Vorschau: Aven Colony

AvenColony (9)Szenarien, dass wir Menschen von unserer Erde umsiedeln müssen, gibt es fast so viele wie den Sand am Meer. Ob in Filmen, wie zuletzt Passengers mit Chris Pratt und Jennifer Lawrence, oder in Büchern, unsere Fantasie trifft immer wieder auf solch futuristischen Gedanken. Auch in Computerspielen wurde dieses Thema schon einige Male aufgegriffen. Nun kommt mit Aven Colony aber ein Spiel, das aus der Masse herausstechen will. Wir haben eine Vorabversion für euch getestet.

Aven Colony bietet euch zu Beginn ein kleines Tutorial namens Holo Sim in zwei Teilen an, in denen das Spiel euch die Grundlagen beibringt. Zuerst erfahrt ihr, wie ihr am besten eure Kameraposition einstellen könnt. Diese ist recht flexibel und lässt euch so gut wie jeden beliebigen Winkel einnehmen. Weiter erklärt euch das Holo Sim, welche Ressourcen für euch wichtig sind und wie ihr diese an- bzw abbauen könnt. Dafür wird euch auch der Bau von Gebäude erklärt. Zusätzlich erklärt sich so auch das Interface am unterem Rand des Spiels, der euch verschiedene Indikatoren und Menüs anzeigt.

aven colony tutorial

Auf in die Kampagne

Nachdem das Tutorial durchgespielt ist, führt euch das Spiel direkt in die erste Kampagne namens Vanaar. Manch Anfänger mag sich vielleicht fragen, was all die anderen Gebäude und Ressourcen sind, die im Tutorial nicht auswählbar waren und wie sie wissen sollen, was sie machen müssen. Hier kann aber Entwarnung gegeben werden. Während der Kampagne erhaltet ihr immer wieder neue Missionen, die euch den Bau bestimmter Gebäude nahelegen und gleichzeitig erklären. So erhaltet ihr auch während des freien Spiels weiterhin Unterstützung beim Erbau eurer Kolonie.

Was ein bisschen irritierend während der Beta war, ist die Tatsache, dass es praktisch keine Ladebildschirme oder Anzeigen gibt. Im ersten Moment habt ihr das Gefühl, das Spiel wäre abgestürzt oder der Rechner hätte sich aufgehangen. Hier gilt es, einfach ein wenig Geduld zu wahren und dann geht es ins Spiel. Sicherlich kommt da zum finalen Release des Spiels noch ein kleine Besserung.

Überblick Aven Colony Kampagne

Während der ersten Kampagne baut ihr eure Zukunftssiedlung immer weiter aus. Hierfür müsst ihr aber eure Indikatoren im Auge behalten. Ihr müsst für genügend Strom für eure Gebäude sorgen, was ihr durch Wind- und Solaranlagen schafft. Aber Vorsicht: Die Solaranlagen funktionieren nur im Sommer. Eine Besonderheit des Spiels ist nämlich der Ablauf eines festen Zyklus. So heißt eine Periode auf dem fremden Planeten Sol. In einer Sol, vergleichbar mit unserem Tag, durchstreift ihr aber alle Jahreszeiten jeweils einmal. So wird es in der Nacht gleichzeitig eiskalt und die Sonne steht euch nicht mehr als Energiequelle zur Verfügung.

Dies wirkt sich aber auch auf andere Gebäude aus. Durch den Winter ist es euren Farmen nicht möglich, Reis, Melonen oder andere Grundressourcen anzubauen. Warum nun gerade Melonen, können wir nicht sagen. Aber jeder mag ja Melonen. So müsst ihr euch also auf den Winter vorbereiten und dafür Lager bauen. Sollten die Vorräte allerdings knapp werden, könnt ihr die Verteilung an die Einwohner über politische Verordnungen (Police) einschränken. Dies wirkt sich zwar etwas negativ auf die Moral eurer Bewohner aus, aber ist eben ab und an notwendig.

Bürger Kamera Aven Colony

Wechselwirkung der Indikatoren

Die Moral ist ein weiterer wichtiger Indikator. Im Laufe des Spiels werdet ihr automatisch zur Wahl des Gouverneurs antreten. Um eure jetzige Position zu verteidigen, braucht ihr mindestens die Hälfte aller Stimmen der Bürger. Also ist es wichtig, die Moral eurer Gefolgschaft hoch zu halten. Dies funktioniert in erster Linie, indem alle eine Arbeit haben. Dafür müsst ihr nur eure Stadt vergrößern, da die meisten Einrichtungen automatisch Arbeiter brauchen. So wächst eure Kolonie nach und nach.

Zwischendurch werdet ihr immer wieder vor einige Herausforderungen gestellt, die ihr bewerkstelligen müsst. Sei es eben, die Luft zum Atmen in eurer Kolonie wieder zu reinigen oder eine Polleninvasion eines so genannten Creepers zu verhindern. Das Spiel erklärt euch aber, wie ihr mit diesen Aufgaben umzugehen habt. Auf diese Weise lernt ihr immer mehr, was in eurer Stadt alles möglich und zu beachten ist. So beginnt irgendwann der Handel mit anderen Kolonien, wofür ihr wiederum seltene Güter entwickeln müsst und durch ein Immigrationszentrum erhaltet ihr neue Bewohner, um euren Mauern stätig zu erweitern.

Drohnen bauen die Gebäude in Aven Colony

Ein weiteres Features sind in späteren Kampagnen die Entdeckungen auf diesem fernen Planeten. Mit Drohnen erkundet ihr alte Ruinen und erfahrt nach und nach, wie die Vergangenheit in dieser Gegend einmal ausgesehen hat. Dabei könnt ihr Artefakte sicherstellen, müsst aber umso mehr gegen die Eigenarten dieser Welt kämpfen und euch in Acht nehmen. Aber es gibt genügend Geheimnisse, die sich lohnen, sie aufzudecken.

Ein komplexes Aufbauspiel

Das Spiel kommt in einer netten Grafik daher, die durch die flexible Kamera von allen Seiten zu betrachten ist. Während des Spielens hört ihr im Hintergrund einen entspannten und ruhigen Soundtrack, der nicht vom Wesentlichen ablenkt, aber euch unauffällig im Ohr sitzt. Die Steuerung ist mit der Maus und der Tastatur recht einfach gehalten wie bei den meisten Aufbau-Spielen. Mit der Maus klickt ihr alles wichtige an und die Tastatur dient vornehmlich für Shortcuts.

Andere Welten in Aven Colony

Zwischendurch kommt es leider zu unerklärlichen Abstürzen des Spiels. Ohne große Fehlermeldung ist das Spiel dann einfach aus. Dies ist sicherlich auf die verfrühte Version für unseren Test zurückzuführen und sollte sich mit der Endfassung behoben haben. Durch eine automatische Speicherfunktion, die verborgen im Hintergrund agiert, habt ihr aber keinen Verlust euren Fortschritts, sollte es dennoch zu einem Absturz kommen.

Am Ende steht ein sehr komplexes Aufbaustrategiespiel, welches aber auch entspannt gespielt werden kann. Wie bei anderen Aufbauspielen ist es euch überlassen, wie weit ihr euren Ausbau voranschreiten wollt. Im Sandbox-Modus, also dem offenen Endlosspiel, habt ihr die volle Kontrolle. In der vorgefertigten Kampagne arbeitet ihr kontinuierlich auf das große Ziel hin und müsst dabei immer verschiedene Herausforderungen bewältigen. Dabei gilt es, darauf zu achten, nicht zu sehr in verschiedene Abhängigkeiten von Rohstoffen zu versinken. So kann Aven Colony euch tief in den Bann ziehen oder schnell frustrieren. Es liegt an euch.

Anspruchsvolle Grafik
Ruhiger Soundtrack
Komplexe Abhängigkeiten
Politische Einflüsse im Spiel
Viele verschiedene Baumöglichkeiten
Spannendes Entdeckungssystem
Herausfordernder Tag/Nacht-Zyklus
Ladebildschirme wirken wie Abstürze
Abstürze ohne Ursache
Nicht alle Steuerungen und Shortcuts sind sofort erkennbar
Je größer die Kolonie ist, umso schwieriger ist es, einzelne Gebäude zu erkennen
Vielversprechend

Philipp

Auch wenn es bisher nur die Beta-Version von Aven Colony war, so hat das Spiel doch richtig Spaß gemacht. Als Aufbau-Strategiespiel bietet es alles, was wir Spieler uns wünschen. Viele Gebäude, ein ausgereiftes Ressourcen-System und komplexe Abhängigkeiten der Bedürfnisse. Dadurch ergibt sich ein immer fortlaufender Spielfluss, der einen regelrecht in seinen Bann ziehen kann. Das Setting ist mittlerweile nichts neues oder ungewöhnliches mehr, aber die Entwickler haben ihre eigenen Kreationen geschickt mit eingebaut, so dass es nicht zu futuristisch wirkt. Die ersten Kampagnen haben Lust auf mehr gemacht und mit nicht einmal 30 Euro als Preis ist Aven Colony sicherlich für Fans des Spiele-Genres ein willkommenes Spiel für nicht ganz so viel Geld.
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