Vorschau: Lone Echo

Als man sich bei den Ready At Dawn Studios dafür entschieden hat, ein Spiel für das Oculus Rift VR-Headset zu entwickeln, wollte man insbesondere einen Aspekt der virtuellen Realität in den Fokus setzen: Die Bewegung. Die meisten VR-Spiele, die sich aus der Ego-Perspektive heraus steuern lassen, setzen den klassischen Bewegungsapparat dieses Genres in den Mittelpunkt. Alternativ nutzen diese, um der berüchtigten Motion-Sickness Herr zu werden, eine Steuerung, in welcher der eigene Charakter von Ort zu Ort teleportiert wird. Mit dem Titel Lone Echo hat man nun einen etwas anderen Weg eingeschlagen. Hier bedient man sich der Bewegung innerhalb der Schwerelosigkeit, und zumindest vom sehr intuitiven Spielgefühl her, macht der Titel einen ausgesprochen guten Eindruck.

Bewegung bei fehlenden Gravitationskräften

In Lone Echo finden wir uns im Jahr 2126 inner- und außerhalb einer Raumstation um den Saturn wieder, welche für Minenarbeiten an den Saturnringen verwendet wird. Die Besatzung der Station besteht zum einen aus Captain Olivia Rhodes, sowie aus mehreren autonom agierenden Robotern, die sich als Unterstützung und für diverse Arbeiten an Bord befinden. Eigentlich sollte die Schicht von Olivia langsam dem Ende entgegengehen, doch bevor es dazu kommen kann, taucht nahe des Saturns eine merkwürdige Singularität auf, die es nun zu erforschen gilt.

Der Spieler selbst schlüpft in Lone Echo übrigens nicht in die Haut von Captain Rhodes, sondern übernimmt die Kontrolle über den Roboter Jack. Im Verlauf des Spiels gilt es, Olivia dabei zu unterstützen, arbeiten zu verrichten und schlussendlich dem Mysterium der bedrohlichen Singularität auf die Spur zu kommen. Bevor es jedoch dazu kommt, gilt es sich zunächst mit der Steuerung des Spiels vertraut zu machen, was deutlich intuitiver geschieht als man sich zunächst denken mag.

Dank fehlender Gravitationskräfte sind wir so in der Lage, uns frei im Raum herumzubewegen, was insbesondere durch die Oculus Touch Controller geschieht. Durch reines Abstoßen von Oberflächen sind wir so auf simpelste Art und Weise in der Lage, uns in bestimmte Richtungen zu bewegen, und dank der magnetischen Hände unseres mechanischen Alter-Egos, finden wir auch an jeder Oberfläche schnell den nötigen Halt. Interessant ist hier vor allem, dass es den Entwicklern gelungen ist, dass die Hände sich jeder Oberfläche perfekt anpassen können. Entsprechend gibt es hier keinerlei Clipping-Fehler oder ähnliche technische Probleme.

Die Bewegung im Raum kommt zudem äußerst präzise daher, und da wir durch unsere eigenen Aktivitäten direkten Einfluss auf die Folgebewegungen haben, fällt auch eine etwaige Motion-Sickness hier nur minimal bis kaum spürbar aus. Ob sich dies bei längeren Spiel-Sitzungen ändert, bleibt abzuwarten. Sollte man mal ein wenig zu übermütig werden oder gar die Flugrichtung etwas zu sehr in Richtung offenes Weltall ausgelegt haben, so gilt es hier keine Panik zu schieben. Dank eingebauter Schubdüsen an den Handgelenken kann unser Jack kleine Kurskorrekturen durchführen, was wiederum durch entsprechende Handbewegungen mit den Motion-Controllern bewerkstelligt wird.

Frisbee in der Schwerelosigkeit

Während der Fokus hinter Lone Echo zwar ganz klar auf die Einzelspielererfahrung gelegt wird, so sollte man auch den geplanten Mehrspieler-Teil des Spiels keinesfalls aus dem Auge verlieren, denn zumindest auf dem Papier hört sich dieser bereits jetzt sehr vielversprechend an. So plant der Entwickler hier einen Modus zu integrieren, in dem zwei Teams, bestehend aus jeweils fünf Spielern, gegeneinander in einem Frisbee-Turnier antreten. Dass die Parallelen zum Hollywood-Film „Enders Game“ nicht zufällig sind, hat uns auch einer der Entwickler hier verraten, und gerade in VR soll man sich hier auf sehr taktische und schnelle Partien in der Schwerelosigkeit gefasst machen.

Denn nicht nur liegt das Ziel hier darauf, den eigenen Frisbee ins gegnerische Tor zu befördern, auch will eine Abwehr gut geplant sein, sodass es wohl überdacht sein sollte, ob alle Spieler sich an einem Angriff beteiligen müssen. Zudem soll es auch hier möglich sein, sich nicht nur an Oberflächen, sondern auch an Spielern festhalten zu können. Kombiniert man dies nun noch mit der Möglichkeit, Gegner mit einem Schlag kurzzeitig zu betäuben, so könnten hier sehr spannende Partien entstehen.

Sehr flüssiges und tolles Spielgefühl
Motion-Sickness quasi nicht spürbar
Intuitive und präzise Steuerung
Für VR ein sehr detailliertes Charakter-Design
Spektakuläre und eindrucksvolle Ereignisse
Sandbox Spielereien an Bord der Station kaum vorhanden
Vielversprechend

Daniel M.

Lone Echo zeigt bravourös, dass man nicht jedes VR-Spiel im Shooter oder Jump-Scare Horror-Genre platzieren muss, und ebenso, dass eine etwas andere Herangehensweise, beispielsweise in der Steuerung, sehr frisch wirken kann. Wir bezweifeln an dieser Stelle sogar stark, dass auf klassischen Plattformen das Spielprinzip von Lone Echo auch nur annähernd so gut geklappt hätte, weshalb sich hier durchaus ein näherer Blick lohnen könnte. Abzuwarten bleibt zumindest noch, wie sehr die Story zu überzeugen weiß und wie lange der Mehrspieler-Modus den Nutzer binden kann. So oder so hat Lone Echo unsere Aufmerksamkeit geweckt und wir sind gespannt wie der Titel auf Oculus Rift ankommen wird!
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