Der Oktober scheint der Monat der Totgeglaubten zu sein, neben Castlevania soll nun auch Medal of Honor neues Leben eingehaucht werden. Ob Electronic Arts die erste Hilfe am Patienten Medal of Honor gelungen ist erfahrt ihr nun.
Mit dem neusten Teil der Medal of Honor Reihe will EA nicht einfach nur erste Hilfe leisten, sondern Phönix aus der Asche auferstehen lassen. Der neuste Teil der Serie spielt entgegen der sonstigen Weltkriegsszenarien von Medal of Honor in einem komplett neuen Setting, nämlich dem Afghanistan-Konflikt . Ihr seid Mitglied einer amerikanischen Spezialeinheit, die den Namen “Tier-1″ trägt. Dieser Name ist nicht zufällig gewählt, diese amerikanische Spezialeinheit existiert wirklich und ihre Mitglieder gehören zu handverlesenen Elitesoldaten. Ihre genaue Anzahl, Stärke und Ausbildung sind – wie sollte es anders sein – streng geheim. Eins ist jedoch klar, sie kommen dort zum Einsatz, wo Präzision gepaart mit extremer Tödlichkeit gefordert ist. Daher standen genau diese Helden des Krieges Pate für den neusten Medal of Honor Teil und sollen maßgeblich an der Entwicklung des Spiels beteilig gewesen sein.
Neben den Delta und Sealteams- Tier-1 Missionen, in denen es meist um Präzision und Infiltration geht, steigt ihr in ein drittes Paar Militärstiefel. Dieses gehört einer nicht minder berüchtigten Spezialeinheit, einem Trupp der Army Ranger, dem „Vorschlaghammer“ der amerikanischen Streitkräfte. Die gesamte Geschichte dreht sich um eine Operation des amerikanischen Militärs, die sich insgesamt über zwei Tage erstreckt. Wie sich vermuten lässt, läuft bei dieser Operation nicht alles so glatt wie es sich euer Befehlshaber, welcher kein geringerer als der amerikanische Präsident ist, vorstellt. Ihr spielt in einem ständigen Wechsel zwischen der Army Ranger Einheit und dem Tier 1 Team. Wem das nicht ausreicht, der darf sich ab und zu auf Fahrzeuge schwingen, oder sich als Kampfhubschrauberpilot austoben.
Insgesamt umfasst die gesamte Geschichte 10 relativ kurze, aber dafür knackig gehaltene Missionen, die euch je nach Schwierigkeitsgrad 6-8 Stunden beschäftigen werden. Die Missionen und deren Konsequenzen für die jeweiligen Teams, die ihr spielt, sind spannend gestaltet und bieten wie aus anderen Titeln gewohnt harte Männersprüche und typische Kriegs-Shooter Atmosphäre. Ein Knackpunkt, warum die recht gute Geschichte mich nicht bis zur letzten Konsequenz vor den Bildschirm gefesselt hat, ist das viel zu offensichtliche Scripting innerhalb der Missionen. Die Freiheitsgrade in dem Spiel sind dadurch sehr begrenzt und ich habe mich teilweise vom Spiel etwas behindert gefühlt. Hier könnten Alternativmöglichkeiten oder sogar verschiedene Wege, die zum Missionsabschluss führen, Wunder bewirken.
Manchmal müsst ihr bis auf den Meter genau an Wegpunkte im Spiel heranschleichen, gehen oder rennen, damit die darauf folgende Aktion ausgelöst wird. Mir hätte ebenfalls gefallen, wenn dem Helden etwas mehr Gesicht bzw. Charakter verliehen worden wäre. Da eine klare Hintergrundgeschichte fehlt, ist die emotionale Bindung hier relativ gering. Schade auch, dass sich alle Zwischensequenzen in extra gerenderten Cutscenes abspielen. Diese reißen einen – neben dem Wechsel zwischen den 3 Teams – meist nochmal aus der sonst gut gelungenen Atmosphäre des modernen Afghanistan- Konflikts.
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