Vorschau: Blade & Soul Table Arena  

Als das MMO Blade & Soul im Jahr 2012 in Korea auf den Markt kam, fand der Titel auch hierzulande sehr schnell eine große Fangemeinde, die sowohl von Optik als auch den actionreichen Kämpfen des Titels mehr als angetan war. Trotzdem dauerte es knapp vier weitere Jahre, bis der Titel auch in Nord Amerika und Europa in einer entsprechenden Lokalisation gespielt werden konnte. Seither ist die Marke ungebrochen populär, sodass sogar ein gleichnamiger Anime produziert wurde. Nun dürfen sich Fans mit Blade & Soul Table Arena auch noch auf einen VR-Titel für Oculus Rift freuen, der allerdings gänzlich anders daher kommt, als man es sich denken mag.

„Zeit für ein Duell!“

Okay, mit dem bekannten Yu-Gi-Oh! Sammelkarten Spiel hat Blade & Soul Table Arena nicht mehr allzu viel gemein, doch sind die Duelle, die wir hier gegen einen anderen Mitspieler austragen müssen, mindestens ebenso packend, wenn auch nicht gleich derart strategisch. Das Spielprinzip hinter Blade & Soul Table Arena ist entsprechend schnell erklärt. Wir finden uns hier vor einer großen Tabletop-Arena wieder, welche wir von unserem Thron aus begutachten. Die Arena ist in Kacheln aufgeteilt und sowohl wir als auch unser Gegenüber, verfügen über zwei kleine Türme und unsere eigene Basis. Das Ziel ist es, letztere mit Einheiten, die wir beschwören müssen, zu zerstören um somit den Sieg davonzutragen.

Bevor wir allerdings ins Spielgeschehen eintauchen, finden wir uns in einem wunderschönen kleinen Workshop wieder, wo wir die unterschiedlichen Figuren, die allesamt aus dem Blade & Soul Universum stammen, sowohl betrachten als auch diese unserem Set hinzufügen können. Ein solches Set, mit welchem wir unsere Kämpfe bestreiten, besteht dabei aus sechs Figuren, wovon es im Spiel aktuell 37 Stück geben soll. Diese unterschieden sich dabei in zwei Kategorien: Charaktere bzw. Kreaturen und Zauber.

Jegliche Charakterfigur wird im Spiel dann auf das Feld beschworen, die von dort an schnurstracks auf die feindliche Basis zu rennt und alle Gegner auf ihrem Weg angreift. Zauber hingegen können unterschiedliche Wirkungen entfalten, wozu das Anrichten von Schaden, das Einfrieren von gegnerischen Figuren oder auch die Heilung eigener gehören kann. Soweit klingt dies noch relativ simpel, allerdings erreicht Blade & Soul Table Arena seinen richtigen Tiefgang erst bei näherer Betrachtung der verschiedenen Figuren, denn jeder Charakter verfügt über ganz eigene Eigenheiten, durch die ein ordentliches Maß an Strategie ins Spielgeschehen einfließt.

So unterscheiden sich die Charaktere zum einen in ihrer Art des Kämpfens, die sowohl auf Nahkampf oder Fernkampf ausgelegt sein kann. Während dies schon ein gewisses Maß an Planung der Beschwör-Reihenfolge vom Spieler abverlangt, so wird dies noch um einiges interessanter, sobald man seinen Blick auf die Fähigkeiten der verschiedenen Figuren setzt. Denn jede Figur hat ganz besondere Eigenschaften, die es unbedingt zu beherzigen gilt. So gibt es einen Charakter, der immer neue kleine Minions beschwört, ein anderer ist besonders gut im Nahkampf gegen große Gegnermengen und wieder ein anderer verstärkt die Angriffsgeschwindigkeit von nahen verbündeten Figuren.

Der Weg zum Sieg: Das richtige Ressourcenmanagement

Zum Beginn einer Spielrunde in Blade & Soul Table Arena haben wir insgesamt vier von sechs der verschiedenen Karten auf der Hand, die unsere spielbaren Figuren darstellen. Nachdem wir eine Karte ausgespielt haben, erhalten wir unverzüglich eine neue auf die Hand, wobei allerdings die Reihenfolge völlig zufällig strukturiert ist. Zudem benötigt jede Karte ein bestimmtes Maß an Energie, welche in Form von Kristallen daherkommt. Zum Beginn einer Runde haben wir zunächst volle Energie, danach wird es allerdings etwas kritischer, denn diese regeneriert sich zwar automatisch, jedoch ist hier gutes Ressourcenmanagement gefragt. Ebenso wichtig ist es, sein Figurenset gut strukturiert auszusuchen und eine bestimmte Strategie zu verfolgen, denn sonst steht man schnell ohne Energie da und muss zusehen wie der Kontrahent die eigene Basis zu einem Haufen Sägemehl verarbeitet.

Das Ausspielen der Karten erfolgt dabei sehr intuitiv, indem mit den Oculus Touch-Controllern einfach die entsprechende aktiviert wird. Dann gilt es diese nur noch auf eine gewünschte Stelle auf dem Spielfeld zu ziehen und schon geht das Spektakel los. Eine Spielrunde von Blade & Soul Table Arena ist zudem nur sehr kurz bemessen und beträgt im Schnitt nur wenige Minuten. Zudem können wir sowohl gegen menschliche als auch K.I.-Gegner antreten, wobei letzteres zumindest zum Beginn zu empfehlen ist, denn der Großteil der Figuren will erst mal freigespielt werden.

Solide und schnelle Gefecht
Strategisch anspruchsvoll...
Optisch hübsch inszeniert
VR-Gefühl hätte eindringlicher sein können
... aber mit etwas wenig Abwechslung
Passabel

Daniel M.

Mit Blade & Soul Table Arena bekommen nicht nur Fans des MMOs einen attraktiven und kurzweiligen Titel geliefert, auch kann sich hier jeder Neueinsteiger ohne große Mühe schnell zurechtfinden und spaßige, schnelle Mehrspieler-Partien absolvieren. Aktuell bleiben zwar noch einige Fragen offen, insbesondere was die Langzeitmotivation und die Einzelspielererfahrung angeht, aber zumindest für zwischendurch könnte Blade & Soul Table Arena durchaus ein sehr interessanter Titel sein, der einen näheren Blick wert ist. Etwas schade ist jedoch, dass die VR-Komponente, abgesehen von der Draufsicht auf das Geschehen, nur marginal zu glänzen weiß. Zwar wird man in die Welt hereinversetzt, doch gleichzeitig fühlt man sich nicht wirklich als Teil dieser.
Vorschau #2: Prey Vorschau: Lone Echo
Comments