Mainstream, so sagt es Wikipedia, ist der Geschmack der Mehrheit. Für Filme bedeutet es, dass die Produzenten es möglichst Allen recht machen wollen und deshalb für jeden Geschmack etwas in ihre Filme packen. Louis Leterriers Kampf der Titanen möchte auch ein großes Publikum erreichen. Es gibt eine (wenn auch nur kleine) Liebesgeschichte, satte Action, schöne Panoramen, knallige Effekte und eine Geschichte, die jeder schnell begriffen hat. Also ein Film, geschaffen für jedermann. Warum man trotzdem lieber zweimal überlegen sollte, ob man sich Kampf der Titanen ansieht, erfahrt ihr in den nächsten Zeilen.
Perseus (Sam Worthington) führt ein einfaches Leben. Er hat seine wahren Eltern nie kennengelernt, doch das stört ihn nicht. Er wurde in einer liebevollen Fischerfamilie aufgenommen, die ihn wie ihr eigenes Kind großziehen. Leider wird Perseus vom Unglück heimgesucht und muss hilflos mit ansehen, wie seine Familie ertrinkt. Er verflucht die Götter, denn er sah, wie einer von ihnen für den Tod seiner Eltern verantwortlich war. Mit seiner Einstellung steht er nicht alleine da: Die Einwohner der Stadt Argos wollen sich schon seit langer Zeit von den Göttern losreißen, da sie erkannt haben, wie abhängig diese von den Menschen sind. Daraufhin überzeugt Hades (Ralph Fiennes) seinen Bruder Zeus (Liam Neeson) die Menschheit wieder in ihre Schranken zu weisen. Er fordert die Bewohner von Argos auf ihre Prinzessin zu opfern. Sollten sie es nicht tun, werde er den Kraken befreien und die Stadt zerstören. Persus, getrieben von Rache, muss nun einen Weg finden den Kraken zu besiegen und die Götter zu vernichten. Dabei erfährt er von der Halbgöttin Io (Gemma Arterton), dass er der Sohn von Zeus persönlich ist. Er akzeptiert seine Herkunft nicht und macht sich auf den Weg, um auch gegen sein Schicksal anzukämpfen.
Kampf der Titanen sollte man auf keinen Fall ernst nehmen. Das machen auch die immer wiederkehrenden Oneliner deutlich. Trotz der ständigen Gefahr und Bedrohung kommt immer mal wieder ein auflockernder Spruch der Protagonisten. Leider funktionieren diese nicht immer und das Geschehen wird oftmals ins lächerliche getrieben. Lächerlich sind auch die Dialoge: wenn Io etwa versucht durch ein „Fang mich“ – Spiel Perseus zu erklären, wie man die Medusa besiegt, wird sich der ein oder andere sicherlich an die Stirn fassen. Das liegt aber bestimmt nicht am Hauptdarsteller Sam Worthington. Er vermag es eine gewisse Präsenz auszustrahlen, die ihm durch die CGI-Maske in Avatar größtenteils noch verwehrt blieb. Auch Ralph Fiennes kann durchweg überzeugen. Er spielt seinen Hades herrlich böse und gerissen, dass es jedes Mal eine Freude ist, wenn er auf der Leinwand auftaucht. Liam Neeson kann als Zeus leider weniger überzeugen. Neeson, sonst ein großes Schauspieltalent, bleibt äußerst blass und schafft es einfach nicht die innere Zerrissenheit seiner Rolle zum Publikum zu übertragen. Das kann aber auch an den glitzernden Harnisch von Zeus liegen, in den Liam Neeson einfach nur lächerlich aussieht.
Der Trailer hat es schon deutlich gemacht, Kampf der Titanen spart nicht mit CGI-Effekten. Doch man kann es auch übertreiben. Zu sehr erkennt man die digitale Herkunft der ganzen Kreaturen und der teilweise im Computer generierten Schauplätze. Hier wäre weniger eindeutig mehr gewesen.
Zum Abschluss noch ein Wort zu der 3D-Version:
Nachdem viele Studiobosse nach Avatar erkannt haben, wie viel Geld sich mit 3D verdienen lässt, hat man sich entschlossen, auch Kampf der Titanen eines solchen Faceliftings zu unterziehen. Das Ergebnis kann allerdings kaum bis gar nicht überzeugen. Es ist eben kein „richtiges“ 3D und der Film wurde auch nicht auf solches ausgelegt. Kampf der Titanen ist also wie Alice im Wunderland nur ein weiterer Trittbrettfahrer auf dem 3D-Zug. Wer die Möglichkeit hat, sollte sich lieber das Geld für den 3D-Zuschlag sparen und aufs gute alte 2D-Kino vertrauen.

