Vorschau: Elex

Große Videodspiel Produktionen aus Deutschland sind doch eher rar gesät. Eines der wenigen deutschen Studios, die sich hier auch über unsere Landesgrenzen hinaus einen Namen machen konnten ist Piranha Bytes. Aus ihrer Feder stammt sowohl die Gothic als auch die Risen-Serie. Nach einigen Jahren Pause und der Übernahme durch THQ Nordic als neuen Publisher kehren sie in diesem Jahr mit einem komplett neuen Titel zurück: Elex.

Fantasy aus Deutschland

Auch bei Elex bleiben die Mannen aus Essen ihren Rollenspielwurzeln treu und haben eine vollkommen neue Mix Sci-Fi-Fantasy Welt erschaffen, in der ihr euch ganz locker für mehrere Wochen verlieren könnt. Hierzu werdet ihr auf den Planeten Magalan verfrachtet, der schwere Zeiten hinter sich hat. Wo früher einmal eine hochentwickelte Zivilisation zu finden war, geht es heute eigentlich nur noch ums Überleben. Grund hierfür war ist ein Meteoreinschlag, der für das beschriebene Chaos gesorgt hat.

Doch der Brocken aus dem All hat neben der Verwüstung auch noch ein vollkommen neues Element auf die Welt gebracht: Elex. Diese mysteriöse, sehr kostbare aber auch begrenzte Ressource öffnete der Zivilisation von Magelan plötzlich das Tor, um kraftvolle Maschinen zu betreiben, Magie zu nutzen oder auch den neuen Rohstoff in weitere Formen umzuwandeln. Dabei bildeten sich vier Fraktionen, die untereinander einen Krieg um Elex ausfechten.

Nix los ohne Elex

An der Spitze stehen hier die Albs, welche Elex direkt in seiner reinen Form konsumieren, um übermenschliche Kräfte zu erlangen. So viel Macht hat natürlich seine Schattenseite, weshalb die Alb komplett ihre Emotionen verloren haben. Ihr werdet gleich zu Beginn das Spiel in die Haut eines solchen gefühlslosen Killers gesteckt. Aber auch hier wartet ein Twist, durch den ihr verstoßen werdet und euch alleine durchschlagen müsst.

Ohne Elex Nachschub steht euer Held nicht nur der rauen Welt gegenüber, sondern auch seinen eigenen Emotionen, die langsam wieder zurückkehren. Ab da an liegt es an euch, in klassischer Rollenspielmanier in Third-Person-Perspektive die Welt zu erkunden, Erfahrung zu sammeln und eine Unmenge an Quest zu bestehen. Wie und was ihr tut ist euch dabei vollkommen frei überlassen.Vorschau-Elex-Bild-2

Plötzlich Gefühle

So wartet zu Beginn nur eine kleine Einführung der wichtigen Spielelemente auf euch und von dort an könnt ihr die Welt frei erkunden. Immer mit dabei ist euer Jetpack, was erstmal das einzige Überbleibsel aus eurer Albzeit bleibt. Dies ist aber recht praktisch, da ihr euch so schneller fortbewegen könnt oder lästiges Klettern leichter wird. Und das ist wichtig, denn wie erwähnt ist die Welt von Elex gewaltig groß.

Beim Erkunden der Welt trefft ihr wie in jeden guten Rollenspiel auf unzählige NPCs. Hier wird schnell deutlich, dass ihr euch irgendwann einer neuen Fraktion anschließen solltet. Dies hat direkten Einfluss auf die Geschichte und natürlich auch auf eure Fähigkeiten. Zudem sorgt das System für frischen Wind und erhöht den Wiederspielwert.Vorschau-Elex-Bild-3

Die Qual der Wahl

Die unterschiedlichen Fraktionen sind über die riesige Map verteilt und in klar auseinander zu haltenden Region zu finden. Als erstes trafen wir hier auf die Berserker, die Elex in Mana umwandeln und so weiter für sich nutzen. Aber sonst sind sie von Technologie nicht sonderlich begeistert. Sie leben im Übrigen sehr naturbelassen in der Region Edan – genau richtig für die Kämpfer unter euch.

Auf der anderen Seite stehen die Kleriker aus dem vulkanischen Gebiet Ignadon. Sie sind ein bisschen fanatischer angehaucht und verehren leidenschaftlich ihren Gott Calaan. Hier fließt Elex nur als wertvolle Substanz durch schwere Rüstungen, Plasmarwaffen und hochentwickelte Maschinen als Motor.

Wer doch mehr auf Freiheit steht, ist bei den Outlaws im steinigen Wüsten-Ödland Tavar genau richtig. Hier gilt nur eine Regel und zwar das Recht des Stärkeren. Bei ihnen steht die Ressource eher im Hintergrund, weshalb sie vornehmlich auf Beutezügen in den Ruinen des alten Magalan unterwegs sind.

Von unten noch oben

Der Beitritt in solch eine Fraktion ist jedoch nicht per Klick abgeschlossen. Nein, ihr müsst euch Stück für Stück hocharbeiten, um ein vollwertiges Mitglied werden zu können. Hier lernt ihr schnell, dass Elex euch alles bietet, was ihr aus den letzten Jahren von Fallout, Dragon Age oder The Witcher oder auch Gothic von einem Rollenspiel gewohnt seid. So wartet auf euch beispielsweise ein umfangreichen moralisches Dialog System, viele mögliche Begleiter, Fähigkeitenbäume, Upgrades, Ausrüstungsgegenstände und vieles mehr. Schade nur, dass sich dies nur nach erneutem Aufguss anfühlt anstatt einen neuen frischen Weg zu gehen.

Wer im Spiel mehr Aktion will, der kann sich einfach mal stumpf durch die Welt kämpfen und das mit den unterschiedlichsten Waffen. Hier konnte das Spiel während unseres Anspielsens mit einer Vielzahl von Gegnern überzeugen. Dies fängt bei kleinen Monstern an und hört bei fetten Ogern auf – alles passend. Doch das Kampfsystem allein konnte uns hier noch nicht wirklich überzeugen. Alles fühlt sich aktuell ein wenig ungenau und schwammig an, weshalb den Angriffen der richtige Bums fehlt.Vorschau-Elex-Bild-4

Luft nach oben

Und noch eine Sache konnte uns bisher nicht ganz überzeugen und zwar die Technik. Zwar ist die Präsentation stellenweise auf einem guten Niveau und definitiv abwechslungsreich, doch im Vergleich mit anderen Rollenspielen immer noch einen Schritt hinterher. Gerade bei den Charakteranimationen hätten wir uns hier wesentlich mehr erwartet, denn diese wirken noch arg staksig. Dafür lässt sich über das Voice-over und den Soundtrack nicht meckern, wodurch Elex mit einer dichten Atmosphäre aufwarten kann.

Riesige Welt
Sehr abwechslungsreich
Komplett frei spielbar
Technisch noch einen Schritt hinterher
Passabel

Marco K.

Elex macht aktuell einen sehr soliden Eindruck und kann vor allem durch seine riesige und abwechslungsreiche Welt punkten. Eine Welt, in der ihr euch wochenlang verlieren könnt, wenn ihr dann erst einmal abgetaucht seid. Doch leider liegt die Schwelle zum Abtauchen aufgrund von fehlenden Innovationen und technischen Schwächen aktuell noch zu hoch.
Vorschau: Final Fantasy XIV Online – Stormblood Vorschau: Soldier's Inc: Mobile Warfare
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