Krieg der Sterne war gestern – Angriff der Reaper ist heute! Mass Effect 3 schickt sich an, Biowares Rollenspiel-Trilogie mit einem Knall enden zu lassen.
Bioware gehört zum heutigen Bild der Konsolen- und PC-Rollenspiele wie Star Wars zur Science Fiction. Mass Effect sticht hierbei aus der Masse restlicher Spiele, dank tiefschürfendem Dialog- und Entscheidungssystem und beeinflussbaren Geschichtsverlauf gepaart mit leichtfüßiger Action, hervor. Mit Teil 3 der Serie soll jetzt die langlebige Geschichte des Lieutenant Commander Shepard zu Ende gebracht und die Fans der Serie zufrieden gestellt werden. Wir nutzten die Gelegenheit, das fast fertige Spiel während eines Events in München anzuspielen, und wollen euch unsere Eindrücke zur ersten Mission des Rollenspielhits schildern.
Das Salz in der Weltraumsuppe
Spieler der beiden Vorgänger dürften bereits wissen, was sie in Mass Effect 3 erwartet, wurde doch der umfangreiche Handlungsstrang gerade im zweiten Teil minutiös aufgebaut. Es ist wie so oft in Scifi-Schinken der Fall: Die Zivilisation wird von einer feindlichen Rasse angegriffen und ist dem Untergang geweiht. Die sogenannten Reaper scheinen die bevölkerten Planeten der Galaxie dem „Weltraumboden“ gleich machen zu wollen. Der einzige, der diese Gefahr hat kommen sehen, ist Commander Shepard, Protagonist dieses und der vorangegangenen Teile. Genau aus diesem Grund beordert Captain David Anderson Shepard vor den Rat der Allianz, um einen Plan gegen die bevorstehende Bedrohung zu entwickeln. Doch leider zu spät. Die Reaper greifen bereits die Planeten an und hinterlassen eine Spur der Verwüstung. Shepard und Anderson retten sich in einer waghalsigen Flucht zum Schiff der Normandy. Nun ist es an Shepard, die Bedrohung abzuwenden.
In der ersten Mission bittet Admiral Hackett unseren Helden auf dem Mars Kontakt mit Liara T’Soni, einer Wissenschaftlerin der Asari-Rasse und frühere Begleiterin Shepards, aufzunehmen. Diese könne aufgrund des ihr zur Verfügung stehenden Datennetzes bereits mehr über den Angriff der Reaper wissen und dürfte im Kampf gegen die extraterrestrische Bedrohung von großer Hilfe sein. Zusammen mit seiner alten Bekannten Ashley Williams und dem Neuzugang James Vega, macht sich Shepard auf den Weg. Auf dem Mars angekommen, stellt sich schnell heraus, dass die Cerberus, eine paramilitärische Gruppierung von Menschen, ebenfalls vor Ort ist, um in den stationären Prothean-Archiven nach den Plänen für eine Waffe zu suchen, die den Reapern den Garaus machen könnte. Ein Kampf an mehreren Fronten scheint sich zu entwickeln.
Weltraum-Opera³
Bereits die Eröffnung von Mass Effect 3 macht deutlich, dass im Finale der Scifi-Saga inszenatorisch nicht gegeizt wird. Der erste Angriff der Reaper ist bereits eine actionreiche Berg-und-Talfahrt, bei der Fans der Serie das Wasser im Munde zusammenlaufen wird. Michael Gambel, seines Zeichens Produzent für Mass Effect 3, drückt es eindeutig aus: “Endlich sind die Reaper hier! Wir haben dieses Ereignis über zwei komplette Spiele hinweg aufgebaut und wir freuen uns wirklich, dass wir den Spielern endlich diesen galaktischen Krieg präsentieren dürfen.“ Und diese Freude merkt man dem Spiel an. Der Spielablauf mag zwar actionorientiert sein, doch in keinem Spiel der Reihe war man so nah an dem Erlebnis eines wirklich guten Third-Person-Shooters, wie hier.
„In den Kämpfen hat man jetzt wesentlich mehr Kontrolle über Bewegungen und Aktionen“, so Gambel weiter. „Wir konnten die künstliche Intelligenz stark verbessern. Gegner flankieren den Helden, ziehen sich zurück und setzen neue Utensilien wie Schilde und Rauchgranaten ein.“ Und diesen Aussagen können wir uns eigentlich anschließen, ist die grundlegende Erfahrung doch eine wesentlich flüssigere und besser funktionierende als noch zuvor. Nur schade, dass einige Aktionen, wie der Nahkampfangriff mit dem neuen Omni-Blade, noch ein wenig holprig sind und auch das Deckungsspiel ab und an zickt.
Aber auch Rollenspiel-Enthusiasten sollen in der dritten Episode auf ihre Kosten kommen. So haben wir zu Beginn des Spiels die Möglichkeit, zwischen drei verschiedenen Spielstilen zu wählen, die wir während des Spielverlaufs aber auch jederzeit ändern können: Rollenspiel, Action und Story. „Wir wollen den Spielablauf auf die unterschiedlichen Vorlieben der Spieler anpassen“, erklärt uns Michael Gambel im Gespräch. „Im „Story-Modus“ werden die Kämpfe wesentlich leichter, während die Entscheidungen im Handlungsverlauf komplett bestehen bleiben. Bei der „Action“-Variante nehmen die Kämpfe einen größeren Stellenwert ein und die Konversationen verlaufen relativ linear und ähneln eher Sequenzen statt beeinflussbarer Dialoge. Das „Rollenspiel“ wiederum ist der Standard – eben genau das, was ein Mass-Effect-Fan erwarten wird.“ Außerdem warten komplexere Fähigkeitenbäume auf Freunde gepflegter Rollenspielkost. Skills teilen sich ab einem bestimmten Rang in mehrere Varianten auf, was die Charakterentwicklung wesentlich individueller und komplexer machen soll.
Ersteindruck: Super
Das erste Anspielen hinterließ bereits einen großartigen Eindruck bei uns. An nahezu allen Aspekten der vorangegangenen Teile wurde noch einmal gefeilt und optimiert. Zu einer sehr gelungenen Präsentation und der knackigen Inszenierung gesellen sich wesentlich flüssigeres Gameplay und wieder etwas erweiterte Rollenspiel-Elemente. Natürlich haben wir bei einem Gesamtkunstwerk wie Mass Effect nur an der Oberfläche gekratzt, doch das was wir sahen, machte definitv Lust auf mehr.


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