Elementen nicht mehr ganz so reibungslos geglückt, wie noch zuvor. Dafür hängen wir zwischen den Geschehnissen einfach zu oft in der Luft. Des Weiteren stören einige Logiklöcher (Stichwort: Bombe) und etwas erzwungen wirkende Plot-Twists. Doch wenn zum Finale die Spannung anschwillt und sich in bildgewaltigen Szenen entlädt, sind wir wieder mehr als gnädig gestimmt. Nolan spielt mit der Erwartungshaltung der Zuschauer – auch wenn er dem enormen Hype niemals gerecht werden kann – sorgt er dadurch doch für ein gelungenes Ende seiner Batman-Trilogie.





Heißt das nicht: da da da da da da da da- Batman…
Dängel Dängel ist von Werner
Ähm…der Film heißt nur “The Dark Knight Rises”. Da gehört kein “Batman” in den Titel. Weiterhin: Warum wird nicht auf die Action eingegangen (die wunderschön handgemacht ist)? Wo sind die Punkte Kamera und Setbilder? Was ist mit dem Soundtrack von Hans Zimmer (welcher wirklich gut geworden ist? Was bringt es eine Kritik mit Zitaten voll zu klatschen? Warum werden Gary Oldman und Morgan Freeman nicht erwähnt?
Sorry, aber die Kritik ist derart minimal gehalten, dass ich sie keinesfalls ernstnehmen kann.
Alta Falta! Da steht Batman obwohl der Film “The Dark Knights Rises” heisst! Wie kann man so einen einen fatalen Fehler machen??? Oberfail! In dem Film kommt Batman glaub nicht mal vor!
Ja genau!? Was ist mit der Action! Jeder LIEBT Handgemachte Action!Kommt viel zu kurz in der Kritik!
Dieser Sebastian T. ist mir leider schon öfters negativ aufgefallen! Ich sag nur hier Nintendo gebashe nä!
Nintendo 4 ever!
@Chino
Troll?
Aber auch schön zu sehen, dass sich der “Autor” sich nicht einmal meldet…
@ burg: Ich kann mich dazu gern noch einmal äußern, aber ich befürchte, dass das wenig an deiner Einstellung gegenüber meiner Filmkritik ändern wird. Aber des Users Wunsch ist mir natürlich Befehl:
Ja, der Film heißt lediglich “The Dark Knight Rises”, da der Titel aber mit “Batman” verankert ist, dürfte diese kleine Artikel-Optimierung nicht sonderlich schwer wiegen. Wer eine Kritik zu “The Dark Knight Rises” sucht, wird auch von der Schlagzeile “Batman – The Dark Knight Rises” nicht abgeschreckt werden. Aber danke, dass du mich noch einmal darauf aufmerksam gemacht hast.
Zu den nicht angesprochenen Punkten in der Filmkritik: Ja, sicherlich hätte man über viele Aspekte des Films noch weitaus ausführlicher schreiben können, allerdings ist es uns sehr wichtig, unsere Artikel (seien es Filmkritiken oder Spieletests) kurz, bündig und informativ zu halten. Bei einer dreiseitigen Filmkritik, wären viele Leser abgeschreckt, weshalb wir uns Redaktions-intern auf dieses “schmalere” Format geeinigt haben. Dass dabei nur die (in den Augen des Rezensenten) wichtigsten Punkte angesprochen werden, ist da natürlich klar. Gerne gehe ich aber hier auf die von dir genannten Aspekte noch etwas näher ein:
Die Action ist in meinen Augen weit weniger “handgemacht”, als noch im Vorgänger. Da reicht schon ein Blick in Richtung Verfolgungsjagd und Auto/Motorrad-Stunts. Hier wurde mittlerweile viel mit Tricktechnik umgesetzt, was ich durchaus als ernüchternd empfunden habe.
Der Soundtrack von Hans Zimmer ist, wie nahezu immer bei seinen Werken, sehr gelungen. Zu mehr als atmosphärischer Untermalung reicht es aber in meinen Augen nicht.
Mit Zitaten wollte ich den Artikel eigentlich nicht zukleistern, denke aber, dass die drei im Text befindlichen sehr schön die Punkte unterstreichen, die ich hervorheben wollte. Ist sicherlich Geschmackssache, aber ich empfinde solche Einblicke “hinter die Kulissen” eines Films als sehr interessant.
Wenn ich jeden Schauspieler im Film hätte erwähnen müssen, hätte ich die Rahmen des Artikels gesprengt. Deshalb finden auch Gary Oldman und Morgan Freeman keine Erwähnung, die in meinen Augen aber keinen allzu großen Stellenwert im Verlaufe des Films einnehmen. Das bedeutet keinesfalls, das ihre Leistung unzureichend ist, sondern lediglich, dass ich sie für das Gesamtbild des Films nicht als sonderlich gewichtig empfinde.
So, ich hoffe das Feedback meinerseits, konnte einige deiner aufgeworfenen Fragen beantworten. Solltest du weitere Kritik haben, immer her damit! Wir nehmen uns konstruktiver Kritik immer gerne an.
schon besser, ja. Es ist nur so, wenn ich andere Kritiken verschiedener Seiten lese, dann frage ich mich, warum die es schaffen besagte Punkte mitunter zu bringen. Es mag richtig sein kurz schreiben zu wollen, aber nicht auf Kosten von Filminformationen, die für andere (wie etwa für mich) wichtig sind. Vielleicht ist es ja möglich nicht drei Absätze (!) für den Inhalt zu “verschwenden” sondern den allgemeinen Presseinhalt zu nehmen. Auf kurz und bündig ist eben kein Verlass, nur für den Zweck es “angenehmer” zu machen. Wie wäre es denn mit einer kleineren Schriftgröße für mehr Platz?