Vorschau: Brass Tactics

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Neue Technologien bringen oftmals unterschiedlichste Eigenheiten mit sich, die zugleich völlig neue Wege eröffnen. Auch bei der virtuellen Realität lässt sich dieses Merkmal nicht missen, was sich insbesondere im Gaming-Bereich sehen lässt. Ein Spiel, welches dem Nutzer bisherige Herangehensweisen auf eine völlig neue Art und Weise präsentiert, ist Brass Tactics. Dieser Titel, welcher im Oktober 2017 für Oculus Rift erscheinen wird, fokussiert sich auf Echtzeitstrategie, bei der sich das Geschehen auf einer großen Tischplatte abspielt, während man selbst als Beobachter und vor allem als Spieler vor eben dieser steht und die eigenen Einheiten zum Sieg zu dirigieren versucht.

Das neue Age of Empires?

Wenn man sich das Entwicklerstudio hinter Brass Tactics etwas näher anschaut, so stößt man hier auf diverse Größen der Videospielindustrie, die schon an Spielen wie Call of Duty 2, Homeworld und Half-Life gearbeitet haben. Am auffälligsten ist hier zudem der Gründer des Studios „Mark Terrano“, der schon als Leaddesigner hinter dem „Age of Empires“-Franchise fungierte. Entsprechend dürften Fans der alten Strategie-Stube hier zurecht aufhorchen, denn auch diese Erfahrungen spielen merklich mit in Brass Tactics hinein.

An dieser Stelle sei direkt erwähnt, dass der spielerische Tiefgang nicht an ein Age of Empires heranreicht, was jedoch dem Spielspaß keinen Abbruch tut. Dies liegt insbesondere an der VR-Technik, bei der es für diese Art von Spiel sinnvoller erscheint, einfach zu meisternde Mechaniken einzubauen. Gerade ein umfangreiches Mikromanagement dürfte mit den relativ ungenauen Oculus Touch Controllern, zumindest im Vergleich zur klassischen Maus,  nur schwer zu erreichen sein. Entsprechend bietet Brass Tactics ein wesentlich rudimentäreres Spielprinzip, welches schon nach wenigen Spielminuten nahezu vollständig verstanden werden kann, wohingegen ein Meistern des Spiels trotzdem deutlich mehr Zeit in Anspruch nimmt.
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Strategie aus einer etwas anderen Perspektive

Haben wir uns die Oculus Rift erst einmal aufgesetzt, so finden wir uns in einem normalen Raum wieder, in dessen Mitte ein großer Tisch platziert wurde. Auf diesem erblicken wir auch direkt das eigentliche Landschaftsareal, auf dem schlussendlich das Spielgeschehen zu beobachten sein wird. Auf der eigenen Seite dieser Plattform lässt sich auch direkt die eigene Festung erspähen und an dessen Ende die Basis unseres Gegners. Wie man es sich nun bereits denken mag, so ist das Ziel des Spiels die Produktion von Einheiten sowie die Zerstörung der Festung des gegnerischen Spielers mit der Hilfe eben dieser.
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Bis wir jedoch dazu kommen, muss noch viel getan werden. So gilt es nicht nur Einheiten zu produzieren, auch wollen zahlreiche Punkte auf der Karte erobert werden. Diese Punkte bieten dabei zwei Vorteile: Zum einen können hier Arbeiter Ressourcen abbauen und zum anderen verfügen diese Punkte über Bauplätze, auf denen wir einzelne Produktionsgebäude errichten können. Denn im Gegensatz zu vielen anderen Strategie-Spielen werden neue Gebäude nicht etwa in der eigenen Basis, sondern auf dem ganzen Schlachtfeld errichtet.
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Die Basis selbst kann im Spielverlauf zudem durch Upgrades verbessert werden. Diese können beispielsweise die Verteidigung der Festung erhöhen, oder aber bestimmte Einheiten-Typen freischalten sowie diese verbessern. Da allerdings nur eine begrenzte Anzahl an Upgrade-Slots verfügbar ist, gilt es, sich hier frühzeitig eine Taktik zu überlegen, nicht zuletzt da die rund 18 Einheiten-Typen des Spiels über klassische „Schere. Stein, Papier“-Kampfmechaniken verfügen. Insgesamt dürfen sich Spieler hier auf 20 unterschiedliche solcher Upgrades freuen, von denen pro Spielrunde acht Stück verwendet werden können.
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Da die VR-Technologie natürlich gänzlich andere Verhaltensmuster vom Spieler abverlangt als wir es von klassischen Spielen gewohnt sind, so gilt es sich hier auf einige spezielle Mechaniken gefasst zu machen. Dies beginnt damit, dass wir uns selbst vor, bzw. über dem Spielgeschehen befinden und auf das Schlachtfeld herunterblicken. Ebenso müssen wir uns an die Steuerung via Touch Controller von Oculus gewöhnen, was allerdings durch die intuitive Steuerung sehr locker von der Hand geht. Witzig ist, dass wir auch jederzeit den anderen Spieler im Auge behalten können, wenn wir den Kopf heben und unseren Blick über das Schlachtfeld schweifen lassen.
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Durch die Gesten-Steuerung ist es des Weiteren möglich, über das Schlachtfeld zu scrollen, um so schnell von einem Punkt zum anderen zu gelangen. Dies ist dabei auch zwingend notwendig, denn das Spielgeschehen gestaltet sich schnell als hektisch, insbesondere wenn man simultan mehrere Punkte auf der Karte einnehmen und Scharmützel austragen möchte. Einheiten können einfach, in dem man auf diese mit gedrückt-gehaltener Taste zeigt, markiert und ebenso einfach über das Schlachtfeld dirigiert werden.
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Brass Tactics ist zudem kein rein kompetitiver Strategie-Titel. Zwar liegt der Fokus klar auf Gefechten zwischen zwei Spielern, aber ebenso kommt der Titel mit einer Einzelspieler-Kampagne sowie mit einem kooperativen Modus daher, in welchem man sich zusammen mit einem zweiten Spieler gegen besonders herausfordernde K.I.-Gegner stellen kann. Wer während einer Schlacht zudem ein paar Sekunden Zeit findet, der kann sich an ein manuell gesteuertes Katapult an der Tischkante stellen und von dort aus versuchen feindliche Einheiten zu beschießen. Dies ist eine sehr starke und vor allem spaßige Waffe, die aber ebenso schwer zu bedienen ist.

Einfach zu spielen aber schwer zu meistern
Intuitive Steuerung
Intensives Spielgeschehen
Umfangreiche Einheiten-Variationen
Vielversprechend

Daniel M.

Hinter Brass Tactics versteckt sich ein mehr als solider Strategie-Titel für Oculus Rift, welcher eindrucksvoll aufzeigt, auf welche Art und Weise bewährte Genres neben Shootern in der virtuellen Umgebung umgesetzt werden können. Dabei versteht sich der Titel darin, über reine technische Experimente hinwegzugehen und einen schon fast vollwertigen Titel zu präsentieren. Spielerisch gestaltet sich der Ablauf dabei ebenfalls sehr solide und vor allem intuitiv, was besonders der Zugänglichkeit zugutekommt. Gleichzeitig  gestaltet sich das Spielgeschehen aber auch sehr tiefgehend, sodass auch erfahrene Spieler hier sehr spannende und strategische Schlachten erwarten können. Bleibt nun nur noch abzuwarten wie die Kampagne und der Koop-Modus final ausfallen werden. Bislang kann Brass Tactics auf ganzer Linie überzeugen!
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