Vorschau: From Other Suns

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Still ist es um den Virtual Reality Hype geworden. Nach wie vor handelt es sich bei den VR-Headsets zwar um eine sehr interessante technische Entwicklung, jedoch konnten diese Geräte nie vollkommen überzeugen. Dies lag bislang insbesondere an Problemen wie Motion-Sickness, einer aktuell noch sehr breit gestreuten Anbieterlandschaft, innerhalb der sich ein Marktführer erst noch etablieren muss, und allem vorweg an fehlenden Produkten. Zwar sind bislang viele Spiele erschienen, jedoch wirkten diese noch immer nur wie technische Spielereien, anhand derer sich die Entwickler erst noch ein klares Bild von Technologie und Möglichkeiten zu machen versuchten. So langsam scheint sich diese Eingewöhnungsphase jedoch zu legen und die ersten wirklich vielversprechenden Produkte kommen langsam zum Vorschein. Der Titel From Other Suns bildet hier die Speerspitze, welcher durch spielerische Abwechslung und enormen Tiefgang zu überzeugen weiß, und sich dabei stark an dem beliebten Spiel „Faster Than Light“ orientiert.

Prozeduraler Content meets Roguelike-VR

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Spieler der Roguelike-Space-Sim Faster Than Light schätzen vor allem die großen Freiheiten, aber auch die damit einhergehenden schwerwiegenden Entscheidungen, die über das Überleben in den Weiten des Weltraums entscheiden können. Dieses Spielprinzip, in dem wir unser eigenes Raumschiff kommandieren und von einer zur nächsten Location fliegen können, hat sich der Entwickler Gunfire Games für deren neues Spiel From Other Suns abgeschaut. Das Oculus Rift Game begeht dabei allerdings einige gänzlich neue Wege, die nicht nur unfassbar viel Spaß machen, sondern auch in prachtvoller Optik dem Spieler ausgebreitet werden.

Wir selbst können in From Other Suns sowohl alleine als auch mit bis zu zwei weiteren Mitspielern im eigenen Raumschiff auf eine Reise gehen, und das alles aus der Ego-Perspektive heraus. Dabei sind wir selbstverständlich in der Lage, durch die unterschiedlichen Abteilungen unserer Schiffs zu schlendern, aber auch können wir diese bemannen, um in Konfliktsituationen beispielsweise Reparaturen oder andere Aktionen durchzuführen. Die meisten Kontrollen werden dabei zwar von der Brücke des Schiffs aus gesteuert, allerdings sollte man stets auf der Hut sein, denn neben anstehenden Reparaturen kann es auch jederzeit dazu kommen, dass beispielsweise Piraten in das eigene Schiff eindringen und es versuchen zu entern.

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Auf was für Ereignisse wir im Spielverlauf jedoch stoßen werden, das entscheidet der Zufall. Das ganze Universum in From Other Suns wird prozedural generiert, also müssen wir uns bei jedem Spieldurchlauf auf gänzlich neue Begebenheiten gefasst machen. Dabei ist nicht nur die Art der Begegnungen zufallsbasiert, auch werden Raumstationen und fremde Schiffe gänzlich der Programmierung überlassen, sodass sich eine Außenmission jedes Mal vollständig neu anfühlen soll.

Beam me up Scotty!

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Richtig gehört! Nicht nur das Innere des eigenen Schiffs kann in From Other Suns begangen werden, auch dürfen wir uns auf Außenmissionen begeben, in denen wir uns außerirdischer Bedrohungen, Piraten und anderem Gesindel erwehren müssen. In unserem Anspieltermin war es uns so möglich, eine Erzraffinerie zu erkunden, in der Roboter Amok liefen. Bevor wir uns also auf dem Weg zum Materie-Transporter machten, galt es zunächst noch die richtige Bewaffnung mitzunehmen, um daraufhin die fremde Station zu begutachten.

Hier dauerte es auch nicht lange, bis die ersten Roboter auf uns aufmerksam wurden und prompt das Feuer eröffneten. Dieser Moment zeigte auch sogleich, wie anspruchsvoll From Other Suns daherkommt, aber auch, dass es absolut dem Roguelike-Genre zugeordnet werden darf. Schon einige feindliche Treffer reichen so aus, uns aus den Latschen zu schießen, und haben wir erst mal das Zeitliche gesegnet, dann sind wir tatsächlich tot! Allerdings gilt dies nur für das Crew-Mitglied, in dessen Haut wir zu diesem Zeitpunkt steckten. Verfügen wir noch über weitere Besatzungsmitglieder, so können wir unser Abenteuer mit diesen fortführen, jedoch wird dieses mit jedem Verlust deutlich schwerer.

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Im Laufe von Außenmissionen dürfen Spieler neben Gefechten auch allerlei andere Dinge entdecken. Hierzu gehört das Sammeln von Schlüsselkarten, um in gesperrte Bereiche vorzudringen, aber auch können hier Geheimnisse, Waffen und Schiffsupgrades gefunden werden. Gerade in VR sorgt diese Erkundung fremder Schiffe und Stationen für besonders viel Nervenkitzel, nicht nur, da es hier auch sehr rare Waffen zu erbeuten gibt. Ein behutsames Vorgehen als auch ein effektives Deckungsspiel im Rahmen von Kämpfen, bieten hier ein bislang ungeahntes Maß an Adrenalin und Spielspaß und vor allem mit weiteren Mitspielern bekommt man es mit großartigen Möglichkeiten zu tun.

Gerade mit Freunden können Kämpfe in From Other Suns besonders spannend werden, allerdings gilt es hier auch ein gewisses Maß an Vorsicht walten zu lassen. Denn nicht nur der Beschuss von Freunden kann uns erledigen, auch gibt es hier eine weitere Situation, die es zu beherzigen gilt. Befinden wir uns beispielsweise im Kampf mit einem anderen Schiff, so kann ein Spieler mit dem eigenen Kreuzer den Kampf aufnehmen, während die anderen beiden Spieler sich an Bord der Gegner beamen und sich dort persönlich der Sache annehmen. Dass gute Absprache hier notwendig ist, zeigt sich, wenn der Captain das Feuer auf den Maschinenraum des gegnerischen Schiffs eröffnet, während sich das Außenteam in eben dieser Sektion befindet. Dies führt zu Hüllenbrüchen und lebensbedrohlichen Situationen.

VR-Sitzungen mit begrenzter Spiellänge

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Vielleicht liegt dies an der Gefahr der Motion Sickness, die noch immer in aktuellen VR-Games bedrohlich in der Luft liegt, oder aber daran, dass ein langes Tragen der VR-Brille von den meisten Spielern nicht gewünscht ist: Auch in From Other Suns wird die Spiellänge künstlich verkürzt. Das Ziel des Spiels ist so die Rettung der Galaxie, denn nach rund vier Spielstunden beginnt etwas Böses sich im Universum auszubreiten. Bevor diese Entität es schafft, alle bekannten Welten zu vernichten, liegt es an uns den Geschehnissen auf dem Grund zu gehen und hoffentlich eine Lösung zu finden. Wir hoffen hier, dass es auch einen Endlos-Modus geben wird, denn Zeitdruck ist oftmals keine Gameplay-Mechanik, die von der breiten Masse als positiv angenommen wird.

Spielerisch wurde der Motion-Sickness zudem künstlich Einhalt geboten, denn neben einer klassischen First-Person-Steuerung bietet From Other Suns auch eine Fernsteuerung an. Mit dieser bewegen wir unseren Charakter von der Position aus, an der wir uns zuletzt befanden. Beenden wir die Steuerung, so werden wir an die gewünschte Stelle teleportiert und können von dort aus fortfahren.

Während die klassische Steuerung durchaus noch ein gewisses, wenn auch nur minimales Maß an Motion-Sickness auslösen kann, so hat uns diese Art des Gameplays doch am besten gefallen, denn hier wird ein größtmögliches Maß an Realismus suggeriert. Wer jedoch für Motion Sickness besonders anfällig ist, der kann jederzeit im Laufe einer Spielsitzung durch ein Blick aufs linke Handgelenk des aktuellen Charakters das Optionsmenü aufrufen und hier die Steuerung anpassen.

Große Abwechslung durch prozeduralen Content...
Tolle Inszenierung mit großem Adrenalinpegel
Anspruchsvolle Kämpfe
3-Spieler Coop
Tolle Atmosphäre dank VR
... dessen Mehrwert es abzuwarten gilt
Bombastisch

Daniel M.

Wer bis jetzt noch keinen Grund für die Anschaffung eines Virtual Reality-Headsets hatte, der sollte dies spätestens zum Release von From Other Suns zumindest in Betracht ziehen. Der erste Eindruck des Titels ist sowohl vom Grundkonzept als auch der Umsetzung besonders hochkarätig und vermittelt dank First-Person-Steuerung ein fantastisches Space-Erlebnis. Gerade der hohe Schwierigkeitsgrad als auch die Möglichkeiten, mit Freunden zusammen dieses Abenteuer zu begehen, sorgen hier für besonders viel Anreiz. Bleibt nur zu hoffen, dass die prozedurale Generierung von Events und Locations dem gerecht wird, was wir uns an Abwechslung von dem Spiel erhoffen. Erscheinen wird From Other Suns im Herbst 2017 für Oculus Rift.
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