Neuer Monat, neue Liebeskomödie, neues Traumpaar. Tatsächlich scheint den Produzenten aus Hollywood nichts mehr Neues einzufallen. Doch nach unerträglichen Filmen wie Der Kautions-Cop und dem eher mittelmäßigen Date Night, kommt nun mit Kiss & Kill ein Film, der überraschenderweise fast vollkommen überzeugen kann. Zwar bedient sich Robert Luketic mehr als offensichtlich an anderen Hollywoodproduktionen, aber das fällt gar nicht mal so störend auf. Warum aber Luketics Film nun genau besser ist als die Konkurrenz, erfahrt ihr in den nächsten Zeilen.
Nach einer misslungenen Beziehung ist Jen Kornfeldt (Katherine Heigl) sicher, dass sie sich nie wieder verlieben kann. Als sie dann aber mit ihren Eltern (Tom Selleck) nach Nizza fliegt, trifft sie ihren Mr. Right: den schönen und weltgewandten Spencer Aimes (Ashton Kutcher). Bald leben beide frisch verheiratet in einer ganz normalen amerikanischen Vorstadt, bis es am Morgen nach Spencers 30. Geburtstag zu einer klitzekleinen Vertrauenskrise kommt: Spencer ist nämlich ein ehemaliger Top-Spion und wird zudem noch von einer ganzen Armee von Auftragskillern gejagt, die alle anscheinend unbemerkt neben ihnen gewohnt haben. Während die beiden Kugeln ausweichen, Verwandte auf Abstand halten und in der Nachbarschaft das glückliche Paar spielen, haben sie also auch eine Menge zu besprechen.
Was dem Film zuträglich ist, dass er recht schnell zu Sache kommt. Nach den ersten eher behutsamen Minuten und der raschen Einführung der Charaktere wird auch schon geschossen. Das geht leider auf die Kosten der Charakterzeichnung. Zwar weiß man, mit was für Typen von Mensch man es hier zu tun hat, aber ein paar mehr Hintergrundinformationen wären trotzdem nicht schlecht gewesen.
Das fällt aber tatsächlich weniger störend auf, da man richtig sehen kann, was die Schauspieler für einen Spaß bei den Dreharbeiten hatten. Allen voran natürlich die beiden Hauptdarsteller Heigl und Kutcher. Zwar nimmt man Kutcher nur bedingt die Rolle des Top-Spions ab, aber im Zusammenspiel mit Heigl ist das leicht wieder vergessen. Heigl spielt ihre typische Rolle als leicht chaotische Karrierefrau gewohnt gut und heimst sich so auch die meiste Sympathie des Publikums ein. Tom Selleck (Magnum!) als grimmiger, Schnauzbart tragender Vater mit dunklen Geheimnissen ist nicht nur ein absoluter Glücksgriff, sondern auch schon fast kultverdächtig. Catherine O’Haras Leistung ist dagegen nicht ganz so leicht zu beurteilen, da ihre Rolle zwar auch einige Gags parat hat, aber jeder für sich selbst entscheiden muss, ob man über ihre Alkoholprobleme lachen kann oder nicht. Dafür können die restlichen Gags vollkommen überzeugen (genial: das Familiengespräch). Zwar wird weniger auf Neues oder Originelles gesetzt, aber das, was gezeigt wird, wirkt selten aufgesetzt und ist gut getimed. Ein weiterer Pluspunkt sind die zahlreichen Actionszenen, denn im Gegensatz zu Der Kautions-Cop sind diese gut inszeniert, auch wenn der plötzliche Einsatz von einer Handkamera nicht unbedingt die beste Wahl war. Zudem fallen einige Szenen ungewohnt brutal aus. Da werden schon mal Zähne ausgeschlagen, Frauen aufgespießt und geschlagen und auch hier muss wieder jeder für sich selbst entscheiden, ob er es nun passend oder unnötig findet.
Anmerkung:
Die von uns gesehene Version des Films war im O-Ton. Inwiefern die deutsche Synchronisation die Qualität beeinflusst, können wir deshalb nicht beurteilen.
Kiss & Kill erscheint am 05.08.2010 in den deutschen Kinos.


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