Vorschau: Steep

Eine Winterlandschaft gehört zu den schönsten Szenerien, die der Mensch sich zu Gemüte führen kann. Verbindet man diese dann noch mit Ehrfurcht gebietenden Gebirgszügen und einem Hauch Adrenalin, dann kommen wir dem Kern hinter Ubisofts nächstem großen Titel Steep schon recht nahe. Berücksichtigen wir nun noch, dass das Entwicklerstudio Ubisoft Annecy direkt an den Alpen gelegen ist und die Jungs hinter dem Titel sowohl die Berge als auch den Sport stark ins Herz geschlossen haben, dann kann uns doch eigentlich nur ein atemberaubendes und wunderschönes Spiel bevorstehen, oder?
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Bahne dir deinen eigenen Weg

Wenn uns Steep während der Anspielsession auch nur eines vermittelt hat, dann ist dies die ultimative Freiheit. Auf einer rund 64 km² großen Karte, die sich an verschiedenen Gebieten wie Tirol, dem Mont Blanc und unter anderem der Schweiz orientiert, können wir uns nicht nur frei bewegen, sondern auch jederzeit von einem zum anderen Punkt des Gebiets springen. Dabei ist es uns größtenteils frei überlassen, wie wir an das Spiel herangehen wollen. Draufgänger können sich sofort in waghalsige Stunts stürzen und versuchen, atemberaubende und riskante Tricks durchzuführen, um möglichst hohe Punktzahlen zu erreichen. Aber natürlich sind für ruhigere Gemüter auch gemütliche Abfahrten oder das Erkunden der Welt selbst möglich, und zu entdecken gibt es so einiges.

Zum Beginn unserer Karriere in Steep gibt es nur eine Handvoll an bisher erkundeten Dropzonen zu finden, also Punkte, zu denen wir via Schnellreise-System springen können. Diese bieten uns dabei nicht nur die Möglichkeit, eine Abfahrt zu starten, auch lassen sich an diesen oftmals Herausforderungen finden, die es möglichst perfekt zu absolvieren gilt. Neue Dropzonen lassen sich mit ansteigendem Level unseres Extremsportlers freischalten, aber auch gilt es, viele solcher Punkte eigenständig zu finden. Während des Spiels lässt sich so gelegentlich ein leises Klingeln vernehmen, das uns darauf hinweist, dass in Sichtweite ein solcher Punkt zu finden ist. Via Fernglas können wir hier die Szenerie in Augenschein nehmen und, sofern wir näher als 1.000 Meter dran sind, diese neue Dropzone sofort freischalten.

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Neben dem Reisen zu festgelegten Dropzonen auf der Übersichtskarte ist es auch möglich, einen Helikopter zu verwenden, mit dem wir uns an einem beliebigen gewählten Punkt auf der Karte direkt in den Spielspaß werfen können. Allerdings bedarf es dafür spezieller Tickets, die es via Ingame-Währung zu erstehen gibt. Dieses nötige Kleingeld erhalten wir für das Absolvieren von Herausforderungen, jedoch stellen wir uns die Frage, ob es aktuell sehr sinnvoll ist, dafür die hart erarbeiteten Credits zu verwenden. Ab Charakterlevel 25 kann dieses teure Feature fortan kostenlos verwendet werden und offenbar dauert es auch nicht allzu lange bis man zu diesem Punkt des Spiels gelangt. Immerhin konnten wir in gerade einmal drei Spielstunden bereits die ersten zehn Stufen hinter uns bringen. Bleibt zu hoffen, dass dies nicht den Langzeitspielspaß beeinträchtigt.

Herausforderungen lassen sich zudem nicht nur an Dropzonen annehmen, auch können Spieler eigene erstellen. Diese können an einem belieben Punkt der Karte gestartet werden und zudem können hier auch unterschiedliche Arten ausgewählt werden. So kann um die schnellste Zeit, mit Stunts um die höchsten Punkte oder unter anderen auch um die stärksten Verletzungen gekämpft werden. Letztere Herausforderung trägt den treffenden Namen „Bone Collector“ und hier gilt es tatsächlich, möglichst üble Unfälle zu verursachen, um auf diese Weise Punkte zu erzielen. Diese selbsterstellten Herausforderungen lassen sich zudem mit Freunden teilen und Dank Ranglisten-Systemen kann hier auch mit der gesamten Freundesliste um die Wette gefahren oder geflogen werden.

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Mehr Spaß durch Abwechslung

Richtig gehört! Denn Steep ist tatsächlich kein reines Snowboard-Spiel. Zwar hat uns gerade das Fahren mit dem Board am meisten Spaß gemacht, aber so können wir jederzeit zwischen diesem und drei weiteren Sportgeräten wechseln. So stehen uns auch Ski, ein Wingsuit und ein Paragliding-Schirm zur Verfügung, womit wir sprichwörtlich ganz neue Höhen erreichen können. Gerade bei den letzten beiden Utensilien starten wir auch schon mal von einem Heißluftballon aus und müssen in Herausforderungen oftmals, in alter Pilot Wings-Manier, durch eingeblendete Ringe fliegen. Aber auch Flugmanöver nah am Boden gehören oftmals zu den Aufgaben, denn in manchen müssen wir mit der Wingsuit möglichst risikoreich fliegen. Je näher am Boden und an Objekten wir vorbeizischen desto mehr Punkte kassieren wird. Dabei ist es sogar möglich, Spuren im Schnee zu hinterlassen, ohne in einem Crash zu enden.

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In Steep ist man des Weiteren selten allein, denn andere Spieler, vorausgesetzt eine Internetverbindung ist aktiv, werden nahtlos ins Spiel eingebunden. Dies betrifft allerdings maximal drei weitere Spieler, wobei das System sich an dem Standort des Nutzers orientieren soll. Fahren andere Spieler aus einem festgelegten Bereich heraus, verlassen diese unser Spiel und es werden andere gesucht und dem Spiel hinzugefügt. Eine Ausnahme stellt hier natürlich eine Party dar, in die beispielsweise Freunde eingeladen werden. Diese bleiben dann konstant im Spiel, egal wo sie sich befinden.

Um zusätzlich für Abwechslung zu sorgen, und hier hat sich Ubisoft Annecy ordentlich ins Zeug gelegt, wurden zahllose Ausrüstungsgegenstände in Steep eingebunden. Diese sind dabei allerdings rein kosmetischer Natur, bieten aber zahllose Kombinationsmöglichkeiten. Während sich manche durch Herausforderungen freischalten lassen, so gilt es, die meisten im Shop zu erwerben, wo wir Handschuhe, Skibrillen, Schals und Rucksäcke, Ausrüstungsobjekte wie Snowboards und Wingsuits und allerlei andere Dinge finden können. Diese Objekte sind zum Großteil realistisch gehalten, aber auch humorvolle Variationen haben einen Weg ins Spielgeschehen gefunden, wozu unter anderen ein Gummihuhn-Hut und ein Fledermaus-Wingsuit gehören. Für Fans, die Spaß am Erkunden haben, sollen zudem auch diverse Eastereggs in der Welt versteckt worden sein. Ob auch Yeti  durch die weißen Weiten der Gebirgsgipfel stapft, wurde uns leider nicht verraten, wir freuen uns jedoch, dies herauszufinden!
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Tolle und teils anspruchsvolle Abfahrten
Vier Extremsportarten in einem Spiel
Abwechslungsreiche Gebiete
Viele Möglichkeiten zur Individualisierung
Langzeitmotivation aktuell noch fraglich
Mehrspieler-Events nur oberflächlich
Vielversprechend

Daniel M.

Sich mal wieder in eine Abfahrt zu stürzen ist ein tolles Gefühl, insbesondere wenn dieses so gut inszeniert wurde, wie es Ubisoft Annecy mit Steep geschafft hat. Auch für ausreichend Abwechslung ist mit Snowboard, Ski, Paragliding-Schirm und Wingsuit gesorgt. Der alte Spruch „Nur Fliegen ist schöner“ gilt allerdings nicht für Steep, denn gerade eine rasante Fahrt den Berg herunter zu erleben und  über Hügel und Schneehütten hinweg Stunts durchzuführen gehört hier ohne Frage zu den spannensten Unternehmungen des Spiels. Fans von Extrem- und Wintersport dürften mit Steep voll auf ihre Kosten kommen, allerdings bleibt aktuell noch abzuwarten wie der Langzeitspielspaß ausfallen wird, da die Anzahl der Herausforderungen aktuell einen relativ übersichtlichen Eindruck machen und auch das maximale Charakterlevel vermutlich relativ schnell zu erreichen ist.
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