Frisch von der Gamescom: Agony

Agony-gamescom-vorschau-bild-1 Eigentlich gibt es ja wenig, was uns Zocker noch richtig schocken kann. Schließlich haben Spielreihen wie Resident Evil, Doom, Outlast abgehärtet. Doch das alles wirkt irgendwie wie Kindergarten, wenn ihr einmal in die Welt von Agony abgetaucht seid, soviel können wir euch nach unserem gamescom-Anspieltermin verraten.

Willkommen in der Hölle

Aus einem dunkel, fast schon schleimigen Meer steigt eine entstellte, mit Fetzen bedeckte und nur noch in den Grundzügen erkennbar menschliche Kreatur heraus. Herzlichen Glückwunsch, ihr habt euren Spielcharakter in Agony gefunden. Um euch herum das blanke Grauen und die Hölle selbst und das in einer optischen Gewalt wie sie bisher kaum ein Videospiel zuvor eingefangen hat. Überall Blut, Feuer und organisch wirkende Dinge, die stellenweise an Haut und Körperteile erinnern.

In etwa so fiel der Start unserer gamescom Spielrunde mit Agony aus. Damit wir nicht alleine in der Hölle schmorten stand uns der Level Designer Jakub Grabka der Madmind Studio zur Seite. Dieser wollte uns aber bewusst wenige Informationen zur Geschichte geben. Entlocken konnten wir ihm nur Folgendes: Ihr seid als gequälte Seele in der Hölle unterwegs. Hierbei seid ihr auf der Suche nach einer Göttin, dessen Abbild euch als einzige Erinnerung geblieben ist. Alles andere habt ihr verloren, was im Übrigen auch für euren Körper gilt.Agony-gamescom-vorschau-bild-2

Seele und Körper

Um euch euren Weg zu bahnen könnt ihr den Besitz von gepeinigten Körpern, die in der Welt umherirren übernehmen. Einmal einen Körper geschnappt, findet ihr euch in der Egoperspektive wieder, in der ihr vollkommen frei die Unterwelt erkunden könnt. Jedoch ist es keine offene Welt, sondern eher große offene Level, die sich frei nach Dantes Inferno in unterschiedliche Kreise oder Ebenen der Hölle aufteilen. Eine Mini-Map, Karte oder Missionszeiger sucht ihr vergebens. Und auch sonst könnt ihr eigentlich nur Aktionen an bestimmten Stellen ausführen oder Angriffe starten. Mit diesem Handwerkszeug liegt es an euch, was ihr macht und wie ihr es macht. Dank dem non-linearen Leveldesign könnt ihr die offenen Areale frei erkunden.

Sterben an der Tagesordnung

Doch dass ihr nicht irgendein Touri seid, wird euch schnell bewusst, denn wirklich alles in Agony will euch ans letzte bisschen Seelenfleisch. So findet in den Leveln natürlich jede Menge Monstrositäten und Dämonen verteilt. An diesen könnt ihr vorbei schleichen oder euch ihnen direkt stellen. Solltet ihr bei einer Begegnung den Kürzeren ziehen, wird eure Seele aus dem Wirtskörper katapultiert und schwirrt im Äther umher. Hier gilt es dann schnell eine neue Hülle zu finden oder es droht der Game Over. Dafür müsst ihr jedoch zuvor umherirrende Höllenbewohner getroffen und entsprechend vorbereitet haben, um sie auch übernehmen zu können.

Sollte euch diese recht kampfbetonte Vorgehensweise zusagen, dürfte euch es freuen zu hören, dass ihr sogar die Kontrolle über Dämonen übernehmen könnt, wenn auch nur zeitweilig. Diese wollen euch nämlich schnell wieder loswerden und aus ihrem Körper stoßen. Doch habt ihr sie mal übernommen, könnt ihr in den Arealen ordentlich aufräumen, um so vielleicht weiter voranzukommen.Agony-gamescom-vorschau-bild-3

Erkunden und Entdecken

Sollte euch dies nicht zusagen, könnt ihr euch schleichend durch die Level bewegen, um die Hölle auch in den kleinsten Wegen zu erkunden. Das hat vor allem den Vorteil, dass ihr viele Hinweise und Rätsel finden werdet, die euch vielleicht die Geschichte näher bringen. Hier könnt ihr dann andere Höllenwesen ansprechen, Gegenstände einsammeln oder Wandzeichnungen ansehen. Doch ungefährlich ist dies auch nicht, denn selbst die Welt an sich will euch ans Leder. Bei unserem Spieldurchgang sind wir nämlich sowohl ertrunken im Höllenmeer als auch in einigen kleinen Fegefeuern zugrunde gegangen, nachdem wir uns verirrt haben.

Auch eine Kombination beider Spielweisen ist möglich und so wird garantiert, dass der erste Spieldurchgang für jeden Spieler unterschiedlich ausfällt, was den Wiederspielwert massiv erhöht. Analog wird es sich mit der Spieldauer verhalten , denn in Rambomanier scheint ihr das Spiel wohl in 4- Stunden schaffen zu können. Solltet ihr euch jedoch Zeit für die Geschichte und Welt nehmen, landet ihr wohl schon mal bei bei 14-15 Stunden. Für noch mehr Anreiz gibt es zudem gleich mehrere Enden. Obwohl wir da eigentlich die Hoffnung aufgegeben haben, so etwas wie ein „Happy End“ zu bekommen. Aber in der Hölle werden nun mal keine blumigen Geschichten geschrieben.Agony-gamescom-vorschau-bild-4

Unschön anzusehen

Darüber hinaus geht Agony auch in vielen weiteren Bereichen einen anderen Weg. Scheinbar wird es kaum Cutscenes geben, Ressourcenmanagement nur bedingt vorhanden sein und auch die typischen Schlauchlevel fehlen – selbst der Einsatz von Jumpscares scheint bisher auf ein Minimum reduziert.

Agony setzt vielmehr auf die große Ungewissheit, die euch nach vorne und gleichzeitig die Angstperlen auf die Stirn treibt. Ihr fragt euch ständig, was muss ich tun, wo muss ich hin, kann ich da hin und was zum Teufel ist DAS da vorne. Genau hier kommt die Optik ins Spiel, die euch stellenweise fassungslos und angeekelt zurücklässt. Gewalt, Blut, entstellte und entfremdete Körper und viel Gore sind euer ständiger Begleiter. Das ist zwar alles nicht wirklich „schön“ anzusehen trotzdem sehr packend, sodass ihr gerne den Höllentrip wagt.Agony-gamescom-vorschau-bild-5

Vielversprechend

Marco K.

Agony ist eines dieser Spiele, die sich sofort in euer Gehirn einbrennen. Dafür sorgt allein schon die teilweise wirklich heftige Optik. Dass Surival-Horror auch anders geht, zeigt der Titel klar beim Gameplay, wobei die Offenheit natürlich auch für Frust und Unverständlich bei euch sorgen könnte. Trotz vieler Fragenzeichen, die sich nach unserem Anspiel-Termin ergeben, wollen wir unbedingt noch mal in die Hölle von Agony abtauchen.
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