Vorschau: 2Dark

Frédérick Raynal gilt dank seiner Alone in the Dark-Reihe als Pionier des Survival-Horrors. Demnächst veröffentlichen das verantwortliche Entwicklerstudio Gloomywood und der Publisher Bigben Interactive sein neuestes Werk mit dem kuriosen Titel 2Dark. Die düstere Mixtur aus Stealth-Shooter und Horror-Adventure erscheint für den PC, die PlayStation 4 und die Xbox One.

Für die Entwicklung des Spiels konnte Gloomywood mehr als 30.000 Euro bei einer Crowdfunding-Kampagne einsammeln. Die Veröffentlichung des Spiels war bereits für das erste Quartal 2016 angesetzt. Weitere Verschiebungen folgten. Nun soll das Spiel im März dieses Jahres endlich seinen Weg aus der Dunkelheit zu uns finden.

 

Entführte Kinder an verlassenen Orten

In dem Spiel wird der beschauliche Ort Gloomywood von Kindesentführungen erschüttert. Ihr übernehmt die Rolle von Detektiv Smith. Als seine Frau ermordet wird und auch seine Kinder entführt werden, will er der Sache mit aller Macht ein Ende setzen. Ihr steuert den Detektiv mit Blick aus der Vogelperspektive und müsst in den gruseligen Orten herumschleichen, in denen die Kinder gefangen gehalten werden, um sie zu befreien. Natürlich führt euch euer Weg an etlichen Feinden vorbei, die ihr ausschalten oder vor denen ihr euch verstecken könnt. Ein direkter Kampf ist zwar möglich, allerdings sind die Feinde äußerst stark und ebenfalls bestens bewaffnet.

Das Grundkonzept ist recht simpel gehalten und wird dem Titel gerecht: Wenn ihr euch in der Dunkelheit befindet, können euch die Feinde nicht sehen. Ihr sammelt auf eurem Weg jede Menge nützliche Gegenstände ein, wie Brecheisen, Schlüssel und Patronen. Allerdings auch Dinge, die im wahrsten Sinne ein wenig Licht in die Sache bringen: Neben Streichhölzern und Kerzen gibt es auch Batterien, die ihr in eure Taschenlampe einsetzen könnt. Doch Vorsicht: Die Energie reicht nur für eine gewisse Zeit. Auf dem Bildschirm wird stets angezeigt, inwieweit du für die Feinde zu sehen oder zu hören bist. Also achte unbedingt darauf, nicht zu früh aus deinem Versteck zu treten oder allzu viel Lärm zu machen.

 

Psychopathen und Zirkusclowns

 

Die erste Mission beginnt auf einem verlassenen Messegelände. Dort haben die ehemaligen Zirkusleute Kinder entführt und verkaufen sie an diejenigen, die es sich leisten können. In dem ehemaligen Zugfahrtbereich lauern überall tödliche Fallen in Form von verfallenen Schienensystemen oder Löchern im Boden, die den sofortigen Tod bedeuten. Zu euren Aufgaben zählt es, die richtigen Schlüssel und Schalter zu finden, um Tore und Türen zu öffnen oder den Strom im Gebäude wiederherzustellen. Mithilfe der Brechstange könnt ihr Kisten und Holzsärge knacken, um an zusätzliche Munition und Batterien zu gelangen.

Findet ihr dann schließlich die Kinder, müssen diese aus dem Gebäude in die Freiheit gebracht werden. Da diese jedoch sehr ängstlich sind, weinen sie gelegentlich oder können auch mal laut werden. Damit ziehen sie dann natürlich die Aufmerksamkeit der Wachen auf sich. Manchmal laufen die Kids auch einfach vor lauter Panik los und landen direkt in den Armen der Mörder. Zum Glück könnt ihr auf eurem Weg auch Süßigkeiten sammeln und sie so zeitweise beruhigen. Im Notfall lässt sich auch jeweils eines der Kinder packen und tragen. Sollte sich die Situation als allzu gefahrenvoll erweisen, ist es auch möglich alle Kinder an einem sicheren Ort „zwischenzuparken“. Dann könnt ihr zunächst einmal die Gegner ausschalten oder in Ruhe die Rätsel lösen.

 

Dunkelheit auf allen Ebenen

Der Retrolook im pixeligen Voxel-Stil kann sicherlich einigen gefallen, allerdings ist es dadurch rein optisch manchmal schwer zu beurteilen, ob ihr euch sicher in Deckung befindet oder nicht. Einige Fallen und Löcher im Boden sind auch mit größerer Lichtquelle nicht gleich als solche zu erkennen. Ein langsames Vorgehen oder häufige Speichervorgänge sind also angesagt.

Das Spiel lässt sich jederzeit speichern. Dies wird durch das Rauchen einer Zigarette ausgeführt. Nicht in jeder Situation die beste Idee: Es dauert ein wenig, bis Smith den Glimmstängel aufgeraucht hat. Zudem ist er aufgrund des Feuers für einige Zeit in seinem dunklen Versteck zu sehen und kann somit die Feinde anlocken. Auch für diese Aktion sollte sich also ein ruhiger abgelegener Ort ausgesucht werden.

Egal, ob es sich um ein Husten handelt oder ihr mit den Kindern sprecht: Sobald es allzu laut wird, lockt ihr zahlreiche Psychopathen oder Tiere an, gegen die ihr alleine machtlos seid. Die Utensilien sind recht knapp verteilt, so dass ein sparsames Verwenden von Knarren und Lichtquellen angesagt ist.

Düstere Stimmung
Gut zu steuern
Leichter und schneller Einstieg
Fordernde Kämpfe
Voxel-Grafik gewöhnungsbedürftig
Optisch manchmal unübersichtlich
Gewalt gegen Kinder
Passabel

Andreas

Trotz einiger Gefechte solltet ihr wissen, dass es sich in erster Linie um ein Horror-Adventure handelt, in dem ihr mit Vorsicht durch die dunklen Gänge schleichen müsst. In manchen Fällen entwickelt sich das Ganze zu einem ziellosen Wandern, da sich die wichtigen Gegenstände in irgendeinem Raum oder Schrank befindet. Da braucht es dann schon etwas Geduld, bis sämtliche Gänge und Ecken der Gebäude abgesucht sind; zumal auch hier nicht jeder Schlüssel oder Hinweis gleich gut erkennbar ist. Eventuell ergibt sich für manche noch ein Kritikpunkt am Inhalt: Denn auch wenn das ganze Geschehen auf eine comichafte und überzogene Weise dargestellt wird, geht es immerhin um die Entführung, den Missbrauch und die Ermordung von Kindern. Gleich in der ersten Mission ist es durchaus möglich, dass die kleinen Racker in dem verlassenen Freizeitpark von den Entführern niedergestreckt oder von einem Löwen-Duo gerissen werden. Wenn ihr euch an den düsteren Aspekten, sowohl visuell als auch inhaltlich gesehen, nicht stört, erwartet uns in wenigen Tagen ein klassischer Survival-Horror mit vielen kleinen Rätseln.
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