Frisch von der Gamescom: Vampyr

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Das Genre der blutsaugenden Nachteulen ist für viele ein kitschiges Unterfangen. Vor rund 2 Jahren kündigte der Entwickler Dontnod Enertainment mit Vampyr einen Titel an, dessen erste Gameplayszenen genau das Gegenteil beweisen sollten. Auf der Gamescom durften wir uns den Titel anschauen und erhielten einige neue Infos.

Vampire mit Werten

In Vampyr übernimmt der Spieler die Rolle von Jonathan Reid, einem Vampir-Doktor, der im London des 19 Jahrhunderts für das Überleben seiner Art kämpft. Das Leben zu dieser Zeit ist ein unbequemes, vor allem als Vampir. Als wären die ehrgeizigen Vampirjäger nicht schon lästig genug, bekriegen sich auch noch die verschiedenen Untergrund-Organisationen der Blutsauger. Jonathan operiert dabei für The Cure, eine Organisation, die versucht als Vampire einen moralisch akzeptablen Lebensstil zu pflegen. Doch wie es das Schicksal will, kommen ihm und seinen Verbündeten dabei andere Artgenossen in die Quere.

Gamescom-Vorschau Vampyr3

Die Organisation Jonathans operiert dabei aus einem alten Krankenhaus, in dem wir in der Gamescom-Präsentation starteten. Das Krankenhaus ist dabei eine Art Basis, in der ihr zur Ruhe kommen könnt und es keinerlei Konflikte zwischen den Vampiren geben darf. Die Stadt selbst macht optisch einen mehr als nur soliden Eindruck. Egal ob die verlassenen Gassen oder eine sonst so gemütliche Bar: Bei Vampyr ist alles heruntergekommen und die Stadt in ein tristes Grau gehüllt. Außerdem sorgt die Leere der Stadt für ein Sinnbild der herrschenden Stimmung unter den Bürgern und auch optisch kann der Titel mit etlichen Konkurrenten mithalten und das, obwohl sich das Projekt noch in der Alpha-Phase befindet. Die perfekte Atmosphäre und den passenden Look für ein solch düsteres Setting hat das Spiel also allemal.

Durch die Schatten

Frisch von der Gamescom: Vampyr2

Doch nun zum Gameplay: In der Spielwelt von Vampyr könnt ihr euch frei bewegen und natürlich stoßt ihr früher oder später auf den einen oder anderen Feind. Sobald dies geschieht wechselt ihr in den Kampfmodus. Ausgestattet mit einer Machete geht es in in den Kämpfen vor allem ums Timing. Ihr nehmt einen Gegner in den Fokus und könnt ihm ordentlich zusetzten. Beim Ausweichen, was einen wesentlichen Teil des Kampfsystems ausmacht, huscht ihr in Form eines raschen Schattens in die jeweils ausgewählte Richtung.

Aber auch Freunde des gekonnten Schleichens werden auf ihre Kosten kommen. Denn ihr könnt euch als Schatten, der für die Wachen und Co unsichtbar ist, für eine gewisse Zeit durch die finsteren Straßen bewegen. Und bahnt ihr euch geräuschlos an einen Gegner an, so könnt ihr diesen nicht nur heimlich ausschalten, sondern auch das Blut aus seinen Adern saugen. Dieses Feature füllt euren Gesundheitsbalken wieder auf und boostet gleichzeitig eure Blutanzeige. Eure Blutreserven könnt ihr dabei einsetzen, um tödliche Spezialfertigkeiten vom Stapel zu lassen, wie etwa einen Teleportationsangriff, bei dem mehrere Gegner in wenigen Sekunden dahingeschnetzelt werden.

Blutige Detektivarbeit

Gamescom-Vorschau Vampyr2

Neben dem aggressiven Gameplaypart geht ein Großteil der Spielmechanik wesentlich ruhiger von statten. Denn als Vertreter für The Cure fallt ihr ebenfalls in die Rolle eines Ermittlers. Dabei geht ihr Hinweisen nach, befragt Zivilisten und untersucht die Tatorte verschiedenster Vorkommnisse. Die Stadt ist ein soziales System, das ihr beeinflussen könnt, denn die wichtigste Frage, die die Entwickler sich gestellt haben ist: „Wer darf leben, wer muss sterben?“ Schließlich seid ihr ein Vampir und müsst überleben.

In diesem Rahmen könnt ihr Nebenquests starten, in denen immer wieder neue Figurenkonstellationen auftauchen. Manche dieser Figuren haben dabei dunkle Geheimnisse, andere sind gutmütig und unschuldig. Wenn ihr der Nebenquest nachgeht und alle Hinweise sammelt, so könnt ihr den Übeltäter unter ihnen entlarven und euch das kostbare Blut ergattern. Mit dem Blut erhaltet ihr Erfahrungspunkte, steigt im Level und könnt somit eure einzigartigen Vampirfähigkeiten erweitern und aufbessern. Allerdings hat jeder Zivilist eine eigene Blutqualität. Das heißt es liegt bei euch, ob ihr einen wahnsinnigen Mörder tötet und wenig Erfahrung bekommt oder ob die unschuldige barmherzige alte Dame euch zum Opfer fällt.

Vielversprechend

Oliver K

Insgesamt machte Vampyr einen überaus vielversprechenden Eindruck und definitiv Lust auf mehr. Das atmosphärische Setting zieht einen nach wenigen Minuten in den Bann und das Gameplay wirkt wie ein Mix aus den Stärken anderer bekannter Titel. Wer Lust auf Vampire hat, der sollte sich diesen Titel durchaus auf den Zettel setzen.
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