Vorschau: A Plaque Tale – Innocence

Das Mittelalter in Europa war eine schwierige Zeit in welcher nicht nur die Hexenverfolgung stattfand, sondern auch der schwarze Tod um sich griff. Dabei stellte sie eines der wenigen Ereignisse der Menschheitsgeschichte dar, welches die globale Bevölkerungszahl merklich dezimierte. Das französische Entwicklerstudio Asobo hat nun eben diese Zeit auserwählt, um mit einem neuen Action-Adventure eine packende und emotionale Geschichte rund um zwei Kinder zu erzählen, die sich gegen die Gefahren dieser Epoche erwehren müssen. Wir konnten nun einen ersten Blick auf die Geschehnisse in A Plaque Tale riskieren und unser erster Eindruck ist äußerst vielversprechend!

Eine Ratte kommt selten allein

Wir schreiben das Jahr 1349 und der Schauplatz des Geschehens ist das Königreich Frankreich, in welchem der schwarze Tod gerade um sich greift. Die Geschichte dieses rund zwölf Stunden langen Titels dreht sich um das junge Mädchen Amicia und ihren kleinen Bruder Hugo, die auf sich alleine gestellt um ihr Leben kämpfen müssen. Dabei schlüpfen wir selbst in die Rolle von Amicia und durchstreifen zusammen mit unseren Bruder, welchem wir auch Befehle geben können, die unterschiedlichen Level des Spiels.

Entsprechend warten auf uns hier, wie wir es bereits aus zahlreichen anderen Genre-Vertretern kennen, zahlreiche Rätsel, die durch die Zusammenarbeit der beiden Geschwister gelöst werden können. In einer Szene geht es beispielsweise darum, den Zugang zu einer Gruft in einer alten Kapelle zu erreichen, welcher von einem Haufen Ratten versperrt wird. Bevor der Weg freigelegt wird, gilt es allerdings einige kleine Aufgaben zu erfüllen wie einen Kronleuchter zum Fall zu bekommen und Hugo durch ein paar Trümmer hindurch kriechen zu lassen, um an brennbares Material zu gelangen.

Wenn wir hier von einem „Haufen“ Ratten sprechen, dann möchten wir dies mit besonderer Inbrunst betonen, denn was der Entwickler Asobo mit der eigenen Spiel-Engine in A Plaque Tale abliefert ist sehr beeindruckend. Nicht nur wirkt das Leveldesign authentisch und vor allem auch atmosphärisch, ebenso bekommt der Spieler es hier mit einem riesigen Schwarm an Pest-übertragenden Ratten zu tun, die über den Boden und sogar sich selbst klettern und jedes Stück Fleisch fressen, das ihnen vor die Schnauze kommt. Und da unsere beiden Protagonisten aus Fleisch bestehen, sollte hier jeglicher Kontakt vermieden werden.

Wie gefährlich diese kleinen Kreaturen sein können, lässt sich an zwei Wachen hervorheben. Diese haben unseren Bruder gefangen genommen und werden zudem durch die Laternen geschützt, die diese mit sich tragen. Ratten verabscheuen Licht und halten sich in A Plaque Tale möglichst weit von solchen Quellen entfernt. Entsprechend wird es auch gleichzeitig zu unserer primären Waffe im Spielverlauf und kann so auf unterschiedliche Art und Weise genutzt werden. Allerdings verfügt Amicia auch über eine Schleuder, mit der die Laternen der Wachen zerstört werden können. Ist dies getan dauert es nur Bruchteile von Sekunden bis sich die Ratten auf die Gardisten stürzen und diese bei lebendigen Leibe verspeisen – effektvoll und verstörend zugleich.

Ein reines Action Abenteuer

Mit A Plaque Tale hat sich Asobo zudem für den sicheren Weg entschieden und ist möglichen Experimenten im Gameplay direkt aus dem Weg gegangen. Zwar wird man es so im Spielverlauf mit zahlreichen Möglichkeiten zu tun bekommen die Umgebung zum eigenen Vorteil zu nutzen, allerdings wird es keine Survival-Elemente oder gar große Entscheidungen geben, die den Spielverlauf beeinflussen. Anstelle dessen möchte man hier eine möglichst authentische und vor allem emotional fesselnde Spielerfahrung abliefern umso den Nutzer zu begeistern und dessen Gefühle zu schüren.

Interessant ist zudem, dass sich Asobo bei der Entwicklung von A Plaque Tale sehr stark an geschichtlichen Aufzeichnungen und vor allem Bildern aus der Zeit des Mittelalters orientiert hat, um die Welt des Spiels zu erschaffen. Natürlich fallen dabei manche Szenen im Spiel überspitzter aus als es die Realität je sein könnte und sind im Endeffekt nur Extrapolationen der tatsächlichen Geschehnisse, jedoch haben diese offenbar positiv dazu beigetragen, eine sehr eindrucksvolle Spielwelt zu erschaffen.

Im Verlauf des Titels soll es des Weiteren auch verschiedenste Spielelemente wie eine Stealth-Mechanik geben. Allerdings hat man sich auch hier gänzlich von Kämpfen distanziert. Zwar wird es möglich sein, Laternen von Wachen zu zerschießen, aber dennoch wird es keine richtigen Kämpfe mit eben diesen geben. Die Protagonisten in A Plaque Tale sind schlussendlich immer noch Kinder und als solche sollen diese vom Spieler auch wahrgenommen werden. Entsprechend wird es keine weiteren Waffen oder Werkzeuge im Spiel geben, die wie die Schleuder eingesetzt werden können. Dafür wird der Spieler aber Zugriff auf ein Crafting-System haben, in welchem man via Alchemie verschiedene Items herstellen kann.

Tolles mittelalterliches Setting
Imposante Grafik
Atmosphärisches Ambiente
Keine Überraschungen im Gameplay
Vielversprechend

Daniel M.

Wer von A Plaque Tale – Innocence noch nichts gehört hat, der sollte spätestens jetzt die Augen und Ohren aufsperren, denn hinter diesem Titel steckt enorm viel Potential und der erste Eindruck macht deutlich Lust auf mehr. Auch wenn die Handlung sich von anderen Action-Adventures nur spärlich unterscheidet und auch im Gameplay keine sonderlich großen Überraschungen zu erwarten sind, so sind es doch gerade das einzigartige Setting und die sehr atmosphärische und düstere Aufmachung des Spiels, die hier besonders zu beeindrucken wissen. Alleine schon das Herumwuseln von Hunderten von kleinen, schwarzen Ratten ist sowohl beeindruckend als auch verstörend und wir können sehr gespannt sein wie gut A Plaque Tale schlussendlich werden wird.
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