Vorschau: Sniper Ghost Warrior 3

Spieler, die sich an einer Stelle vergraben und darauf warten, dass Feinde in deren Schusslinie laufen, werden innerhalb der Community meist abwertend als Camper bezeichnet. Aber natürlich wissen wir alle, dass Scharfschützen sich kaum anders spielen lassen und ein wichtiger Bestandteil sind, wenn es darum geht, die Kontrolle über bestimmte Bereiche zu behalten oder um einzelne Ziele auf große Entfernung effizient auszuschalten. Fans solcher Spielweisen dürfen sich auf Sniper Ghost Warrior 3 von CI Games freuen, denn auch hier steht die Scharfschützen-Action wieder klar im Vordergrund. Aber auch andere Spielstile sollen dabei nicht vernachlässigt werden. In einer mehrstündigen Anspielsession sind wir dem Titel nun auf den Grund gegangen und verraten euch, was wir in diesem Open-World-Shooter noch so anstellen können.vorschau-sniper-ghost-warrior-3-screenshot-1

Heimlich, still und leise

In Sniper Ghost Warrior 3 schickt uns der Entwickler CI Games ins beschauliche Georgien, wo wir in drei unterschiedlichen großen Maps zahllose Gegner ausschalten und andere Ziele erfüllen müssen. Die Areale sollen dabei durch industrielle, ländliche und schneebedeckte Szenerien für Abwechslung sorgen und auch was die Aufträge angeht wird der Spieler ordentlich zu tun bekommen. So enthält die Kampagne rund 24 Missionen, in denen wir unter anderem hochrangige Offiziere ausschalten, Satellitenschüsseln neu ausrichten und Gefangene, die kurz vor der Exekution stehen, befreien müssen.

Dabei sollte man sich allerdings in aller Regel mit großer Vorsicht voranbewegen, denn im Idealfall dürfen unsere Feinde nicht mitbekommen, dass wir es auf sie abgesehen haben und gerade dabei sind, deren Reihen auszudünnen. Die klassische Herangehensweise strukturiert sich dabei natürlich mit dem Scharfschützengewehr im Anschlag. Entsprechend ist es zu empfehlen, zunächst das Zielgebiet auszukundschaften und sich aus möglichst hochgelegenen Positionen einen guten Eindruck des Areals zu machen. Durch das Anvisieren von Feinden lassen sich diese markieren, was den Vorteil bringt, dass wir sie nun auch im weiteren Verlauf der Mission immer im Blick haben. Dieses Hilfsmittel ist dabei nicht zu vernachlässigen, da eine sorgfältige Planung absolut notwendig ist, wenn wir ein Areal von allen feindlichen Streitkräften säubern wollen, ohne selbst aufzufliegen.

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Um Feinde lautlos auszuschalten; stehen uns zahlreiche Möglichkeiten zur Verfügung. Zum einen schalldämpfende Waffen, wozu auch das Scharfschützengewehr gehört. Aber wir können uns auch direkt in ein Lager hineinschleichen und Gegner mit dem Messer perforieren. Wer sich für die zweite Herangehensweise entscheidet, der verlässt den Pfad des Snipers und betritt die Wege des Ghosts. Insgesamt stehen uns im Spiel nämlich drei Klassen zur Verfügung, deren System auf Basis unserer Aktionen levelt und uns im Endeffekt neue Verbesserungen freischaltet. Eliminieren wir Feinde auf Distanz oder mit einem Kopfschuss, werden wir am Ende einer Mission mit Extrapunkten für den Sniper-Talentbaum ausgezeichnet, wohingegen Nahkampfangriffe und Stealth-Manöver dem Ghost in uns zugutekommen. Der Warrior auf der anderen Seite profitiert durch Explosionen, eingesteckten Schaden und wenn wir ein Lager in Rambo-Manier stürmen.

Während all diese Vorgehensweisen unterhaltsam sind, so machte uns während des Anspielens das Snipern am meisten Spaß. Dies lässt sich insbesondere auf die dahintersteckende Mechanik des Scharfschützengewehrs, sowie auf die sorgfältige Planung, die notwendig ist, zurückführen. Beim Anvisieren gilt es, die Entfernung entsprechend einzustellen, als auch die Windrichtung und die Windstärke zu berücksichtigen, damit wir mit unserem Schuss auch ins Schwarze treffen. Insgesamt stehen uns zudem vier Zoom-Stufen zur Verfügung und darüber hinaus können wir unter verschiedenen Munitionsarten auswählen. So steht uns neben normaler Munition auch ein panzerbrechendes Kaliber und eine neuartige „Lock“-Munition zur Verfügung, mit der wir in der Umgebung ein Geräusch verursachen können, um so einen Gegner in ein abgelegenes Areal zu locken.

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Crafting, Gadgets und Multiplayer

In Sniper Ghost Warrior 3 stehen uns zahlreiche Möglichkeiten zur Verfügung, um mit Situationen umzugehen. Aber natürlich wird dafür auch die entsprechende Ausrüstung benötigt, die wir uns größtenteils selbst besorgen müssen. So lassen sich erledigte Feinde nach Crafting-Materialien und anderen Objekten durchsuchen, aber auch können wir viele Dinge in der Spielwelt selbst finden. Neben Granaten, Erste-Hilfe-Kits und Fallen gibt es noch viele andere hilfreiche Objekte, die wir uns selbst herstellen können und sogar die Munition muss Patrone für Patrone erst gecraftet werden.

Ein sehr nützliches Hilfsmittel stellt zudem die Drohne dar, die wir zu jedem Zeitpunkt mit uns tragen. Diese wird ferngesteuert und mit ihr haben wir die Möglichkeit, uns einen Überblick aus der Luft zu verschaffen und so wichtige Punkte eines feindlichen Lagers schnell und gefahrlos auszukundschaften. Allerdings gilt es auch, beispielsweise feindliche Sendemasten oder Satellitenschüsseln im Auge zu behalten, denn diese können unsere Funkfrequenz stören und die Drohne zum Absturz bringen.

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Während die Stealth- und die Sniper-Mechaniken super zu funktionieren scheinen, so gibt es doch lediglich aktuell noch Abzüge, was die Gegner-Intelligenz angeht. Das Verhalten unserer Kontrahenten wirkt in der Regel sehr vorhersehbar und stellte während unserer Anspielrunde leider keine sonderlich große Herausforderung für uns dar. Wird unserer Feind auf uns aufmerksam, so ließen sich eigentlich nur zwei Verhaltensmuster erkennen. Entweder versucht man, uns zu stürmen oder es wird der Versuch unternommen, sich hinter Objekten zu verstecken. Gerade die letztere Reaktion ist alles andere als positiv, da wir durch einen simplen Stellungswechsel in der Lage sind, die feindliche Deckung zu umgehen und das Ziel ins Visier zu nehmen.

Insgesamt dürfen Spieler eine Kampagne von rund 24 Missionen und zahlreiche Nebenmissionen auf den drei großen Spielkarten erwarten, die es zu erledigen gibt. Die Spielzeit soll sich dabei auf insgesamt rund 30 Spielstunden belaufen und durch einen geplanten Mehrspieler-Modus soll dies noch weiter erhöht werden. Gerade im Multiplayer könnte Sniper Ghost Warrior 3 besonders gut sein wahres Potential entfalten, allerdings gilt es hier noch abzuwarten, da dieser bislang nicht anspielbar gewesen ist. Aktuell sind drei unterschiedliche Modi geplant: Team-Death Match, Death-Match und ein bislang noch nicht angekündigter weiterer.

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Snipern auf hohem Niveau
Drei unterschiedliche "Klassen"
Abwechslungsreiche Missionen
Zahlreiche Crafting-Möglichkeiten
Noch recht viele Bugs und Glitches
K.I. macht einen stumpfen Eindruck
Vielversprechend

Daniel M.

Mit Sniper Ghost Warrior 3 zeigt CI Games nicht nur einen sehr anschaulichen Titel, auch dürften Scharfschützen-Fans hier voll auf ihre Kosten kommen. Die Herangehensweisen, ein gegnerisches Lager zu reinigen, sind zahlreich und dabei müssen wir uns nicht mal nur auf das „Snipern“ verlassen, auch können wir als Ghost oder Warrior im Nahkampf oder aus mittlerer Entfernung unseren Kontrahenten das Leben schwer machen. Wir hoffen allerdings, dass der Entwickler es schafft, das Spiel von den noch recht häufig vorkommenden Bugs zu bereinigen und vor allem die künstliche Intelligenz verbessert, die auf den ersten Blick ziemlich stumpf zu reagieren schien. Wir sind gespannt wie das finale Produkt aussehen wird, wie abwechslungsreich die Missionen wirklich sind und vor allem, wie viel Spaß der Mehrspieler-Modus machen wird.
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