ingame liebt Spieleblogs! Ganz recht. Die hiesige Gaming-Landschaft kann sich sicherlich glücklich schätzen, so viele qualitativ hochwertige Blogs sein Eigen nennen zu dürfen.
Genau aus diesem Grund ist es uns auch ein besonderes Vergnügen, am Polygon 2011 teilzunehmen, dem Preis für die Lieblingsspiele der deutschsprachigen Spieleblogger-Szene. Ins Leben gerufen wurde dieser Award von Polyneux.de, um die Gaming-Schreiberschaft auf diese Art und Weise einmal im Jahr unter einem Dach zu einen. Und warum solch ein schönes Projekt verschmähen, nur weil man sich selbst nicht als Spieleblog bezeichnen darf? Aus diesem Grunde habe ich es mir in unserer Redaktion im nasskalten Hamburg bei einer Tasse heißer Schokolade vor dem Bildschirm gemütlich gemacht, und sinniere ein wenig über unsere Lieblingsspiele des vergangenen Jahres.
Das Gemeinschaftswerk von Suda51, Shinji Mikami und Akira Yamaoka wurde vielerorts zu Unrecht verrissen. Shadows of the Damned wandert auf den Wegen des Grindhouse und vermengt frivolen, pubertären “Pippi-Kacka”-Humor mit ausgewogenem, wenn auch meist etwas unspektakulärem, Gameplay. Was bleibt ist ein unterhaltsamer Trip, der durch seine überspitzten Charaktere und seinen gekonnt stumpfsinnigen Witz lebt.
Sicherlich eines der meist unterschätzten Spiele dieses Jahres! Michel Ancel hat hier ein Kleinod altehrwürdiger Tugenden geschaffen, das mich, gerade im vorzüglichen Couch-Coop mit bis zu vier Spielern simultan, in Entzückung versetzen konnte. Würde mein Spiel des Jahres anhand der Anzahl von Lachanfällen vor dem Bildschirm gemessen, wäre Rayman Origins sicherlich die erste Wahl!
Wer hat eigentlich behauptet, dass gute Geschichten nur in Videospielen mit ausgefuchster Technik funktionieren? Entwickler Kan Gao von den Freebird Games beweist mit To The Moon, dass große Emotionen auch in kleinen Pixeln ihren Platz finden können. Die schönste und mitreißendste Geschichte des Jahres, liebevoll in 16-Bit-Pixel gemeißelt.
Es bleibt eigentlich nicht mehr viel, was über Portal 2 noch nicht gesagt wurde. Aus diesem Grund schließe ich mich dem Lobeshymnen-Kanon lieber einfach an: Portal 2 ist gewitzt, smart, unheimlich unterhaltsam und eine der besten Fortsetzungen, die ich jemals gespielt habe.
Erst dieses Jahr erschloss sich mir der Reiz der “Souls”-Spiele. Demon’s Souls war, soweit man sich darauf einließ, ein echter Ausnahmetitel, der viele meiner Lieblingsspiele hat alt aussehen lassen. Dark Souls machte dankenswerter Weise genau hier weiter. Zwar wurde das Konzept nur geringfügig aufgebrochen und einige technische Mängel nagten an dem wunderbaren Gesamtkunstwerk, doch erneut konnten mich die Hardfantasy-Stilistik und die einmaligen Kreaturen, die diese Spielwelt bevölkern, in ihren Bann ziehen.
Wer nach Bombast, Action und einer Prise Humor sucht, wird bei Naugthy Dogs Uncharted-Serie hervorragend bedient. Kein Spiel ist näher dran an klebrigem Popcorn, käsegetränkten Nachos und nervigen Bemerkungen aus der Reihe mit den billigen Plätzen, wie dieses hier. Ganz großes Kino, das sich, im Gegensatz zu gemolkenen Cashcows der Marke Call of Duty, nach wie vor seine Sympathie behält.


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