Frisch von der Gamescom: Ruiner

Frisch von der Gamescom Ruiner1

Mitten in Warschau sitzt das kleine Entwicklerstudio Reikon Games, das derzeit noch auf Hochtouren am letzten Feinschliff seines Debütspiels Ruiner sitzt. Ruiner ist überwiegend rot, überwiegend dunkel und überwiegend brutal. Man kämpft sich in rasantem Tempo von Seitengasse zu Seitengasse, was einem Segen gleichkommt, denn wissen will man eigentlich nicht, was sich in diesen kleinen Vorhöfen der Hölle verbirgt. Das stilsichere Action-Game ist tief mit den Traditionen japanischen Cyberpunks verwurzelt und zieht seine Inspiration aus zahlreichen Animes. Ein wenig Ghost in the Shell hier, ein bisschen Akira da, aber auch eine Prise westliches Blade Runner darf nicht fehlen. Das ist gut und richtig, fühlt sich durch den starken Artstyle trotzdem originell an und macht Spaß. Nur eines sollte euch bewusst sein: In der Welt von Ruiner ist kein Platz für den winzigsten Fleck Licht.

Schneller Shooter für beide DaumenFrisch von der Gamescom Ruiner3

Vordergründlich ist Ruiner aber nicht nur ein hübsches Spiel, sondern besonders ein anspruchsvolles und schnelles Spiel. Während der Demo-Version, die wir auf der Gamescom gemeinsam mit einem der Entwickler von Reikon Games spielen konnten, waren wir mit einem äußerst zuverlässigen Katana bewaffnet, welches ordentlich Traubensaft an und um unsere Widersacher zurückgelassen hat. Zusätzlich gab es diverse Schusswaffen, von Pistole bis Uzi, die unser Leben leichter machen sollten. Ruiner spielt sich wie ein klassischer Twinstick-Shooter, vielleicht ein wenig schneller. Das mag auf den ersten Blick nicht all zu besonders klingen, die Kontrolle über unseren Charakter ist aber äußerst präzise und gelungen ausgefallen, was den Spielspaß enorm in die Höhe treibt.

Gameplay-Mix mit Potential

Frisch von der Gamescom Ruiner4

Der Clou an Ruiner sind allerdings diverse Zusatzfähigkeiten, die den Basis-Spielelementen einen neuen Twist verleihen. Essentiell ist hier beispielsweise ein Dash-Move, der bis zu drei Mal hintereinender verkettet werden kann. Hat man gerade genug Energie parat, kann man sogar die Zeit verlangsamen und so noch zielsicherer planen, wo der Vorwärtsschwung enden soll. Ruiner belohnt aggressives Vorgehen, schnelle Spieler finden eher ans Ziel als bedachtere Zeitgenossen. Spielerisch finden wir uns irgendwo zwischen Hotline Miami, Dead Nation und vielleicht sogar einem Funken DMC wieder, so wirklich vergleichen lässt sich Ruiner aber nicht. Das Grundprinzip scheint zwar so grundlegend, ja fast schon hundert mal da gewesen zu sein, trotzdem spielt es sich frisch und fühlt sich unverbraucht an.

Undurchsichtiger Cyberpunk

Frisch von der Gamescom Ruiner2

Abseits der Gameplayebene hat man in Ruiner tatsächlich auch den Fokus auf eine Geschichte gelegt. Viel wollte man uns auf der Gamescom dazu aber nicht verraten, man wolle den Spaß ja nicht verderben, hieß es. Während des Probespielens wurde aber schnell klar, dass es sich dabei wohl nicht nur um leere Worte handle. Nach einer Tutorial-Mission gelangte man in der Demoversion recht fix zu einer Art Hub-World, von der man sich in neue Gebiete stürzen kann, aber auch mit Leuten ins Gespräch kommt wenn man denn möchte.

Worum es in Ruiner tatsächlich geht, weiß ich nach unser kleinen Stadtführung aber nicht. Ich vermute Rache scheint eines der treibenden Motive zu sein. Das werde ich aber sicherlich selbst herausfinden, Ruiner scheint mir nach diesem kurzen Einblick nämlich eines der derzeit heißesten Indie-Eisen im Feuer zu sein. Schnell, unscheinbar und düster: Merkt euch dieses Spiel vor.

Ruiner erscheint am 26. September für PC, PlayStation 4 und Xbox One.

Bombastisch
Frisch von der Gamescom: Ni No Kuni 2 Frisch von der Gamescom: The Crew 2
Comments