Lohnt sich Kino: Die Mumie

Was haben die Jahre 1932, 1999 und 2017 gemeinsam? Richtig – in jedem dieser Lenzen wurde ein Film mit dem Titel Die Mumie veröffentlicht. 1932 noch als Horror-Schocker, 1999 dann als Action-Komödie und die Version von 2017 befindet sich vom Gefühl her irgendwo dazwischen. Zudem dient der neue Streifen als Start des neuen Dark Universe von Warner Bros. Mit dem Dark Universe möchte Warner versuchen, ein Filmuniversum ähnlich dem Marvel Cinematic Universe zu schaffen, anstelle von Superhelden und -Schurken treten hier allerlei schreckliche Monster und Gefahren aus der Mythologie und Geschichte auf. Klingt erstmal vielversprechend –  und unserer Meinung nach ist es das mit einigen Abstrichen auch. Erfahrt in unserem Test warum.

Es war einmal…

Vor über 2000 Jahren wurde die wunderschöne ägyptische Prinzessin Ahmanet (Sofia Boutelle) tief unter der Erde Mesopotamiens lebendig mumifiziert. Der aufmerksame Zuschauer fragt sich nun natürlich sofort, warum dem hübschen Mädchen so ein Schicksal zu Teil wurde. Archäologin Jenny Halsey (Annabelle Williams) und der mysteriöse Dr. Henry Jekyll (Russel Crow) klären aber glücklicherweise auf: Ahmanet war gierig nach Macht und ermordetet aus diesem Grund ihren Pharaonenvater,  ihre Mutter und den kleinen Bruder. Dies gelang ihr nur durch einen Pakt mit dem Gott des Verderbens Seth. Daraufhin wurde die Prinzessin verbannt. Als Sergeant Nick Morton (Tom Cruise) die mittlerweile nicht mehr ganz so frische Wüstenblume unwissend befreit, findet er sich plötzlich inmitten einer uralten Fehde von echten Göttern wieder. Der Beginn einer aufregenden Jagd vom Zweistromland bis ins europäische London.

Alles in allem ist der Plot von Die Mumie nachvollziehbar und seicht gehalten. Schon nach einer guten Viertelstunde weiß der Zuschauer genau, wohin die Reise gehen soll. Einige Überraschungen gibt es aber dennoch. Spoilern werden wir hier aber natürlich nicht. Die Geschichte erzählt gerade heraus klassisches Popcorn-Kino. Das geht für einen Film dieser Art auch völlig in Ordnung. Tiefsinnige Emotionen und komplizierte Handlungen sind hier fehl am Platz.

Tom Cruise, Russel Crowe und…Tom Cruise

Der Cast von Die Mumie wird vor allem durch die beiden großen Stars aufgehübscht. Russel Crowe besitzt die gewohnte Gladiator-Aura und und die Szenen mit ihm gehören zu unseren Highlights. Wir hätten ihn dabei gerne öfter vor der Kamera gesehen. Seine Screentime hält sich nämlich in Grenzen. Tom Cruise bekommt dagegen die volle Aufmerksamkeit. Der Superstar hat schon oft unter Beweis gestellt, dass er eine komplette Handlung allein tragen kann. Das tut er auch in Die Mumie. Ob man ihn nun mag oder nicht, Cruise liefert ab. Egal ob actiongeladene oder ruhigere Szenen – Der Mann weiß einfach wie Unterhaltungs-Kino funktioniert. Vom Rest des Castes sehen wir eher solide Leistungen. Erwähnenswert ist noch Annabelle Wallis. Die Rolle der Jenny Halsey ist ihre erste große Hauptrolle in einem Hollywood-Blockbuster. Diese füllt sich zwar nicht herausragend, aber dennoch zufriedenstellend aus.

Bombast-Kino vom Reißbrett

Regisseur Alex Kurtzman und Produzent Chris Morgan sind Action-Profis. Sie wirkten schon an Franchises wie Mission: Impossible, Transformers und Fast & Furious mit. Genau in diese Kerbe schlägt auch Die Mumie. Das Action-Abenteuer ist einfach gestrickt, aber unterhaltsam. Um den gewissen Mumie-Touch zu gewährleisten wirkte noch Sean Daniel als Co-Produzent mit. Er war bereits an der Mumie-Trilogie mit Brandon Fraser beteiligt. Alle beteiligten Personen garantieren somit solides Action-Kino. Das ist zwar sicher, jedoch nicht sonderlich innovativ. Vielleicht hätte ein wenig mehr Mut zum Risiko dem kompletten Film gut getan. Gerade Guardians of the Galaxy von Konkurrent Marvel hat es doch so gut vorgemacht: Die beiden Teile über die ungleichen Publikumslieblinge stechen bis Heute durch ihren ganz eigenen Charme aus dem Einheitsbrei der Superhelden-Filme heraus.

Der 2017er-Ableger der Mumie ist klassisches Popcorn-Kino wie wir es aus den letzten 10 Jahren Hollywood gewohnt sind. Metaphorisch kann man den Film mit leckeren Süßigkeiten vergleichen: Schnell verzehrt, aber immer mit einem faden Beigeschmack. Hinterher fragt man sich dann, ob es das Wert war. So geht es uns auch bei Die Mumie: Der Film ist sicher kein Meisterwerk, das unbedingt gesehen werden muss, aber gutes Action-Kino allemal. Wer also Lust auf einen leicht düster anmutenden Sommer-Blockbuster hat, sollte den Weg ins Kino nicht scheuen. Besonders interessant ist für uns dabei vor allem der Blick auf das Dark Universe. Warner Bros. zeigt mit Die Mumie, in welche Richtung die kommenden Monsterfilme ungefähr gehen werden. Ein düsteres, mit Stars vollgepacktes Kinouniversum ohne Superhelden könnte dann doch mal ganz erfrischend sein.

Die Mumie – Trailer (2017)

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