Roman Polanski hat einen neuen Film in die Kinos gebracht. Mit der Gott des Gemetzels zeigt der fleißige Regisseur wieder seine Wandlungsfähigkeit.
Nachdem er mit seinem letzten Film der Ghostwriter einen sterilen und gradlinigen Polit-Thriller auf die Leinwand brachte, bringt der Gott des Gemetzels jede Menge Durcheinander, Farbenfreude und auch Humor mit.
Der Plot des etwa 79 Minütigen Films ist schnell erklärt. Rahmen der Erzählungen gibt das Schlichtungsgespräch zweier Elternpaare, deren Söhne sich gezofft hatten. Sie treffen sich zuhause um die Sache auszudiskutieren. Das Paar des geschädigten Jungen ist eher gesetzt und legt großen Wert auf humanitäre Werte, während die andere Partei sehr Geschäftsorientiert ist. Schon ihr bloßes Auftreten zeigt, dass sie das Leben in einer Ellbogengesellschaft gewohnt sind. Trotz ihrer Unterschiedlichkeit können die vier sich anfangs zivilisiert verständigen. Doch nachdem ein paar sensible Themen angesprochen werden, gerät die Angelegenheit mehr und mehr außer Kontrolle.
Roman Polanski hat mit den beiden Elternpaaren einen sehr schönen Kontrast geschaffen und wie er die soziale Situation ad absurdum führt ist interessant und keinen deut weniger amüsant zu beobachten. Während es zu Beginn um die Streitigkeiten zwischen den Söhnen geht, rücken die Eltern selbst im Verlauf der Gespräche mehr und mehr in den Vordergrund. Damit zeichnet Polanski eine schöne Parodie auf das Ideal zivilisierter und gefestigter Eltern. Sie wirken selbst sehr angreifbar und viel weniger selbstsicher, als ihre Fassade es annehmen lässt. Nicht zuletzt ist der Humor des Films sehr hilfreich um die Dramaturgie zu vermitteln. Mit Situations- und Dialogkomik schafft es der Film die Thematik sehr ansprechend zu vermitteln. Im Gesamten spielt sich der Gott des Gemetzels auf minimalen Raum ab. Hauptschauplatz ist das Appartement, in dem sich
die Eltern treffen. Auf so kleinem Raum und solch brisanter Thematik ist vorprogrammiert, dass die Emotionen irgendwann überkochen.
Auch die schauspielerische Leistung der vier Darsteller ist beachtlich. Jodie Foster und Kate Winslet, die Frauen im Film zeigen sehr unterschiedliche Charaktere. Foster mit ihrem Glauben an Werte und Normen hebt sich von der unumstößlichen und zynisch-frustrierten Winslet schön ab. Auch Christoph Waltz und John C. Reiley stellen einen interessanten Gegensatz dar. der erfolgreiche, kühl berechnende Waltz findet viel Angriffsfäche in der ruhigen Gangart seines Gegenüber. Seine kalkulierte und meistens schwer definierbare Mimik, die auch schon bei Inglorious Basterds zu sehen war, hilft ihm dabei ungemein.



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