Frisch von der Gamescom: Outcast – Second Contact

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Schenkt man dem Volksmund sein Vertrauen (und das machen ja bekanntlich viele), dann leben Totgeglaubte meistens länger. Outcast: Second Contact ist ein Vorzeigevertreter solch totgeglaubter Seelen. Das für seine Zeit mehr als ambitionierte Action-Adventure erschien erstmals 1999, erhielt ein überaus positives Kritikerecho, blieb finanziell aber deutlich hinter seinen Erwartungen zurück. Nun, fast 20 Jahre später, steht ein Neuaufguss des von vielen Fans verehrten Spiels in den Startlöchern. Auf der Gamescom hatten wir die Chance, einem der Ur-Entwickler des Spiels zu lauschen und selbst Hand an die modernisierte Fassung zu legen.

Zurück von den Toten

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Wie es bei Remakes meistens der Fall ist, hat sich auch bei der Neuinterpretation von Outcast nicht all zu viel am eigentlichen Spiel geändert. Im Kern ist Outcast immer noch so wie vor 18 Jahren. Was aber als erstes auffallen dürfte, ist der neue Look, der teils ganz nett aussieht, aber im Jahre 2017 wohl leider niemanden mehr vom Hocker hauen wird. Landschaften wirken generisch, gerade die Animationen der vielen Charaktere wirken klobig und altbacken. Als negatives Highlight steht hier die Sprunganimation Parade, die einen direkt in die holprigen 90er zurückwirft.

Pew Pew ohne Boom

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Ernsthafte Verbesserungen nahm man dafür allerdings am Kampfsystem des Spiels vor. Dieses spielt sich schon merklich aktueller als der Rest des Spiels. Leider nimmt einem im nächsten Moment das mickrige Trefferfeedback allen Wind aus den Segeln und lässt den Spielspaß merklich dämpfen. Generell spielt sich Outcast eigentlich ganz gut, aber nunmal auch nicht überragend. Man kann wie 1999 mit den selben Tugenden einer offenen und miteinander vernetzten Welt, in der “echte“ Charaktere leben, glänzen, aber wie lebendig diese Welt im Jahre 2017 ist, steht auf einem anderen Blatt.

Zeitreisender

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Outcast: Second Contact wirkte auf mich wie ein Herzensprojekt, das Fans unbedingt wieder auf der großen Bühne sehen wollten, dafür aber nicht die nötigen Kapazitäten aufbringen konnten. Das Spiel strahlt einfach keinen fertigen Eindruck aus. Da passt es ganz gut ins Bild, dass das Projekt eine gescheiterte Kickstarter-Vergangenheit eingekerbt hat und nun auf eigene Faust verwirklich wird. Derzeit wirkt Outcast: Second Contact wie ein Spiel, das gerade so aus dem Jahr 1999 in die Jetztzeit gebracht wurde, hier allerdings gar nichts zu suchen hat. Beinharte Fans wird das sicher nicht stören, für alle anderen hoffen wir, dass sich bis zum Release, der noch für dieses Jahr angekündigt ist, noch einiges an Outcast: Second Contact ändert.

Schwach
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