Frisch von der Gamescom: Kingdom Come Deliverance

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Wenn wir als geschulte Gamer an RPG’s wie Skyrim denken, dann fallen uns meist Schwertkämpfe, aber auch Dinge wie Magie oder Drachen ein, richtig? Beim Blick auf Kingdom Come Deliverance streichen wir jedoch dieses Mal die Drachen und die Magie und beschränken uns auf die Dinge, die auch wirklich realistisch sind. Bei den Entwicklern der Warhorse Studios hat man es sich nämlich zur Aufgabe gemacht, eine Geschichte aus dem Böhmen des 15. Jahrhunderts möglichst originalgetreu nachzuerzählen. Der Titel erscheint im Februar 2018 und wir konnten auf der gamescom erstmalig selbst eine Mission spielen.

Der Wahrheit auf der Spur

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Entgegen dem üblichen Ablauf von Videospielen ist euer Charakter Henry kein Held, der sich schwertschwingend durch die feindlichen Linien schnetzelt. Viel eher ist es eine von vielen Geschichten, die sich vor über 600 Jahren in Europa abgespielt haben. Der König ist tot und die Machtverhältnisse im Land sind unklar, wobei verschiedene Parteien versuchen, eben jene Macht an sich zu reißen. Mittendrin Henry, der versucht in dieser Welt seinen Platz zu finden und über den wir im Laufe des Spiels eine ganze Menge lernen.

In der spielbaren Demo werden wir mit einem Verbrechen konfrontiert, welches in einem unweit entfernten Dorf stattgefunden haben soll. Einige Männer sollen einen Hof überfallen und dabei Pferde als auch einige Männer getötet haben. Zusammen mit einer Schar anderer Männer wird Henry entsendet, um dem Ganzen auf die Spur zu gehen. Am Ort des Geschehens angekommen, offenbart sich uns dabei ein Bild der Verwüstung. Überall ist Blut und die Pferde und Männer wurden scheinbar sinnlos abgeschlachtet. Was ist hier nur passiert? Überraschenderweise kommen bei dieser Frage wir ins Spiel. Fast schon im Stile eines LA Noire befragen wir die Überlebenden und untersuchen die Umgebung nach Hinweisen, um herauszufinden, wo die Schuldigen abgeblieben sind und was hier wirklich vorgefallen ist. Nach einiger Zeit werden wir fündig und entdecken zwei der Verantwortlichen in einem Wald außerhalb des Dorfes. Einer von Ihnen scheint verwundet zu sein. Nun steht ihr vor der Wahl, euch dem Kampf zu stellen oder die anderen Männer auf dem Hof zu informieren, um gemeinsam mit Verstärkung die Schuldigen niederzustrecken. Nur eine von vielen Freiheiten, die euch Kingdom Come Deliverance in dieser Mission bietet.

Für Geschichtsfanatiker

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Dabei ist das Spiel kein Actionepos und auch die Kämpfe wirken deutlich träger und langsamer als bei den Genre-Kollegen. Dafür steckt in jeder Ecke die Liebe zum Detail und Realismus, die auch vom Entwicklungsteam von Anfang an versprochen wurde. Die Spielwelt wurde originalgetreu der echten Welt zur damaligen Zeit nachempfunden. Gleiches gilt für die Charaktere und deren Sprache und Verhalten. Dies hat zum Nachteil, dass ihr teilweise lange Reitpassagen durch recht identisch aussehende Feldwege vor euch habt. Die echte Welt hat nun Mal nicht alle 50 Meter einen Dungeon oder ähnliches zu bieten. Das trägt zum authentischen Erlebnis von Kingdom Come Deliverance bei, könnte aber auf so manchen Spieler auch abschreckend wirken.

Grafisch, muss ich gestehen, hat mich das Spiel nicht vom Hocker gehauen. Auf Seiten der Umgebung haben wir wirklich sehr realistisch aussehende Wege und Wälder. Die Charaktere wirkten auf mich aber noch ein wenig Hölzern, was ihre Mimik und Animationen angeht. Umso stärker dafür aber die Synchronsprecher, die allesamt sehr gut auf die jeweiligen Personen gepasst haben.

Dass Kingdom Come Deliverance mehr zu bieten hat als gute Dialoge und ein anspruchsvolles Kampfsystem, konnte uns die Demo auf der gamescom durchaus beweisen. Mit so viel Detektivarbeit hätte ich im Vorfeld nicht gerechnet. Es ist definitiv interessant, dass noch kein anderer Entwickler sich in diesem Ausmaß an einem realistischen RPG versucht hat, denn so erfrischend hat sich schon länger kein Spiel dieser Art mehr angefühlt. Dennoch bleiben kleine Restzweifel, ob der Spannungsbogen des Spiels auch über Dauer hoch genug gehalten werden kann. Sehen werden wir das spätestens im Februar 2018. Dann nämlich erscheint Kingdom Come Deliverance für den PC, PS4 und die XBOX One.

Vielversprechend
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